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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 01:03 Uhr

Mit Ökostrom sauber fahren : Tanken mit Kabel und Stecker

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine Ladesäule für Elektroautos ist am Amtshaus in Mildstedt in Betrieb genommen worden. In der Flusslandschaft werden elf solcher Stationen von der Eider-Treene-Sorge GmbH aufgebaut. Auch Touristen melden Bedarf an.

Es ist geschafft.: Am Verwaltungssitz des Amtes Nordsee-Treene in Mildstedt können ab sofort E-Autos mit Energie versorgt werden. Eine Ladestation steht am Parkplatz, und davor sind zwei Stellplätze für die Stromkunden reserviert. 24 Stunden, rund um die Uhr, können dort zwei E-Fahrzeuge aufgetankt werden. Die Kosten trägt das Amt Nordsee-Treene, doch in den Säulen selbst befindet sich auch eine Schaltzeituhr, so dass im Bedarfsfall der Ladezugang auch begrenzt werden kann. Eine der zehn von der Eider-Treene-Sorge GmbH installierten Säulen steht auch in Friedrichstadt, und dort ist es nur begrenzt möglich, sein Fahrzeug mit neuer, sauberer Energie zu versorgen. Die Stadtvertreter hatten nämlich Sorge, dass sich in der Nachbarschaft der „Zapfsäule“ am historischen Marktplatz Anlieger E-Fahrzeuge zulegen und auf Kosten der Stadt immer wieder mit Energie versorgt werden.

Dieses Problem sieht Claus Röhe, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes , bislang nicht. „Wir haben noch keinerlei Erfahrungen damit“, sagt er. Carsten Jasper ergänzt, dass die Energiekosten beispielsweise in Friedrichstadt mit bis zu 2000 Euro im Jahr viel zu hoch angesetzt worden seien. Im Regelfall dürfte eine Summe von bis zu 500 Euro jährlich realistisch sein.

Bei der Inbetriebnahme der Tankstelle am Amtsgebäude berichtete Röhe, dass das Aufstellen der Säule, anders als üblich, in Mildstedt relativ kompliziert gewesen sei. Die Elektriker stellten nämlich fest, dass der Hausanschluss des Verwaltungsgebäudes nicht über genügend Kapazitäten verfügt. Röhe beschrieb die Situation so: „Da dampfte schon die Panzersicherung im Hausanschluss.“ In der jüngsten Amtsausschuss-Sitzung wurde offiziell die Genehmigung erteilt. Der neue Stromanschluss dient nämlich auch zur Sicherstellung der Versorgung allgemein. Die Kosten betragen rund 7000 Euro und werden teilweise von den Stadtwerken Husum gesponsert, die nach Aussage von Stefan Klockner, dort zuständig für Privat- und Geschäftskunden, ausschließlich Ökostrom dorthin liefern.

Carsten Japser, Geschäftsführer der Eider-Treene-Sorge GmbH, die für das Leasing von insgesamt zehn E-Fahrzeugen für alle beteiligten Ämter gesorgt hat, unterstrich, dass es bereits Anfragen aus Dänemark gebe, wo denn in der Region E-Tankstellen zu finden seien. Der Tourismus sei ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Flusslandschaft werbe vor allem mit unberührter Natur um Urlaubsgäste. Das umweltverträgliche Image unterstreiche die Region und die GmbH mit der Anschaffung der zehn Elektroautos – und natürlich auch mit der Installation der E-Tankstellen. „Wir wollen mit unserer Region frühzeitig dabei sein, wenn der Umstieg auf Elektromobile in Schleswig-Holstein gemacht wird“, erklärt Jasper. Mit einer Förderung über die Aktiv-Regionen Eider-Treene-Sorge und Südliches Nordfriesland wurden zehn 22kW-Ladesäulen errichtet, vorwiegend in Zentralorten wie Hennstedt, Erfde, Fockbek, Kropp, Silberstedt, Mildstedt, Eggebek und Friedrichstadt. Viöl folgt noch. Da dort das Amtsgebäude erweitert wird, soll die „Stromzapfsäule“ erst aufgebaut werden, wenn die restlichen Arbeiten beendet sind. Jedes Auto ist mit typischen Motiven aus der Flusslandschaft beklebt und dient so auch bei allen Fahrten als Werbeträger.

Die elf Stromtankstellen laden ein leergefahrenes E-Auto im Regelfall in vier Stunden wieder auf. Es handelt sich dabei aber nicht um Schnell-Ladestationen. Gefördert wird das Projekt durch die EU. Ein großes Problem gibt es übrigens gegenwärtig noch: Die Stellplätze vor den E-Tankstellen sind häufig durch andere Fahrzeuge blockiert, denn anders als beispielsweise Behinderten-Parkplätze, gibt es vor Stromtankstellen noch keine Sonderrechte.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 11:00 Uhr

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