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Restaurierungs-Projekt abgeschlossen : Tating hat seinen Jesus wieder

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Karfreitags-Gottesdienst bietet sich den Besuchern in der Tatinger St.-Magnus-Kirche ein völlig neuer Anblick: Die restaurierte Triumphkreuz-Gruppe ist an ihren Platz zurückgekehrt.

Die Triumphkreuz-Gruppe in der Tatinger St.-Magnus-Kirche erstrahlt im neuen Glanz und durfte an ihren angestammten Platz im Chorbogen zurückkehren. Der Förderverein Eiderstedter Kirchen hatte sich für die Restaurierung eingesetzt. Die Figur des Christus und die Beifiguren der Maria und des Apostel Johannes werden im Karfreitags-Gottesdienst offiziell wieder in der Kirche begrüßt. Beginn ist um 10.15 Uhr.

Vor wenigen Wochen waren die Restaurierungsarbeiten endlich abgeschlossen worden, und damit erfährt die St.-Magnus-Kirche auch eine deutliche Veränderung in ihrem inneren Erscheinungsbild hin zu der ursprünglichen Gestaltung im Mittelalter. Denn um 1900 war die Triumphkreuz-Gruppe von ihrem traditionellen Platz im Chorbogen zwischen Kirchenschiff und Chorraum an die Nordwand versetzt worden, wie der Vorsitzende des Förderverein, Pastor i. R. Sönke Hansen, erklärt. Dort war sie an der Galerie, die damals von der Kanzel zur Orgel führte, das Instrument befand sich zu der Zeit ebenfalls an der Nordwand, angebracht worden. Ab 1921 war die Gruppe dann in die Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs einbezogen worden. „Das war kein guter Entschluss – bei allem Respekt vor dieser Entscheidung“, schreibt Hans-Walter Wulf in seinem Buch „Eiderstedt – Halbinsel der Kirchen“. In ihrem Aussagegehalt und ihrer symbolischen Bedeutung ist die Kreuzgruppe seitdem beschnitten, wie Wulf weiter ausführt. Nun ist dieser Schritt revidiert worden. Für die Innenansicht der ältesten Kirche im Land bedeutet das ohne Zweifel einen großen Gewinn, so Hansen.

Aber auch die drei Holzskulpturen sind einer gründlichen Restaurierung unterzogen worden. So erstrahlen sie jetzt wieder in den ursprünglichen Farben. Maria und Johannes sind um 1420 entstanden, Christus um 1490, wie Hansen weiter erklärt. Sie sind die ältesten Figurengruppe der Eiderstedter Kirchen.

Der Förderverein hatte sich maßgeblich finanziell an der Restaurierung beteiligt und rund 52.000 Euro dafür zur Verfügung gestellt, erklärt Sönke Hansen. Außerdem beteiligten sich die Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating, das Landesamt für Denkmalpflege und der Denkmalfond der Nordkirche.

Neben dem erfolgreichen Abschluss dieses Projektes berichtete Hansen in der Jahresversammlung über eine besondere Problematik für die Innenausstattungen einiger Eiderstedter Kirchen, die sich dadurch ergeben hat, dass auf den Dachböden etlicher Kirchen, so etwa in Katharinenheerd, Kotzenbüll, Poppenbüll und Tetenbüll, Fledermäuse ihr Quartier haben. Würden sie nur dort und im Außenbereich der Kirchen auf Insektenjagd gehen, wäre das völlig unproblematisch. Das ist aber nicht der Fall, sondern sie suchen auch das Kircheninnere auf und verunreinigen durch im Flug fallengelassenen Exkremente die Innenausstattungen. Auf Veranlassung des Fördervereins hat der Nabu, der in Sachen Fledermäuse im Auftrag der Landesregierung tätig ist, nach Beobachtungen vor Ort ein Gutachten erstellt und Vorschläge zur Minderung dieser Problematik gemacht. Wie weit diese durchführbar und erfolgreich sind, muss sich erst noch erweisen.

In der Versammlung wurden für 2017 folgende Förderprojekte beschlossen: Abschluss der Restaurierung der Tatinger Triumphkreuz-Gruppe sowie die Restaurierungen der Barockkanzel von 1703 in der Tönninger Kirche und der Skulptur „Christus als Schmerzensmann“ in der Kirche von Osterhever.

Der Verein wird in diesem Sommer wieder die Kirchenbereisungen mit Propst i. R. Hans-Walter Wulf und die 2011 ins Leben gerufene Gottesdienstreihe mit pensionierten Kirchenmusikern und Pastoren in der Kirche von Westerhever anbieten.




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erstellt am 13.Apr.2017 | 09:00 Uhr

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