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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 05:27 Uhr

Neues Nahversorgungszentrum in St. Peter-Ording : Schwierige Verkehrssituation

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Anbindung des geplanten Nahversorgungszentrums an die B 202 in St. Peter-Ording wirft viele Fragen auf. Etliche Gemeindevertreter äußerten sich skeptisch zum Gutachten.

Das geplante Nahversorgungszentrum in Ording mit einem Edeka- und einem Aldi-Markt bewegte einmal mehr den Bauausschuss von St. Peter-Ording. In der jüngsten Sitzung drehte sich alles um das Verkehrsgutachten. Anwohner, die Fragen zu dem Projekt hatten, kamen allerdings nicht zum Zuge, da sie sich nicht in der Einwohnerfragestunde, sondern bei dem eigentlichen Tagesordnungspunkt gemeldet hatten. Der Ausschuss-Vorsitzende Bodo Laubenstein (CDU) hielt sich da streng an die Satzung und bat sie, sich in der nächsten Sitzung in der Einwohnerfragestunde zu melden.

Der Ingenieur Dr. Rainer Hamann von der Planungsgesellschaft Büro Stadt Verkehr in Hilden stellte das von der Gemeinde beauftragte Gutachten vor. Zu Beginn erinnerte Laubenstein noch einmal daran: „In der letzten Gemeindevertreter-Sitzung im Jahr 2015 wurde mit knapper Mehrheit beschlossen, die Ansiedlung von Edeka und Aldi an der vorgesehenen Stelle zuzulassen. Das Gutachten dazu ist sehr umfangreich. Es gibt heute keinen Beschluss zu diesem Thema – das Verkehrsgutachten geht nach dieser Vorstellung in die Fraktionen.“ Der Gutachter machte deutlich, dass mit dem Wegzug von Aldi aus dem Gewerbegebiet Bövergeest eine Entlastung des Verkehrsknotenpunktes Eiderstedter Straße-Nordergeest einsetzen werde. Grundlage seiner Ausführungen waren die Ergebnisse einer Verkehrszählung Anfang Mai. Vorgeschrieben sind dabei als Zähltage Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. „Da St. Peter-Ording ja nicht auf dem Mond liegt, interessiert uns auch, was eigentlich in den Spitzenzeiten los ist. Wir haben also zusätzlich auch am Sonnabend nach Himmelfahrt – das war der 7. Mai - gezählt.“ Als den für das Gutachten maßgeblichen Tag wurde aber Dienstag, 3. Mai, ausgewählt. Hamann prognostiziert eine Zunahme beim Verkehrsaufkommen von fünf Prozent.

Zu entsprechender Kritik aus dem Ausschuss bestätigte der Gutachter zur Verkehrssituation am geplanten Standort des Nahversorgungszentrum: „Ja, das Ausfahren für Linksabbieger aus dem Parkplatz in die Straße Dreilanden wird schwierig. Sie bekommen eine eigene Abbiegespur.“ Zu den Kosten für die Einfädelung vom Parkplatz in die B  202 (Dreilanden) sagte der Gutachter: „Die neue Einmündung wird 380.000 Euro kosten. Der Knotenpunktumbau weiter unten in Richtung Ortsmitte – also Waldweg/Strandweg – wird 370.000 Euro kosten – ohne Grunderwerbskosten. Das Ortsschild wäre nach außen zu verlegen, um die Geschwindigkeit herunterzuregeln.“ Ganz wichtig sei, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr zustimmt. „Meine Empfehlung ist, bereits jetzt den Landesbetrieb zu fragen, was dessen Fachleute sagen.“

Zur Kritik von Richard-Flohrs Richardsen (CDU) hinsichtlich des Linksabbiegens vom Parkplatz sagte Hamann: „Der vorliegend Plan ist ja noch längst nicht das Non-Plus-Ultra – sondern unser Antrag an den Landesbetrieb.“ Deutlicher Hinweis von Wolfgang Voutta (CDU): „Wenn der Linksabbieger nicht vom Parkplatz wegkommt, kommt der Rechtsabbieger auch nicht weg.“ Und zum Thema Fußgänger wandte er sich an den Gutachter: „Sie sagten, dass der Fußgängerverkehr im geplanten Bereich keine Rolle spielt. Wie die Leute da über die B  202 kommen sollen, ist mir schleierhaft Das wird so mit mir nicht durchgehen. Sollen die Fußgänger etwa auf der Mittelinsel stehenbleiben?“ Und Voutta kritisierte auch, dass ein Sonnabend für die Zählung einbezogen wurde, an dem kein Badewetter war. „Ich sage, wir werden verkehrlich untergehen an dieser Stelle.“ Nachfrage von Oliver Grunau (CDU): „Warum ist die Waldstraße nicht berücksichtigt worden?“ Antwort Dr. Hamann: „Das ist eine Einbahnstraße – da geht’s nur rein.“ Der Hinweis des Vorsitzenden „Wir werden da noch zwei- bis dreimal drüber reden“, beendete die Diskussion.

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