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Husumer Nachrichten

28. März 2017 | 04:27 Uhr

Wegweisend : Seit 100 Jahren mit blinkendem Hut

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Leuchtturm im St. Peteraner Ortsteil Böhl hat ein hohes Alter erreicht: 1914 wurde die ehemalige Bake zum Leuchtfeuer erweitert und ist seitdem Wegweiser für die Schifffahrt.

Der Weg gen Himmel endet nach 69 Stufen – zumindest für die Besucher des Böhler Leuchtturms. Neben den Pfahlbauten gehört das Bauwerk auf dem geteerten Seedeich im Ortsteil Böhl zu den Wahrzeichen St. Peter-Ordings. Seit 100 Jahren weist der markante Turm Kapitänen und Freizeitschippern auf der Nordsee und in der Eidermündung den Weg.

Für die Öffentlichkeit ist der Böhler Leuchtturm nicht zugänglich – und auch Sven Timmermann nimmt nicht die enge Treppe, um nach oben zu gelangen. Der Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtamtes (WSA) in Tönning lässt sich mit einem Teleskop-Kran in luftige Höhe hieven. Dort angekommen, verfugt er derzeit das Mauerwerk des Klinkerbaus. „Im Gegensatz zu vielen anderen Leuchttürmen hat hier niemals jemand drinnen gewohnt“, sagt Michael Jacobs. Der bautechnische Mitarbeiter des WSA hat eine neue Messingtafel dabei, die im unteren Bereich des Mauerwerks angebracht werden soll. Sie informiert über die Aufgabe, die Geschichte und technischen Daten des Leuchtfeuers.

Die sich ständig verändernde Außeneider sorgte von jeher bei den Seefahrern für schwierige und gefährliche Anfahrtsverhältnisse zum Hafen Tönning. Seit 1745 gab es daher zur besseren Orientierung hölzerne Peilbaken auf der Höhe von St. Peter-Böhl. Eine dieser Baken wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch ein massives Bauwerk ersetzt. Durch Umbauten erweiterte man das Seezeichen dann im September 1913 zum Leuchtfeuer. Dieses erhielt dann wenig später seinen „Hut“ – die Konstruktion des Laternenhauses besteht aus Gusseisen, die Verkleidung aus Stahlblech und das Dach aus Kupfer. Im Sommer 1914 nahm die Anlage dann den Betrieb auf.

Heutzutage wird der Leuchtturm als Quermarkenfeuer für die Einfahrt in die Fahrwasser „Mittelhever“ und „Eider“ bis zum Eidersperrwerk genutzt. Dafür strahlt das Leuchtfeuer je drei weiße und drei rote Lichtsektoren in einem festgelegtem Takt von 15 Sekunden ab.

Der gemauerte Turm besteht aus dunkelroten Hartbrandklinkern und hat eine Bauwerkshöhe von 18,40 Meter über Gelände. Die Feuerhöhe liegt 23,40 Meter über dem mittleren Tidehochwasser. Die Optik besteht aus einer geschliffenen Gürtellinse, als Lichtquelle wird eine Halogen-Stecksockel-Lampe mit 600 Watt eingesetzt. Das Licht erreicht eine Tragweite von 16,5 Seemeilen (rund 30 Kilometer) im weißen Sektor und 13,3 Seemeilen im roten Sektor.

Der Turm steht seit 1994 unter Denkmalschutz.

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erstellt am 28.Mai.2014 | 07:00 Uhr

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