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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 00:19 Uhr

Tempo-Rausch in Husum-Schwesing : Studenten in der Vollgas-Branche

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf dem Flugplatz Husum-Schwesing bot das Hochschul-Konstruktions-Team Hawks Racing seinen Sponsoren die Möglichkeit zur Probefahrt.

„Immer wieder toll zu sehen, dass so ein Fahrzeug auch wirklich fährt!“ Die Augen der zierlichen Marketing-Studentin leuchten, während sie das kleine Rennauto beobachtet, das gerade auf dem Vorfeld des Flugplatzes Husum-Schwesing seine Runden dreht. Als Symbol trägt es den Adlerkopf des Vereins Hawks Racing, ansässig an der Hamburger Hochschule für angewandte Wissenschaften. Ein Team von bis zu 50 Studenten hat in dieser Saison an dem Fahrzeug mitgewirkt, in dem am vergangenem Wochenende nun auch Sponsoren aus dem Bereich Dienstleistung, Material, Fertigung und Software die Möglichkeit zur Probefahrt bekamen. Bei bestem Wetter bot der Schwesinger Platz die ideale Kulisse für das Event. Und obwohl es nicht wirklich warm war, brachten die sensible Handschaltung sowie ein Überschuss Adrenalin die Probe-Fahrer des leichten, mit einem 600-Kubikzentimeter-Motor ausgerüsteten Fahrzeugs doch tüchtig ins Schwitzen.

Die Leiterin der Marketing-Abteilung Alina Schneider und ihr Kollege Philipp Suppinger, Konstruktions-Mitarbeiter im Bereich Aerodynamik und Monocoque, vermittelten den gerade nicht am Steuer sitzenden Sponsoren zudem im Gespräch die Leidenschaft für diesen Wettbewerb, der weltweit die Studenten der teilnehmenden Hochschulen verbindet. „Ohne Leidenschaft zum Thema und Spinnerei geht es nicht“, sagt Suppinger. Denn die Konstruktion des Fahrzeugs frisst viel Zeit – neben dem eigentlichen Studium.

1983 war in den USA ein Hochschul-Konstruktionswettbewerb ins Leben gerufen worden, bei dem Studenten aus unterschiedlichen Fächern jährlich einen Rennwagen mit Verbrennungs- oder Elektromotor entwickeln und selber bauen. Zehn Jahre später erreichte der Wettbewerb Deutschland und zieht seitdem auch hier innovative Studenten an. Nach vier Monaten Entwicklungszeit wird das jeweilige Fahrzeug im Mai jeden Jahres zum erstmals ins Freie gerollt – wenn es rechtzeitig fahrbereit geworden ist. Anschließend treten die mittlerweile 500 Hochschul-Teams auf weltweit stattfindenden Veranstaltungen bis November im direkten Wettkampf gegeneinander an. Dabei gibt es nicht nur für die Technik des Wagens, sondern auch für Design und Marketing Punkte.

Der dynamische Part der Bewertung erfolgt weltweit auf Rennstrecken – oder eben auch auf anderen dafür geeigneten Flächen wie Flugplätzen. So kommen die Studenten auch nach Übersee und knüpfen dort Kontakte. Das größte internationale Event aber ist in Hockenheim. Wer hier die meisten Punkte sammeln kann, hat gute Chancen auf einen vorderen Platz in der Weltrangliste.

„Konkurrenzdenken gibt es innerhalb dieser Gemeinschaft aber trotzdem nicht“ erläutert Suppinger. „Jeder hilft jedem, wenn es mal zu Ausfällen auf der Strecke kommt und Ersatzteile gebraucht werden.“

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