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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 08:03 Uhr

Marschbahn : Sorge um Jobs im Husumer Bahnbetriebswerk

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wenn die Deutsche Bahn im Winter die Marschbahn-Strecke von der NOB übernimmt, will sie das Husumer Wartungs-Center nicht nutzen. Was wird aus den Arbeitsplätzen?

Die Region bangt um die 40 Arbeitsplätze im Bahnbetriebswerk der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) in Husum-Rödemis. Der Wartungs-Stützpunkt, in dem die Züge für die Strecke zwischen Hamburg und Westerland in Schuss gehalten werden, gehört einer Tochterfirma der Transdev, die die NOB betreibt. Doch die NOB, die die sogenannte Marschbahn-Strecke seit 2005 bedient, hat sie bei der jüngsten Ausschreibung an die Deutsche Bahn verloren (wir berichteten). Die DB Regio wird den Verkehr im Dezember dieses Jahres aufnehmen.

Das Husumer Bahnbetriebswerk wird von der Deutschen Bahn allerdings nicht weiter betrieben werden. Nach etlichen Verhandlungsrunden über einen möglichen Wartungsvertrag habe sich die DB dazu entschlossen, die eigenen Betriebswerke in Hamburg-Langenfelde und Neumünster für die Wartung der Marschbahn-Züge zu nutzen, sagte DB-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis auf Anfrage unserer Zeitung. Er betont, die DB habe ursprünglich das Ziel gehabt, die Wartung in Husum zu lassen: „Leider lagen wir betriebswirtschaftlich weit auseinander, so dass es zu keiner Einigung gekommen ist.“

Diese Entscheidung kommt bei Kreis und Stadt nicht gut an: „Der nordfriesische Kreistag hat sich bereits 2013 für den Erhalt des Bahnbetriebswerkes in Husum eingesetzt. Dort sorgen 40 hoch qualifizierte Fachkräfte für die Sicherheit von Loks und Wagenmaterial“, erklärt der stellvertretende Landrat für Nordfriesland, Jörg Friedrich von Sobbe und fügt hinzu: „Die DB Regio würde unserer Region einen herben Verlust zumuten, wenn sie dieses Werk nicht nutzt.“ Kommenden Montag werde sich auch der Hauptausschuss des Kreises mit dem Thema befassen. Husums Bürgermeister Uwe Schmitz sorgt sich ebenfalls um die Beschäftigten: „Es ist schlecht, wenn ein Konflikt zwischen der NOB und der DB auf deren Rücken ausgetragen wird.“

Neben den Zügen der Nord-Ostsee-Bahn werden im Bahnbetriebswerk Husum derzeit auch die Wagen der Railroad Development Corporation (RDC) versorgt. RDC hat im Laufe des vergangenen Jahres in regelmäßigen Abständen angekündigt, einen eigenen Autozugverkehr zwischen Niebüll und Westerland anbieten zu wollen und kooperiert in einigen Bereichen mit der NOB. Wann das Unternehmen den Betrieb allerdings wirklich aufnimmt, ist unklar.

Was Transdev künftig mit dem Rödemisser Betriebswerk plant und wie die Zukunft der dort Beschäftigten weitergehen wird, dazu äußerte sich ein Pressesprecher des Unternehmens gestern nicht.

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erstellt am 27.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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