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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 13:25 Uhr

Alle hatten einen Namen : Schafe weg: Diebstahl im Morgengrauen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wieder haben im südlichen Nordfriesland Schafdiebe zugeschlagen. Ein Hobbyzüchter aus Wittbek verliert 15 Tiere im Wert von rund 4000 Euro. Jährlich ereignen sich bis zu acht solcher Taten rund um Husum.

Heldt Henningsen ist betrübt. Bislang noch unbekannte Diebe haben ihm 15 Schafe gestohlen. Das ist die Hälfte seiner kleinen Herde. „Darunter waren auch einige Milchschafe, die haben wir mit der Flasche aufgezogen. Für mich sind das nicht einfach nur irgendwelche Tiere, die haben alle einen Namen“, sagt Henningsen. Die Diebe kamen seiner Ansicht nach in den frühen Morgenstunden des vergangenen Sonnabends, denn auf dem gefrorenen Boden konnte er noch die Fahrzeugspuren sehen. „Die sind einfach voll durch den Zaun und haben die Schafe mitgenommen“, sagt der Wittbeker, der seine Tiere auf einer Weide in der Nähe der Nachbarortschaft Ostenfeld laufen lässt.

Anderenorts sei es für Schafdiebe sicherlich manchmal schwieriger, die Beute von der Weide zu holen, doch seine Tiere hätten keine Furcht vor Menschen. Er vermutet, dass sie einfach zum Fahrzeug gelaufen sind, um dann treu und brav auf den Hänger zu trotten. Zudem ist die Weide abgelegen, „die hat niemand bemerkt“.

Große Hoffnung setzte Heldt Henningsen auf die Markierung seiner Tiere. Neben den Ohrmarken, „die kann man schnell rausmachen“ und der aufgespritzten farbigen Rückennummer, tragen seine 15 Wolllieferanten noch jeweils ein „H“ auf den Schultern. „Das lässt sich nicht so leicht entfernen, das ist mit Rostschutzfarbe gemalt.“ Rechts wird nach der Schur im Frühjahr der Buchstabe aufgebracht, links folgt nach dem Besuch beim Bock im August. Und das macht Henningsen auch ärgerlich, denn schließlich haben seine 15 Tiere einen Wert von rund 4000 Euro. Da alle Tiere tragend waren, Schafe in der Regel Zwillinge werfen, dürfte der Verlust dann noch höher ausfallen. Für jedes Lamm gibt es im Regelfall 100 Euro. „Und meine Tiere waren nicht versichert.“

„Das waren garantiert Berufskollegen“, ist sich der Wittbeker sicher. Die Tiere seien bestimmt nicht zum Schlachten bestimmt, ist er überzeugt. „Ich hoffe ja, dass irgendjemanden die Markierung mit dem H auffällt – ich bin auch bereit einen Finderlohn zu zahlen, wenn ich meine Schafe wiederbekomme.“

Die Kriminalpolizei in Husum, die den Fall untersucht, teilt auf Anfrage mit, dass es jährlich in ihrem Zuständigkeitsbereich (südliches Nordfriesland) zwischen sechs und acht Schafdiebstähle gibt. Bislang, so heißt es von der Polizei, sei es noch nicht gelungen, einen Täter zu ermitteln, da die Tiere meist von entlegenen Weiden abtransportiert werden. Daher sei es auch nicht möglich, zu sagen, ob die Täter die Schafe für ihre eigenen Herden nutzen, oder aber ob sie zum Schlachter gebracht werden.

In der Vergangenheit habe es allerdings auch Fälle gegeben, wo Tiere schon direkt auf der Weide zerlegt worden seien. Doch das habe man seit Jahren nicht mehr erlebt.

Der Wittbeker Züchter Henningsen ist sich sicher, dass die Diebstähle, auch bei seinen Kollegen in Koldenbüttel, Rantrum und Ramstedt, immer von anderen Schafhaltern vollführt wurden. „Da gibt es bestimmt einige ganz skrupellose Gesellen“, ist er sich sicher. Die Polizei in Husum jedenfalls würde sich, genau wie Henningsen, über Informationen zu dem Schafdiebstahl freuen. Zu erreichen ist die Kriminalpolizei Husum unter Telefon 04841/8300. Wer dem Hobbyzüchter Beobachtungen mitteilen will, sollte ihn unter Telefon 04845/910 anrufen.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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