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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

33. Pole-Poppenspäler-Tage : Qualität ist wichtiger als Masse

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Pole-Poppenspäler-Tage waren zwar nicht so gut besucht wie zuletzt, aber das ist für die Veranstalter kein Grund zur Sorge. Sie vertrauen auf Vielfalt und Qualität und sehen selbstbewusst der 34. Spielzeit entgegen.

„Er ist wieder da“– so hieß eines der Stücke des 33. Internationalen Figurentheater-Festivals. Und er komme auch wieder, wenn er denn eingeladen werde, versprach Neville Tranter eineinhalb Stunden vor Beginn der ersten Vorstellung seines Stücks „The King“ in der Aula der Hermann-Tast-Schule. Das Lächeln, das er dazu auflegte, sprach Bände. Immerhin zählt der Australier mit Wohnsitz in Amsterdam zur Crème de la Crème des Figurentheaters und dass nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Regisseur und Workshop-Leiter. Von Husum aus fuhr Tranter dann auch nach Lübeck weiter, wo er einen viertägigen Puppenspiel-Lehrgang leiten soll. Doch davor gab es noch zwei königliche Vorstellungen und die Information, dass er an einem neuen Solo-Stück arbeite. Das wird „Babylon“ heißen und sich – wie der Titel schon erahnen lässt – in Neville Tranters spezielle Form des Figurenspiels einreihen, also einmal mehr dessen Grenzen ausloten.

Apropos: An die Grenzen ging in diesem Jahr auch wieder das ehrenamtliche Veranstalter-Team. 14-Stunden-Schichten waren während des Festivals keine Seltenheit. Und einige Mitglieder des Arbeits- und Förderkreises standen mehr hinter der Bühnen als davor zu sitzen.

Mit dem Verlauf des Festivals war der Vorstand dennoch zufrieden. Viele der 55 Vorstellungen seien ausverkauft gewesen, sagte Ruth Zimmermann gestern beim Abschlussgespräch im Schloss vor Husum. Mit 85 Prozent verkaufter Karten war es zwar nicht ganz so gut besucht wie das Vorjahres-Festival, aber davon wollen sich die Poppenspäler nicht schrecken lassen. Sie setzen auch weiterhin auf Qualität. Und Stücke wie „Blind“ seien nun einmal Weltklasse, aber eben nicht jedermanns Sache, fasste Reinhard Jablonka die Lage zusammen.

Ein bisschen schleppend sei diesmal der Kartenvorverkauf angelaufen, räumte Birgit Empen ein. Das könne daran liegen, dass Schleswig-Holstein in diesem Jahr so spät mit den Sommerferien dran gewesen sei und viele das Programmheft daher erst auf den letzten Drücker in die Hand bekommen hätten. Für die Zukunft wünscht sich Astrid Fülbier, dass sich die Verantwortlichen des Schleswig-Holstein-Musikfestivals wieder ihrem Kernthema zuwenden und „nicht mehr an den Rändern wildern“. Hintergrund war ein SHMF-Konzert im Nordsee-Congress-Centrum, an dem das Salzburger Marionettentheater mitgewirkt und das vielen Besuchern Anlass zur Klage gegeben hatte, weil die Bühne für den großen Saal viel zu klein war (wir berichteten). „Das ist genau das, was wir durch unsere Raumplanung verhindern möchten“, sagte Fülbier.

Das Schlusswort hatte die Hüterin der Finanzen, Ruth Zimmermann. „Mit allen Kosten werden wir so bei 60  000 bis 70  000 Euro landen“, bilanzierte sie. Davon seien 11  000 Euro öffentliche Förderung. „Den Rest müssen wir anderweitig zusammenbringen.“ Aber das ist auch in diesem Jahr wieder gelungen.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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