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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 05:03 Uhr

St. Peter-Ording : Rettungsschwimmer beziehen Neubau

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Ausrückzeit ist durch das neue Domizil der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft deutlich verkürzt worden. Außerdem dient das Gebäude auch als Ausbildungsstelle. Mit 120.000 Euro beteiligte sich die Gemeinde.

Es ist vollbracht: Den Mitgliedern der DLRG-Ortsgruppe in St. Peter-Ording ist ihre Erleichterung und Freude über das wohl größte Projekt ihrer Geschichte anzumerken. In einer mehrstündigen Feierstunde konnten sie zusammen mit vielen Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie Vertretern aus Vereinen und Verbänden ihr neues Domizil im Bövergeest einweihen. Ermöglicht wurde dies durch einen Erbbauvertrag mit der Gemeinde.

Nach jahrelanger Vorbereitung, etlichen Diskussionen und Umplanungen konnte eine zweckdienliche Unterkunft errichtet werden. Mit dem Neubau hat sich für die Arbeit der Einsatzkräfte alles verändert, wie der Vorsitzende Johann Stauch in seiner Begrüßungsrede erläuterte. „Nach den oft langen und anstrengenden Einsätzen besteht für uns jetzt die Möglichkeit, sich in beheizten Räumen umzuziehen und bei Bedarf sogar warm zu duschen.“ Davon habe man vorher nur träumen können. Auch die teure und wertvolle Ausrüstung, wie beispielsweise die Neopren- und Überlebensanzüge für die Winterrettung und Funkgeräte, könnten jetzt trocken und hygienisch einsatzbereit gehalten werden.

Zudem ist für die DLRG-Jugend mit dem Neubau genügend Platz geschaffen worden. „Vielleicht gelingt es uns nach dem Vorbild der Jugendfeuerwehr ein „Jugend-Einsatz-Team“ aufzubauen“, so Stauch weiter. Dort hätten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich spielerisch mit der verantwortungsvollen Aufgabe der Wasserrettung vertraut zu machen.

Um Kosten im Rahmen zu halten packten die Mitglieder mit an. Kilometerlange Kabel wurden verlegt, hunderte Gipsplatten montiert und auf gut 1000 Quadratmetern unzählige Betonpflaster und Rasengittersteine verlegt. Aber auch die Ausrückzeit hat sich mit dem neuen zu Hause der DLRG deutlich verkürzt, wie Stauch weiter ausführte. Gleichzeitig dient das neue Zentrum als Rettungs- und Ausbildungsstätte. Dies war für Bürgermeister Rainer Balsmeier Anlass genug, ein neues Kürzel dafür einzurichten: „Deutschland ist bekannt für seine unzähligen Abkürzungen, und mit dem neuen Rettungsausbildungszentrum kommt in der langen Liste jetzt Raz hinzu.“

Mit der neuen Heimat sei nicht nur die Unterkunft der Einsatzkräfte deutlich verbessert worden. Auch die Einsatzfähigkeit sei optimiert worden und somit effektiver durchführbar. Mit 120.000 Euro Investitionszuschuss beteiligte sich die Gemeinde am Neubau. „Die DLRG ist angesichts der über einer halben Millionen Gäste im Jahr eine unabdingbare Notwendigkeit“, so Balsmeier weiter. Auch der Kreis beteiligte sich an den Kosten. „Wir konnten bei dieser umfassenden Antragstellung nicht Nein sagen“, erklärte Friedrich von Sobbe, stellvertretender Landrat. Die Haushaltslage des Kreises sei in den vergangenen Jahren eher von herben Einschnitten als von Zuschüssen geprägt gewesen. Doch bei diesem Projekt habe man eine große Ausnahme machen müssen. Die DLRG in St. Peter-Ording erbringe deutlich mehr Leistung als im Durchschnitt. Für den Kreis und vor allem für die betroffenen Einwohner und Urlaubsgäste sei es eine große Beruhigung, professionell ausgebildete Helfer in der Nähe zu wissen. „Wer so viel für die Gemeinschaft tut, dem sollte auch ein vernünftiges Gebäude zur Verfügung stehen, in dem Ausrüstung und Fahrzeuge gelagert und Fortbildungskurse angeboten werden können.“ Laut Helge Wittkowski vom DLRG-Landesverband sei St. Peter-Ording mit seinem Wasserrettungsdienst das schwierigste Einsatzrevier in Deutschland. „Vor eurer Arbeit muss man den Hut ziehen.“

Zu mehr als 100 Einsätze würden die Helfer im Jahr gerufen. Großes Lob kam auch von Jens-Friedrich Christiansen vom DLRG-Kreisverband. „Helfen ist für euch die wichtigste Priorität, dafür möchte ich euch meinen Dank aussprechen.“

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