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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 18:20 Uhr

Krankenhäuser in Nordfriesland : Südtondern kämpft um Klinik Niebüll

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Kreis Nordfriesland soll sich von der Idee eines zentralen Neubaus verabschieden und den Krankenhaus-Standort Niebüll erhalten. Das fordert ein breites Bündnis aus Südtondern.

Ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Krankenhaus-Standortes Niebüll und die Abkehr von der Idee eines Klinik-Zentralneubaus für ganz Nordfriesland fordert ein breites Bündnis aus der Region Südtondern. Dazu haben sich das Amt Südtondern mit 30 Gemeinden, die Bürgerinitiative Klinik Niebüll, die mehr als 23.000 Unterstützungs-Unterschriften gesammelt hatte, und der Förderverein der Einrichtung zusammengeschlossen. In einem gemeinsamen offenen Brief an alle Abgeordneten des Kreistages und die Mitglieder des Aufsichtsrates des Klinikums Nordfriesland verlangen sie von den Entscheidungsträgern, unverzüglich klare Konzepte für den Erhalt der Zwei-Standorte-Lösung für den Festlandsbereich der Klinikums-gGmbH zu erarbeiten.

Unter dem Motto „Wir sind Südtondern – Wir für Südtondern!“ bekräftigen sie, dass die Menschen dort einen Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse haben. „Eine wohnortnahe, flächendeckende medizinische Versorgung mit einem funktionierenden und leistungsstarken Krankenhaus einschließlich Not- und Rettungsdienst in erreichbarer Entfernung ist für den nördlichen Teil des Kreisgebietes einschließlich der Inseln und Halligen unabdingbar“, heißt es in dem Papier.

Weitere Kernforderungen: die Beibehaltung des Krankenhauses als Einrichtung der Grund- und Regelversorgung einschließlich 24-Stunden-Notfallversorgung und Verhandlungen über eine finanzielle Hilfe zur Sicherstellung der stationären Versorgung mit dem derzeitigen klinischen Angebot einschließlich einer reaktivierten Geburtshilfe. „Wir fordern die Entscheidungsträger auf, unverzüglich klare Konzepte für den Erhalt der Zwei-Standorte-Lösung für den Festlandsbereich der Klinikum Nordfriesland gGmbH zu erarbeiten, um eine emotionale und wirtschaftliche Planungssicherheit für Mitarbeiter, Ärzte und Patienten zu gewährleisten!“, so das „Bündnis Pro Krankenhaus Niebüll“. 280 qualifizierte Mitarbeiter leisteten dort hervorragende Arbeit und garantierten die hochwertige medizinische Versorgung von 5700 stationären und mehr als 13.000 ambulanten Patienten im Jahr.

Weil das Klinikum Nordfriesland mit seinen derzeit vier Standorten Niebüll, Wyk, Husum und Tönning aus wirtschaftlichen Gründen in seinem Bestand gefährdet ist, hat der Kreistag beschlossen, den Klinik-Standort Tönning Ende Juni 2017 zu schließen. Überdies sucht der neue Klinikums-Geschäftsführer Christian von der Becke im Auftrag des Gremiums derzeit intensiv nach möglichen Lösungen. Dazu gehören Kooperationen mit Diako und Maltesern in Flensburg sowie dem Westküstenklinikum in Heide. Geprüft wird aber auch ein umstrittener zentraler Klinik-Neubau im Raum Bredstedt. Spätestens im Frühjahr soll dann konkret über Zukunftsoptionen beraten werden, darunter eben auch „die Aufgabe von einem oder beider verbleibender Festlands-Standorte“ in Husum und Niebüll.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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