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Husumer Nachrichten

26. März 2017 | 07:29 Uhr

Lösung für Wittendüner Allee : St. Peter-Ording bekommt Ersatzallee

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bäume in der Wittendüner Allee werden zwar demnächst gefällt, der Landesbetrieb Straßenbau will sie dort aber fast vollständig ersetzen.

Es wird so kommen, wie vom Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) angekündigt: Die markanten Bäume in der Wittendüner Allee in St. Peter-Ording werden demnächst gefällt. Das ist die schlechte Nachricht. Und jetzt die gute: Es wird eine neue Wittendüner Allee geben. Gestern einigten sich Gemeinde, Kreis Nordfriesland und LBV bei einem kurzfristig anberaumten Ortstermin darauf, dass für die 180 zu fällenden Eschen 150 Ulmen bis zum nächsten Frühjahr nachgepflanzt werden. Ursprünglich hatte der LBV vorgehabt, als Ersatz auch an der Eiderdammstraße und zwischen Welt und Garding Bäume zu pflanzen. Das ist vom Tisch. Die Gemeinde hatte gegen die Fällaktion energisch protestiert. Daraufhin war der Ortstermin vom Kreis vorgeschlagen worden.

Der LBV hatte die Eschen aus Gründen der Verkehrssicherheit eigentlich schon in dieser Woche absägen wollen (wir berichteten). Sie sind von einer Pilzkrankheit, dem Eschentriebsterben, befallen, das den Baum auf lange Sicht schwächt. „Der Pilz dringt von außen über die Triebe in den Baum ein. Dieser schottet sich ab, so dass die Triebspitzen absterben“, erklärte Matthias Werner, Baumexperte beim LBV. Der Pilz dringe aber weiter in den Baum ein. Selbst ein harter Rückschnitt bringe nichts, so dass ein Erhalt der Allee in der jetzigen Form auszuschließen sei. „Der Baum selbst – er muss mit ‚seiner Kraft‘ irgendwohin – wehrt sich gegen diesen Pilzbefall, indem er in seiner Not am Stamm austreibt. Das ist an den Bäumen deutlich erkennbar“, so Werner.

Bürgervorsteher Boy Jöns, der die Sitzung im Rathaus für den wegen eines anderen Termins verhinderten Bürgermeister Rainer Balsmeier leitete, ist ein wenig zwiegespalten angesichts des Ergebnisses. Die Gemeinde hatte den Sommer eigentlich noch abwarten und die Bäume überwachen lassen wollen. „Doch wir gehen den Weg mit, wenn auch schweren Herzens, denn wir bekommen eine neue Allee.“ Allerdings wird es einige Jahre dauern, bis die Allee in jetziger Höhe dastehen wird. Die Ersatzbäume, eine pilzresistente Ulmensorte, werden bei ihrer Pflanzung eine Höhe von etwa zwei Metern haben.

Die geplante Fällung hatte in der Gemeinde für Empörung gesorgt. „Ich bin von vielen Bürgern angesprochen worden. Manche wollten sich sogar an die Bäume ketten“, berichtet Jöns. Die Gemeinde selbst war vom LBV vorab nicht informiert worden. Erst ein Schreiben des Kreises über seine Genehmigung der Aktion hatte Bürgermeister Balsmeier auf diesen massiven Eingriff in das Ortsbild aufmerksam gemacht. „Das man so nicht miteinander umgeht, haben wir noch einmal deutlich gemacht“, sagte Jöns. Seitens der Gemeinde hatten gestern ferner der stellvertretende Bürgermeister Richard-Flohrs Richardsen sowie der Umweltausschuss-Vorsitzende Jochen Rother und sein Stellvertreter Reinhard Lucassen teilgenommen.

Wann die Bäume nun gefällt werden, wird in der kommenden Woche bekannt gegeben. Die Wittendüner Allee wird dann vollgesperrt.


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erstellt am 05.Mär.2017 | 11:30 Uhr

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