zur Navigation springen

200. Geburtstag von Theodor Storm : Stimmungsvoll ins Storm-Jahr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Um Erinnerungen, das politische Wirken, aber auch um das Werk des Dichters ging es bei der Eröffnung der Storm-Jubiläums-Saison.

Es war ein eindrucksvoller Einstieg ins Storm-Jahr: Am Freitagabend wurde Husums berühmter Dichter im voll besetzen Ratssaal gewürdigt und die Besucher auf eine Saison der kulturellen Auseinandersetzung eingestimmt. Die Rollen für diese Einstimmung auf Storm waren klar verteilt: Susanne Würmell sorgte mit ihrem beeindruckenden Spiel der Glasharfe für feierlich-besinnliche Atmosphäre. Schauspieler Henning Westphal trug ein Best-of des Dichters vor und brachte den Zuhörern den kleinen Häwelmann oder den Schimmelreiter durch seine lebhafte Lesart (wieder) nahe.

Bürgermeister sprach in seiner Begrüßung die Bedeutung Storms für seine Stadt an: „Er hat Husum weltweit bekannt gemacht“, sagte er. „Seine ‚graue Stadt‘ macht es dem Tourismus vielleicht manchmal etwas schwer“, schmunzelte Uwe Schmitz und fügte hinzu: „In diesem Jahr werden wir Husum als bunte, weltoffene Stadt präsentieren.“ Ein herzliches Dankeschön sprach der Bürgermeister der Theodor-Storm-Gesellschaft für ihr großes Engagement und die Organisation des Jubiläums-Jahres aus.

Anschließend überbrachte Finanzministerin Monika Heinold Grüße vom Ministerpräsidenten, Schirmherr des Storm-Jahres. „Husum ist mit dem Storm-Haus, dem Archiv und der Bibliothek ein anerkanntes Zentrum für Forschung und Vermittlung“, sagte sie. Außerdem erinnerte sie in ihrem Grußwort daran, dass der Husumer Dichter ein engagierter Bürger war, der sich einmischte und sich politisch engagierte. Zeit seines Lebens pflegte er viele internationale Kontakte. Als besondere Überraschung hatte die Ministerin eine fast hundertjährige Ausgabe von Storms Geschichten „Die Regentrude“ und „Der kleine Häwelmann“ im Gepäck, die sie dem Museum vermachte.

Dr. Philipp Theisohn, Professor an der Universität Zürich und Präsident der Theodor-Storm-Gesellschaft, hielt einen Festvortrag, in dem er besonders auf das Bewahren von Erinnerungen einging, das auch schon in Storms Werken eine große Rolle spielte. Der Professor machte deutlich, dass Erinnern bei Storm kein bewusster Prozess sei, sondern die Figuren in den Werken von ihren Erinnerungen überkommen werden. Außerdem, so Theisohn, wusste schon Storm, dass Geschichtsbilder trügerisch sein können. In „Verstreute Kapitel“ hält der Dichter einige seiner persönlichen Erinnerungen fest. Sie sind jedoch nicht ausschließlich privat, sondern bilden Teile der Husumer Geschichte ab. Vergangenes wieder sichtbar machen, auch darum gehe es in diesem Jahr zur Ehre des 200. Geburtstags des Dichters: „Überall in der Stadt gibt es Einfallstore in die Vergangenheit, deren Spuren wir folgen können. In diesem Jahr sollten wir gemeinsam mit Storm auf Spurensuche gehen.“

Für den Abschluss der Veranstaltung lud Dr. Christian Demandt, Sekretär der Storm-Gesellschaft, ins Storm-Haus ein. Nach großen Umbauten ist pünktlich zum Auftakt des Storm-Jahres ein neues Schimmelreiter-Zimmer fertig geworden. Bei einem Glas Wein und einem kleinen Snack erkundeten die Gäste den neu gestalteten Raum und ließen den Abend gemütlich ausklingen.



zur Startseite

von
erstellt am 20.Mär.2017 | 14:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen