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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 14:50 Uhr

Training für die Retter : Schwierige Lage bravourös gemeistert

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gemeinsame Großübung der Rettungskräfte im Husumer Gewerbegebiet – und für die Freiwillige Feuerwehr gab es gleich noch einen echten Einsatz.

Eine brennende Zigarette wurde in der Lagerhalle der Firma Thoms Reinigungsmittel im Husumer Gewerbegebiet in einen Eimer geworfen und verpuffte. In wenigen Minuten war die Halle voller Chemikalien verraucht. Der Fahrer eines Gabelstaplers geriet in Panik und fuhr in einen Behälter mit Salzsäure. Durch die Belüftungsanlage zog der Rauch in die angrenzenden Büroräume und versperrte den Mitarbeitern den Fluchtweg. Insgesamt gab es nun rund 20 Verletzte. Das waren allerdings geschminkte Freiwillige, denn das Schreckens-Szenario war Grundlage einer Großübung.

Der Alarm wurde am Sonnabend, 15. Oktober, um 10.15 Uhr ausgelöst, und die Rettungskräfte waren innerhalb von wenigen Minuten vor Ort, jedoch ohne zu wissen, was sie erwartete. Insgesamt nahmen rund 130 Helfer von sieben Hilfsleistungs-Organisationen teil: die Freiwillige Feuerwehr Husum, der Löschzug Gefahrgut des Kreises Nordfriesland, der Löschzug Gefahrgut des Kreises Schleswig-Flensburg, der Ortsverband Husum des Technischen Hilfswerks, der Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland, das Deutsche Rote Kreuz und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft.

„Die einzelnen Organisationen verstehen ihr Handwerk – aber daran hatte ich auch keinen Zweifel“, lobte Husums Gemeindewehrführer Jürgen Jensen bei der Abschlussbesprechung. Die eingeschlossenen Verletzten wurden über eine Drehleiter gerettet, das Feuer wurde gelöscht und die mit Salzsäure in Berührung gekommenen Menschen dekontaminiert. Schließlich wurden alle Verletzten – natürlich nur simuliert – auf Krankenhäuser in Schleswig-Holstein verteilt.

„Bemerkenswert lief das Zusammenspiel und die Kommunikation der einzelnen Organisationen untereinander“, stellte Jensen fest. „Das hat schon nach sehr kurzer Zeit hervorragend funktioniert. Die schwierige Anfangsphase, in der jede Organisation die für sie wichtigen Informationen sammelt, war rasch vorbei, so dass sich eine gemeinsame Einsatzleitung bilden konnte, die die anspruchsvolle Lage meisterte.“

Abschließend dankte der stellvertretende Gemeindewehrführer Broder Hansen den freiwilligen Helfern, den Sponsoren und der Firma Thoms Reinigungsmittel für die Hilfe bei der Übung. Und dann schrillten bei den Mitgliedern der Husumer Freiwilligen Feuerwehr plötzlich wieder die Meldegeräte, aber dieses Mal nicht nur übungshalber: Im Thomas-Hotel hatte ein Gast sein T-Shirt über eine heiße Bettleuchte gelegt. Die Rauchentwicklung des angeschmorten T-Shirts aktivierte den Brandmelder, und der ist direkt mit der Leitstelle in Harrislee verbunden, wo Alarm ausgelöst wurde. Vor Ort konnte Einsatzleiter Frank Dostal aber nach Untersuchung des Zimmers zur Erleichterung der Hotelgäste Entwarnung geben. „Sie dürfen Hotel und Zimmer wieder betreten“, lautete nach einer halben Stunde die Botschaft. Und damit konnten auch die Feuerwehrleute nach stundenlanger Arbeit endlich nach Hause abrücken.




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