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Zwischen den Inseln : Täglich durch das Wattenmeer

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch nach fast drei Jahrzehnten ist Fährkapitän Jan Ronnebeck immer noch gern zwischen Nordstrand und Pellworm unterwegs. Früher schipperte auf Handelsschiffen über die Weltmeere.

Nicht nur während der Sommersaison, auch in der Winterzeit pendeln die Mitarbeiter der Neuen Pellwormer Dampfschiffahrts GmbH (NPDG) täglich mit der Fähre MS „Pellworm 1“ zwischen Nordstrand und Pellworm. Denn auch jetzt muss die Insel mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs versorgt werden, auch jetzt wollen die Bewohner zum Festland oder Besucher auf das Eiland. Jan Ronnebeck ist Pellwormer und einer von zwei Stammkapitänen der Fähre.

„Ich bin eigentlich gelernter Fischer“, sagt der 53-Jährige, der in Husum geboren wurde. „Nach einigen Jahren bin ich dann aber auf die Handelsschifffahrt umgestiegen und seit mittlerweile 28 Jahren Kapitän der MS Pellworm 1.“ Bis zu fünf Mal täglich schippert die Fähre in der Winterzeit über das Wasser. Im Sommer – wenn mehr Touristen die Insel besuchen – auch bis zu sieben Mal. „Pro Tour sind fünf Mitarbeiter auf der Fähre im Dienst. Ich fahre sieben Tage am Stück und habe dann sieben Tage frei.“ Insgesamt werden jährlich rund 1700 Fährfahrten unternommen und etwa 150  000 Personen befördert.

Früher habe er große Containerfrachter bedient, erzählt Ronnebeck, und so sein Patent freigefahren. Unter anderem war er schon im Mittelmeer, im Atlantik und im Persischen Golf unterwegs. „Das ist natürlich etwas ganz anderes als die tägliche Tour zwischen Pellworm und Nordstrand.“

Aber es bleibe für ihn trotzdem immer noch etwas Besonderes – obwohl er schon so lange dabei ist. „Es bringt einfach Spaß, weil ständig neue Situationen entstehen. Das Wetter und die Ladung sind immer unterschiedlich. Eine gewisse Routine eignet man sich natürlich über die Jahre hin an. Aber gerade die verschiedenen Wetterbedingungen machen es so spannend, und das ist für mich auch das Schöne am Job.“ Vor allem gefalle dem Insulaner, dass er „draußen“ auf dem Wasser unterwegs ist. „Die Naturgebundenheit und der Kontakt mit Menschen sind jeden Tag gegeben. Und das Wattenmeer ist natürlich auch immer eine Herausforderung, was das Ganze jedes Mal aufs Neue spannend macht.“

Natürlich erlebe man in der langen Zeit als Kapitän auch hin und wieder besondere Momente: „Vor langer Zeit hat sich die Fähre einmal nachts losgerissen und ist abgetrieben. Wir wurden mit dem Hubschrauber zum Schiff geflogen, mussten uns abseilen und es dann quasi wieder einfangen“, erinnert er sich. In den mittlerweile 28 Jahren auf Tour zwischen Pellworm und Nordstrand ist es ihm allerdings noch nie passiert, dass die MS „Pellworm 1“ einen Tag lang komplett still stand. „Selbst bei Sturm haben wir immer probiert, wenigstens eine Fahrt am Tag zu machen.“

Etwa 30  000 Autos, 5000 Lastwagen sowie 12  500 Nutztiere werden nach Angaben der NPDG jedes Jahr über das Wasser gefahren. „Insgesamt passen 400 Personen auf die Fähre und wir können je nach Größe etwa 36 Autos aufladen.“ Und so langsam geht es jetzt auch wieder los, und die MS „Pellworm 1“ wird bald wieder so gut besucht sein, wie es im Sommer üblich ist.

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erstellt am 05.Mär.2017 | 15:00 Uhr

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