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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 13:03 Uhr

Gewaltiger Einwohner-Zuwachs : Seeth profitiert von den Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zahlen des Statistischen Landesamtes sorgen für eine größere Gemeindevertretung im Jahr 2018. Der Grund: Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in der Stapelholmer Kaserne werden als Einwohner mitgezählt.

Mit der Statistik ist das so eine Sache. Viele Gemeinden und Städte im Land können davon ein bitteres Lied singen. Denn immer wieder klaffen die Zahlenkolonnen der eigenen Verwaltungen und die des Statistischen Landesamtes weit auseinander. Und im Regelfall ist nicht das Land der Verlierer der unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen. Beispielsweise werden die Schlüsselzuweisungen des Landes an die Kommunen (Zahlungen je Einwohner) ausschließlich nach den Landeszahlen vorgenommen.

Nun allerdings profitiert die kleine Gemeinde Seeth von den unterschiedlichen Statistiken. Denn mit ihren rund 600 Einwohnern steht der Kommune eine Gemeindevertretung mit neun Personen zu. Da aber nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes 31. Dezember des Vorjahres 1400 Menschen in der Gemeinde registriert waren, dürfen die Seether bei der nächsten Kommunalwahl nun 13 Bürger in die Vertretung wählen. Allerdings werden zu diesem Zeitpunkt auch wieder nur rund 600 Menschen in dem Dorf leben. Der Grund für die hohe Zahl ist die Stapelholmer Kaserne. Denn dort lebten zu dem Zeitpunkt der statistischen Erhebung für die Kommunalwahl noch gut 800 Flüchtlinge. Und die haben nun dafür gesorgt, dass die Gemeindevertretung von Seeth kräftig wachsen wird.

Claus Röhe, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Nordsee-Treene sagt dazu, dass tatsächlich der Stichtag 31. Dezember ausschlaggebend für die Anzahl der Sitze im Gemeinderat sei. Und zwar drei Jahre vor der Wahl. Und für Seeth gebe es keine Sonderregelung, auch wenn bekannt gewesen sei, dass tatsächlich im Dorf weniger als die Hälfte der offiziell gezählten Einwohner real lebt.

Bis zur Kommunalwahl allerdings kann sich die Zahl der Seether noch ein wenig erhöhen, denn immerhin sollen im neuen Baugebiet zehn Grundstücke für Einfamilienhäuser entstehen.

Wieweit Seeth nun auch noch von den Flüchtlingen in der ehemaligen Bundeswehr Kaserne profitieren wird, wenn die Schlüsselzuweisungen des Landes gezahlt werden, kann Röhe aber noch nicht sagen. Dafür wiederum sei immer die Zahl der gemeldeten Einwohner ein Jahr zuvor am 1. April ausschlaggebend. Und die Anzahl der Seether für dieses Jahr liegen noch nicht vor. „Ich rechne damit in einigen Monaten“, so Röhe

Seeth profitiert also von der „doppelten“ Buchführung, während Friedrichstadt dadurch benachteiligt worden ist. Während das Statistische Landesamt die Stadt mit 2491 Einwohnern führt, liegt die beim zuständigen Amt Nordsee-Treene ermittelte Zahl deutlich über 2500. Für Friedrichstadt selbst bedeutet dies, dass die Anzahl der Stadtvertreter, die kurz vor der jüngsten Kommunalwahl 2013 von 17 auf 13 reduziert werden musste, wieder auf 17 steigen könnte. Doch daraus wird nichts, denn auch wenn die Einwohnerzahl weiter steigt, für die Wahlen im Herbst 2018 gilt die offizielle Statistik des Landesamtes und da hat die Stadt weniger als 2500 Einwohner.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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