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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 07:15 Uhr

Sitzung in Hattstedt : Tag der Resolutionen im Amtsausschuss

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Amtsausschuss Nordsee-Treene spricht sich gegen die Pläne des Bundes aus, die Eider als Wasserstraße herunterzustufen. Er fordert auch, die Deichbaumaßnahme in Simonsberg seewärts und nicht binnendeichs umzusetzen.

Die Sitzung des Amtsausschusses Nordsee-Treene im Hattstedter Gasthof Christiansen könnte als der Abend der Resolutionen und der Aufklärung bezeichnet werden. Schließlich wurde die zehn Punkte umfassende Tagesordnung um zwei weitere ergänzt, geschlossen wollte das Gremium gegen die beabsichtigte Herunterstufung der Eider und des Gieselaukanals von einer Bundes- zu einer untergeordneten Wasserstraße, und gegen die beabsichtigte Deichbaumaßnahme vor Simonsberg protestieren.

Dabei ging es allerdings weniger um Widerstand gegen die Deichverstärkung, vielmehr um die Methode. Denn dort bei Simonsberg soll das Bollwerk binnendeichs erweitert werden. Der Grund, so Simonsbergs Bürgermeisterin Angela Feddersen, sei die Tatsache, dass für Baumaßnahmen binnendeichs nur Ausgleichsflächen 1 zu 1 geschaffen werden müssten. Sollte der Deich aber seewärts vorstoßen, dann wäre eine Ausgleichsfläche von 1 zu 4 zu schaffen, denn an der jetzigen Deichkrone beginnt ein FFH-Gebiet und 150 Meter vom Deichfuß entfernt der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Dies bedeute in der Praxis, dass acht Hektar Ackerfläche verschwinden. Nun entschied sich der Amtsausschuss dazu, eine Resolution zu verabschieden, und Landes- und Bundespolitiker einzuladen. Nach Ansicht des Gremiums müsste nämlich die Gesetzgebung geändert werden. Küstenschutz und Hochwasserschutz müssen von solchen Maßnahmen ausgenommen werden. In einem solchen Fall, so der Amtsausschuss einmütig, müsse der Natur- und Umweltschutz zurücktreten, zumal keine großen Schäden auftreten würden. Hinzu komme, dass in dem betreffenden Bereich vor Jahren der Hafenschlick aus Husum abgelagert worden sei. Nordstrands Bürgermeister Werner-Peter Paulsen unterstützte seine Amtskollegin und informierte darüber, dass bei den Deichbaumaßnahmen auf Nordstrand das größte Problem der Punkt Ausgleichsflächen gewesen sei.

Die zweite Resolution war schnell einmütig angenommen, denn es geht gegen die Pläne des Bundesverkehrsministeriums, die Eider und den Gieselaukanal herunterzustufen (wir berichteten). Dann würde der Unterhalt der die Nord- und Ostsee miteinander verbindenden Wasserstraße vom Land zu zahlen sein. Zudem kämen dann auch die Deichunterhaltungs-Maßnahmen entlang der Eider auf die jeweiligen Kommunen zu. Kosten, die nicht einfach zu stemmen seien.

Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt informierte das Gremium, dass seine Stadtvertretung ebenfalls eine solche Resolution gegen diese Pläne in ihrer nächsten Sitzung verabschieden wolle.

Auch die Vogelgrippe spielte in der Zusammenkunft in Hattstedt eine Rolle. Kreisjägermeister Thomas Carstensen appellierte eindringlich an die Runde, in den jeweiligen Dörfern auch die kleinen Geflügelhalter zu kontrollieren. Die Stallpflicht gelte für alle Tiere. Und auch wenn es sich nur um drei Hühner handele, auch diese könnten durch den Kot infizierter Vögel, beispielsweise durch darüberfliegende Gänse, infiziert werden. Und sollte so ein Fall auftreten, so Carstensen, dann müsse im Umkreis von zehn Kilometern ein Sperrbezirk eingerichtet werden. So könne die Unvernunft von einem Einzelnen großen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Schließlich dürfe in solch einem Sperrbezirk kein Handel mit Geflügel oder -produkten stattfinden.

Amtskämmerer Udo Ketels teilte dann mit, dass die Abwasseranlagen-Satzung des Amtes geändert werden müsse. Bislang hätten die Besitzer von häuslichen Kleinkläranlagen für die alle zwei Jahre stattfindende Reinigung 27 Euro bezahlt. Dies werde nun mit Beginn des kommenden Jahres auf 37 Euro erhöht. Die bisherige günstige Entsorgung ist darauf zurückzuführen, dass nach der Fusion der Ämter Treene, Hattstedt und Nordstrand zum Amt Nordsee-Treene in der Gebührenkasse ein Plus von 60  000 Euro stand.
Dies sei nun aber aufgebraucht.

Zu guter Letzt stimmte das Gremium geschlossen für die Annahme des Haushalts 2017, der bereits vom Finanz- und Hauptausschuss für gut befunden worden war (wir berichteten). Er sieht im Ergebnisplan einen Gesamtbetrag der Erträge von 7,225 Millionen Euro, Ausgaben von 6,868 Millionen Euro und einen Überschuss von 356  500 Euro vor. Im Finanzplan betragen die Einzahlungen 7,969 Millionen Euro, die Auszahlungen 6,694 Millionen Euro, die Einzahlungen aus der Investitionstätigkeit 1,4 Millionen Euro und die Auszahlungen daraus 1,797 Millionen Euro.

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erstellt am 20.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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