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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 15:28 Uhr

Saisonbilanz in St. Peter-Ording : September sorgt für Sonne in der Kasse

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording zieht eine positive Saisonbilanz – der schöne Spätsommer bescherte unerwartete Zusatzeinnahmen.

„Der Blick gen Himmel hinterließ Ende August schon ein paar Sorgenfalten. Aber im September waren sie wieder weg.“ St. Peter-Ordings Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier blickt auf die Saison zurück, die wettertechnisch sehr durchwachsen war, und ist dennoch zufrieden. Nach eher kühlen Temperaturen im Juli und August bescherte erst der September wochenlang schönstes Badewetter. „So einen September habe ich in meinen 20 Jahren in St. Peter-Ording noch nicht erlebt“, sagt Balsmeier. Und das Wetter hat geholfen, dass auch bei den Einnahmen der Tourismus-Zentrale (TZ) Sonnenschein herrscht. „Denn die Erträge vom Strand machen nun mal unseren Erfolg aus.“ So liegt das Ergebnis für Strandparken, Tageskurabgabe und Strandkorbvermietung für den Zeitraum von Januar bis Ende Oktober über dem von 2015. „Und das war schon ein exorbitant gutes Jahr“, wie Balsmeier betont.

Wie witterungsabhängig die Erträge sind, zeigen die Zahlen für die Strandüberfahrten Ording und Böhl: Wurden im August 2015 43.700 Autos gezählt, waren es in diesem Jahr nur 33.000. Der September sorgte dann für Ausgleich: 2015 parkten 6500 Autos am Strand, 2016 dann 17.900. Insgesamt erhöhten sich die Einnahmen aus dem Strandparken für die ersten zehn Monate im Vergleich zum Vorjahr von 635.000 Euro auf 696.000 Euro. Auch die Zahl der Tagesgäste ist gestiegen: von 472.000 auf 517.000. Bei der Strandkorbvermietung flossen statt 366.000 wie im Vorjahr 427.000 Euro in die Kasse der TZ. Die Ergebnisse lägen damit deutlich über den Planzahlen, die immer für Normalwetter beschlossen werden, so Balsmeier.

Zufrieden ist er auch mit den Einnahmen des Wellnesszentrums, die das Niveau von 2015 gehalten haben, und der Dünen-Therme, die mit 1,735 Millionen Euro über dem Plan von 1,6 Millionen Euro und über dem Ergebnis von 2015 liegt. Stetig nach unten gehen dagegen die Erlöse aus den Kurmittelleistungen.

Dass St. Peter-Ording nach wie vor ein beliebtes Reiseziel ist, beweisen auch die Daten des Statistischen Landesamtes für Betriebe mit zehn und mehr Betten: Es wurden wieder einmal mehr Ankünfte und Übernachtungen als im Vorjahr gezählt. Allerdings: „In der Hauptsaison werden wir eine Steigerung nur noch erzielen können, wenn die Betten-Kapazität ausgeweitet wird“, so Balsmeier. Ein Plus bei den Übernachtungen könne man derzeit nur in der Vor- und Nachsaison holen.

Seinen Beitrag zur Verbesserung des Ergebnisses hat das Tourismus-Servicecenter mit seinen 16 Mitarbeitern beigetragen, wie die stellvertretende Tourismus-Direktorin Constanze Höfinghoff erläutert. Dank einem neuen Internet-Auftritt und einem neuen Online-Buchungssystem, Schulungen der Mitarbeiter, Pflege der Vermieter-Daten und nicht zuletzt durch die direkte Vermittlung am Tresen wurde ein deutlich höheres Brutto-Ergebnis erzielt. Wurden 2015 über die Zimmervermittlung der TZ noch 2,6 Millionen Euro an Umsatz in den Quartieren erzielt, waren es in diesem Jahr 3,6 Millionen Euro. Die Zahl der Buchungen stieg von 6126 auf 8000, die Einnahme aus Provision für die TZ um 70.000 Euro.

Auch die Vermieter honorieren die Bemühungen der TZ im Bereich Beratung: Die Zahl der buchbaren Objekte stieg von 1000 (2015) auf 1500 in diesem Jahr. Die Hälfte der Buchungen generiert die TZ direkt über ihren Online-Auftritt, 34 Prozent am Tresen und den Rest über die fünf Drittportale, wie Höfinghoff erklärt. „Es ist also wichtig, dass wir unsere Homepage modern halten. Aber auch die Schulung der Mitarbeiter und der Dialog mit den Vermietern haben sich bezahlt gemacht.“ Die Workshops zu den Themen Recht, Bewertungsportale und Quartiersgestaltung seien sehr gut angenommen worden.

Balsmeier ist zuversichtlich, dass die Tourismus-Zentrale am Ende des Jahres eine schwarze Null schreibt. Von einem Gewinn möchte er noch nicht reden. Immerhin hat die TZ seit 2010 jedes Jahr ein Plus eingefahren. „Das ist gut so, denn wir haben noch viel vor“, sagt Balsmeier. Und auch die Gemeinde freut es, wenn sie ihrem Betrieb keinen Unterschuss ausgleichen muss.

Das nächste Projekt der TZ ist der neue Pfahlbau für Badeaufsicht und Sanitäranlagen am Ordinger Strand für rund 1,2 Millionen Euro. Mit dem Bau soll im kommenden Jahr begonnen werden. Außerdem arbeiten TZ und Gemeinde derzeit am Strand- und am Tourismusentwicklungskonzept. Ein weiteres Thema sei der Einzelhandel, so Balsmeier. Da habe der Ort in den Gästebefragungen eher schlechte Bewertungen. Allerdings haben da TZ und Gemeinde kaum Einflussmöglichkeiten.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 15:00 Uhr

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