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Husumer Nachrichten

02. Dezember 2016 | 19:12 Uhr

Wohnungen und Nahversorgung : St. Peter-Ording will weiter wachsen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Bauausschuss von St. Peter-Ording brachte das Wohnprojekt am Neuweg und das Nahversorgungszentrum in Ording in die nächste Planungsrunde.

Nicht nur für Touristen will St. Peter-Ording attraktiv bleiben, daher wurden in den vergangenen Jahren 50 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert. Auch die Erstwohnungsbesitzer sind immer mehr in den Fokus gerückt, nachdem deren Zahl rückläufig war. Zum einen passt die Gemeinde derzeit eine Vielzahl an Bebauungsplänen an, unter anderem um die Menge der Zweitwohnungen zu beschränken. Laut Ganzjahreskurkarten haben nämlich 4340 Menschen einen Zweitwohnsitz im Badeort. Zum anderen hat die Gemeinde vor einigen Jahren an der Wittendüner Allee ein neues Wohngebiet ausgewiesen, was den entsprechenden Erfolg gebracht hat, wie Bürgermeister Rainer Balsmeier in der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung erläuterte. Laut Landes-Statistik wohnten in St. Peter-Ording zum 30. September 2015 genau 4003 Bürger mit Erstwohnsitz. Eine deutliche Steigerung im Vergleich zu 2013, damals waren es nur 3742. Außerdem verzeichnet die Kommune einen Zuwachs von ausländischen Mitbürgern mit Hauptwohnsitz. Waren es 2013 noch 285, wurden jetzt 514 gezählt. Mit 209 stellen Rumänen den Großteil (2013: 102) vor Polen mit 73 und Italienern mit 57. Dieser Zuwachs habe mit der Nachfrage nach Arbeitskräften in der Gastronomie zu tun, so Balsmeier.

Und es könnten noch mehr St. Peteraner werden. Auf dem Gelände der Gaststätte Anno am Neuweg sollen vier Mehrfamilienhäuser zu je drei Geschossen mit insgesamt 75 Wohneinheiten entstehen, davon 40 Prozent Sozialwohnungen. Vorgesehen sind überwiegend Zwei- bis Drei-Zimmer-Komplexe mit einer Größe zwischen 50 und 69 Quadratmetern. Die Firsthöhe wird 12,3 Meter betragen, die Wandhöhe neun Meter. Das Grundstück darf nicht geteilt werden.

Träger des Vorhabens ist das Wohnungsunternehmen Semmelhaack mit Stammsitz in Elmshorn. Es ist bundesweit im Bereich Wohnungen, Gewerbe- und Handelsimmobilien sowie im Bereich Service-Wohnen und Altenpflegeeinrichtungen tätig. In der jüngsten Bauausschuss-Sitzung, die gleich im Anschluss an die Zusammenkunft der Gemeindevertreter begann, wurde nun der Entwurfs- und Auslegungsbeschluss für die vorhabenbezogene Änderung des B-Plans Nr. 42 einstimmig gefasst. Damit kann der Plan ab Mitte Juni in der Amtsverwaltung in Garding von der Bevölkerung eingesehen werden. Zuvor hatte der Planer Peter Scharlibbe aus Aukrug dem Gremium noch einige Änderung vorgestellt. Es entspann sich eine Diskussion. Dabei ging es um die Parkplätze. Neben den rund 78 Stellplätzen für die Mieter sollen auf dem Gelände zwischen Eiderstedter Straße und Neuweg 35 öffentliche Parkplätze entstehen. Der stellvertretende Ausschuss-Vorsitzende Kurt Kahlke (SPD) sprach sich für eine größere Breite der Buchten aus, damit auch Geländewagen dort Platz finden. Die Mitglieder hatten auch Fragen zu Pflege und Unterhaltung der Gräben und welche Teilflächen an Parkplätzen und Zuwegungen der Gemeinde gehören. Das werde im Durchführungsvertrag geregelt, den derzeit der Jurist der Kommune erarbeite, erläuterte Sven Jacobsen von der Amtsverwaltung.

Aber auch die Einkaufsmöglichkeiten in St. Peter-Ording sollen erweitert werden. Am Ortseingang in Ording ist ein Nahversorgungszentrum mit Edeka-Markt und einer Aldi-Filiale geplant (wir berichteten). Dieses Projekt war im Bauausschuss umstritten. Die CDU- und FDP-Vertreter hatten kritisierte, dass der Discounter, der bislang im Gewerbegebiet Nordergeest angesiedelt ist, dort Kaufkraft abziehen werde. Aldi will aber auf jeden Fall diesen Standort aufgeben. Die Gemeindevertretung entschied sich dann mit knapper Mehrheit für das Projekt in Ording. Bei der Weichenstellung für die Änderung des Flächennutzungsplans herrschte nun Einmütigkeit. „Es ist unsere Aufgabe, eine zukunftsweisende Planung auf den Weg zu bringen“, bekräftigte der Vorsitzende Bodo Laubenstein (CDU).

Nach der Änderung des F-Plans, die vom Innenministerium genehmigt werden muss, folgt dann die Aufstellung des Bebauungsplans, in dem Details festgelegt werden. Ein Informationsabend für die Bürger ist vorgesehen.

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erstellt am 25.Mai.2016 | 11:00 Uhr

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