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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 19:32 Uhr

Friedrichstadt : Sperrung der Eiderbrücke – 30 Kilometer Umweg

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Klappen der vor zehn Jahren sanierten Eiderbrücke bei Friedrichstadt müssen nachjustiert werden. Die Sperrung beginnt am 14. Oktober. Für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer bedeutet dies einen langen Umweg.

Friedrichstadt | Gerade haben die Friedrichstädter und die St. Annener gemeinsam ein großes Fest gefeiert. Einen Tag lang wurde das 100-jährige Bestehen der Eiderbrücke begangen. Dazu hatte die Straßenverkehrsbehörde sogar die Genehmigung erteilt, einen Tag lang das Bauwerk für den Verkehr zu sperren. Nun allerdings erwartet die Friedrichstädter und ihre Nachbarn aus Dithmarschen eine längere Sperrung der wichtigen Eiderquerung im Zuge der L  156. Am Freitag (14.) wird die stählerne Rundbogenbrücke für mindestens 14 Tage gesperrt.

Der Friedrichstädter Bürgermeister Eggert Vogt sagt dazu: „Wat mutt, dat mutt“, und fügt hinzu „wir können da sowieso nichts machen. Aber das Gute ist ja, dass die Brücke danach wohl wieder zweispurig befahrbar sein wird. Das mit der Ampel und der einspurigen Lösung war nicht doll.“ Verständnis für den Ärger der Pendler, die teilweise bis zu 30 Kilometer Umweg in Kauf nehmen müssen, hat das Stadtoberhaupt, sagt aber auch: „14 Tage, das geht ja noch.“ Zudem rechnet er damit, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr aus Itzehoe gleich eine längere Sperrzeit angekündigt habe, um bei eventuellen Problemen nicht immer nachmelden zu müssen.

Die museumsreife und als Fotomotiv sehr beliebte Brücke kann seit Anfang des Jahres nur noch einspurig befahren werden. Dabei wurden vor nicht einmal zehn Jahren beide Klappen mit einem Schwimmkran herausgehoben und in der Rendsburger Nobis-Werft teilweise erneuert. Zudem wurden auch die Hydraulikstempel saniert. Claus Reese, Ingenieur beim Landesbetrieb in Itzehoe sagte dazu: „Wir wollen die Brücke so lange wie möglich bewahren. Durch die Ampellösung kommt es nicht zu einer doppelten Gewichtsbelastung.“ Dabei spielt die Tragfähigkeit des Bauwerks eigentlich keine Rolle, es kann locker zwei voll beladene Lkw verkraften. Allerdings habe man beobachtet, dass Lkw im Begegnungsverkehr nur ganz knapp auf der schmalen Fahrbahn der Brücke aneinander vorbeifahren können. Im Regelfall, so Reese, würden daher die Fahrer ihren Lastzug an der vermeintlich breitesten Stelle anhalten, um den Gegenverkehr passieren lassen zu können. Und optisch sei die breiteste Stelle in der Mitte des Bauerks. „Dort ist die Fahrbahn nicht breiter, nur durch die fehlenden Seitenträger wirkt diese Stelle so breit“, betont Reese. Und wenn dort dann auf den Klappen ein 40-Tonner stehe, und von vorn ein weiterer vorbeirolle, würden die Elemente jedesmal erheblich belastet.

Der Ingenieur erläutert, dass beide Klappen quasi durch Stahlzapfen ineinander greifen. Und genau diese Verbindungsstelle werde extrem belastet. Messungen hätten nämlich ergeben, dass beispielsweise vollbeladene Erntefahrzeuge bis zu 55 Tonnen Gewicht auf die Straße bringen. Daher dient im Grunde genommen die Ampel nur der besseren Gewichtsverteilung, weil immer nur ein Fahrzeug aus einer Richtung kommen kann. Und nun soll das Spiel dieser Stahlzapfen verringert werden. Die Instandsetzungsarbeiten wurden laut Landesbetrieb bewusst in die Herbstferien gelegt, um den Schulbusverkehr nicht zu beeinträchtigen.Die Baukosten belaufen sich auf rund 130.000 Euro.

Für die Arbeiten an der Verriegelungseinheit an den beweglichen Brückenklappen muss die südliche geöffnet werden, damit an der nördlichenein Arbeitsgerüst an deren Spitze montiert werden kann. Anschließend können die vier Riegel demontiert werden, ins Werk gebracht und dort überarbeitet werden. Danach steht die Montage an.

Besonders ärgerlich für die Friedrichstädter und Dithmarscher, die die Brücke auch täglich für den Weg zur Arbeit nutzen: Während der Totalsanierung vor zehn Jahren war die Eider an dieser Stelle teilweise über eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer passierbar. Doch das wird es diesmal nach Auskunft des Landesbetriebes nicht geben. Für die geschätzt vierzehntägigen Arbeiten wird es auch keinem Schiff möglich sein, an dieser Stelle auf dem Fluss zu fahren. Die Schifffahrt in diesem Abschnitt muss für zwei Wochen ruhen.

 

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erstellt am 07.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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