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Brache in Husum : Ringen um das Paulsen-Grundstück

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Was darf auf dem Gelände an der Poggenburgstraße passieren? Politik und Eigentümer sind sich uneins.

Im April ist es 13 Jahre her, dass das Autohaus Husum in der Poggenburgstraße 3-5 insolvent gegangen ist. Fast so lange firmiert dessen ehemaliges Grundstück im Ranking der Husumer Schandflecken auf einem der ersten Plätze. Immer wieder wurden Anläufe zur Bebauung des Areals unternommen – geklappt hat bisher nichts. Wenn es nach Grundstücksbesitzer Uwe Paulsen geht, soll sich das nun jedoch ändern. Doch dafür muss er sich mit der Stadtverwaltung und der Politik einigen.

Letztere hatte im Juni 2015 einen Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan für das Gelände beschlossen. Demnach ist für die rund 9500 Quadratmeter ein Mischgebiet mit dem Schwerpunkt Wohnen vorgesehen. Bei 20 Prozent der Wohnungen soll die Miete an die einer Sozialwohnung angelehnt sein.

Unter anderem über diesen Punkt scheinen sich Verwaltung, Politik und Paulsen nicht einigen zu können. Woran es genau hakt, dazu möchte sich derzeit aber keiner dezidiert äußern: „Wir sind im Gespräch mit Herrn Paulsen“, so das knappe Statement von Bürgermeister Uwe Schmitz.

Paulsen selbst sagt, er habe der Stadtverwaltung in der vergangenen Woche einen Brief zukommen lassen, in dem er seine Vorstellungen dargelegt hat: Seine Familie will fünf Blöcke mit jeweils zwölf Wohnungen bauen. Alle Wohnungen, betont Paulsen, sollen Eigentumswohnungen sein. Die Vorstellung der Politik, dass er dort Sozialwohnungen hochziehe, kann er nicht nachvollziehen: „Sozialer Wohnungsbau sollte von großen Immobiliengruppen betrieben werden, die darauf spezialisiert sind und sich mit der Finanzierung auskennen“, findet der 74-Jährige. „Das lohnt sich auch nur bei größeren Einheiten, bei kleinen wie auf unserem Grundstück ist es sehr, sehr aufwendig.“

Als Zugeständnis an die Politik biete er an, dass 15 Prozent der Wohnungen kleine Einheiten werden, also nur 50 Quadratmeter groß sind.

Paulsen betont: „Ich habe nie gesagt, dass wir Mietwohnungen bauen wollen.“ Er vermutet, dass diese Vorstellungen noch aus der Zeit herrühren, als die Schweizer BBA Projekt-Management  / Architektur GmbH Interesse daran bekundete, das Gelände zu kaufen und darauf bauen zu lassen – allerdings in deutlich größerem Stil, als Paulsen es heute selbst plant. Dieses Projekt war 2015 noch Thema, doch nun sind die Schweizer nicht mehr im Spiel. Wie so viele andere Investoren, die sich laut Paulsen für das Grundstück interessiert haben sollen: „Das hat ja mit der Verwaltung immer nicht geklappt.“

Ob sich das mit dem neuen Anlauf ändert, werden die kommenden Wochen zeigen. Dass es wünschenswert wäre, wenn dieser Husumer Schandfleck endlich verschwindet – das zumindest betonen Vertreter der Fraktionen im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Politik sei durchaus kompromissbereit, heißt es. Allerdings, und auch da sind sich alle einig, eine Lösung kann es nicht um jeden Preis geben.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 09:29 Uhr

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