zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 05:13 Uhr

Otto-Beckmann-Ausstellung in Tetenbüll : Sehzeichen im Haus Peters

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Maler und Grafiker Otto Beckmann wird ab Sonnabend (23. Juli) mit einer Ausstellung in Tetenbüll zu Gast sein.

Otto Beckmann, der in der norddeutschen Kunst schon lange seinen Platz als Maler, Grafiker und vor allem als Meister der Radierung behauptet, wird ab dem 23. Juli im Haus Peters mit der Ausstellung „Sehzeichen“ zu Gast sein. Er wird vor allem nordische Motive zeigen, die sozusagen „Seh- und Seezeichen“ zugleich sind. „Meerverrückt“ war er schon immer, denn immer wieder zog und zieht es ihn „zur Schatzsuche“ an Ost- und Nordseeküste, und auch an seinem jetzigen Wohnort Hamburg liefert ihm das Element Wasser am Hafen oder den Docks Geschichten und Momente – und dann „packt ihn die Lust, zu kritzeln und zu malen – Bilder zu machen“.

Otto Beckmann ist bekannt als leidenschaftlicher Radierer. Immer wieder lotet er die Möglichkeiten dieser Technik aus, verletzt die Oberflächen seiner Druckplatten auf vielfältige Weise – zart oder brutal, mechanisch oder im Säurebad. Er bearbeitet Zink- oder Kupferplatten sowohl mit spitzer Nadel, als auch mit Bohrer und Winkelschleifer. Im Ergebnis finden sich feinste Linien und Grautöne wie auch harte Kontraste durch tiefe Ätzungen oder schartige Risslagen.

In der Ausstellung ist ein Querschnitt seiner Radierungen aus den vergangenen fünfzehn Jahren zu sehen: Vor der Natur oder dem Objekt gezeichnete Kaltnadel-Radierungen aus der hiesigen Landschaft, Farbradierungen und Radierungen mit eingewalzten Papieren und übermalte Radierungen mit Originalcharakter sowie figurative Arbeiten, die vornehmlich mit dem Winkelschleifer in die Druckplatten gerissen worden sind. In seinen skizzenhaften Landschaftsporträts fängt er mit wenigen prägnanten Strichen die Charakteristika der norddeutschen Landschaft ein, einzelne identifizierbare Details wie eine Schleuse, ein Brückengeländer oder Häuser am Hafen ermöglichen sogar dem ortskundigen Betrachter eine exakte topographische Bestimmung. Die ausgewählten Motive erscheinen wie verdichtete Essenzen dieser Landschaft. Ihr zeitloser Charakter wird verstärkt durch den Standpunkt, den der Künstler beim Zeichnen einnahm: Aus erhöhter Position blickt er hinab und distanziert sich damit gleichsam wieder von der porträtierten Landschaft.

Wiederholungen gibt es in seiner Kunst nie. Zwar lassen seine Arbeiten eine „typisch Beckmannsche“ Handschrift erkennen, aber dennoch ist er kein Künstler, der konsequent bei einem Stil oder einem Motiv verweilt. Wie Beckmann selbst sagt, ist es „die Lust am Machen“, die ihn stets mit neuen Techniken und neuen Themen experimentieren lässt.

Otto Beckmann wurde 1945 in Knüppeldamm in Mecklenburg geboren. Nach dem Abitur studierte er Kunsterziehung an der Pädagogischen Hochschule in Flensburg. Nach dem Examen war er von 1971 bis 1985 in Friedrichstadt als Kunsterzieher tätig. Danach arbeitete er freischaffend in eigenen Werkstätten in Garding, Travemünde und Hamburg – unterbrochen von Studienreisen (1986, Italien) und Studienaufenthalten (1988/98, Künstlerhaus Lauenburg). Seit 1970 machte er mit Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Galerien und Museen im In- und Ausland auf sich aufmerksam. Seit 1975 ist er Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler, Landesverband Schleswig-Holstein. Und seit 1997 ist er außerdem Mitglied der Künstlervereinigung Grænselandsudstillingen, Aabenraa, Dänemark.

Seit 1992 arbeitet er gelegentlich bei Ausstellungsprojekten, Mappenwerken und Graphikkalendern mit Falko Behrendt und Hans-Ruprecht Leiß zusammen. Seine Werke sind heute in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten und in einer Reihe von Veröffentlichungen dokumentiert.

Die Ausstellung im Haus Peters, Dörpstraat 16, in Tetenbüll wird am Sonnabend (23. Juli) eröffnet und dauert bis zum 9. Oktober. Zur Eröffnungsfeier, die um 15 Uhr beginnt, redet Beckmanns Künstlerkollege Augustin M. Noffke.

Weitere Veranstaltungen im Ausstellungszeitraum sind am 6. und 7. August das bunte Sommerwochenende mit Kunsthandwerkermarkt sowie am 11. September der Tag des offenen Denkmals. Um 15 Uhr wird es ein Künstlergespräch mit Otto Beckmann geben. Das Haus ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, ab Oktober dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter Telefon 04862/681 oder auf der Homepage des Museums: www.hauspeters.info

zur Startseite

von
erstellt am 09.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen