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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 21:04 Uhr

Kontrolle in Husum : Präsente Polizisten und brave Bürger

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Groß angelegte Verkehrskontrolle auf den Straßen von Husum und Umgebung erbringt kaum gravierende Verstöße.

„Nebelscheinwerfer sind nicht erlaubt bei diesem Wetter, dafür ist die Sicht viel zu gut. Macht 20 Euro Verwarnungsgeld“, erläutert Oberkommissar Gerrit Zumach, während er das Leuchtschild auf dem Dach des Streifenwagens „Friesland 821“ einschaltet, dass das vorausfahrende Auto zum Halten bringen soll. Dessen Fahrerin zeigt sich einsichtig, Zumach und sein Kollege Polizeiobermeister Ulf Bahnsen sitzen nach wenigen Minuten wieder in ihrem Fahrzeug – einem von sieben, die mit zwölf Polizei- und zwei Zoll-Beamten seit der Mittagszeit auf den Straßen Husums und Umgebung im Rahmen einer groß angelegten Verkehrskontrolle unterwegs sind. Zumach leitet die Aktion, die neben Überwachungsfahrten und Fußstreifen auch zwei feste Kontrollpunkte umfasst, bei der Autofahrer aus dem laufenden Verkehr herausgewunken werden – eine auf der Flensburger Chaussee und eine auf der Ostenfelder Straße.

Bahnsen steuert den Wagen weiter ohne festes Schema durch die Stadt, über Hauptstraßen und Schleichstrecken. „Ist schon vorteilhaft, wenn man mit der Gegend vertraut ist, dann weiß man auch alle ,Schnapswege‘“, sagt Zumach. Kein Problem für den 32-Jährigen und seinen 31-jährigen Kollegen: Beide sind in Husum aufgewachsen und kennen das Gebiet wie ihre Westentasche. „Mit Aktionen wie der heutigen wollen wir Präsenz zeigen“, fährt er fort. Solche Großkontrollen finden monatlich statt, kleinere werden ständig durchgeführt.

Auch der nächste ertappte Sünder hat die Nebelleuchten eingeschaltet – und einen defekten Frontscheinwerfer. Er nimmt das Ticket leicht, scherzt mit den Beamten. Zumach hat ihn schon mal angehalten: Da war er nicht angeschnallt und telefonierte mit dem Handy. Dieses Mal also „nur“ das Licht. „Das ist doch schon eine Weiterentwicklung“, lobt der Oberkommissar und lacht. Ihm gefällt der Dienst in einer Stadt wie Husum – nicht zu klein, nicht zu groß. „Man kennt sich und geht entsprechend miteinander um“, sagt er. Komme jemand aber renitent daher, dann sei der Ofen schnell aus: „Da muss man dann schon deutlich zeigen, wo es lang geht.“

Das ist auch bei der nächsten „Kundin“ nicht nötig: Eine Frau mit einem Mercedes, dessen vorderes Kennzeichen hinter der Frontscheibe liegt statt wie vorgeschrieben montiert ist. Sie kann allerdings beweisen, dass der Wagen – „Erst gestern gekauft!“ – über keinen Kennzeichenhalter verfügt und sie deswegen gerade welche besorgt hat. Sogar die Quittung dafür legt sie vor. Das überzeugt die Beamten: kein Ticket.

„Friesland 821“ stoppt auf der Schiffbrücke, Zumach und Bahnsen steigen aus und stellen sich in der Krämerstraße auf. „Hier ist eine Fußgängerzone, da müssen Radfahrer absteigen und schieben – machen aber viele nicht“, so Zumach. Und tatsächlich braust nur kurze Zeit später ein Radler mit hohem Tempo aus Richtung Hafen kommend in die verbotene Zone. Beide Polizisten sind mit schnellen Schritten bei ihm und kontrollieren den Ausweis. 15 Euro kostet ihn die flotte Fahrt – ein guter Grund, nächstes Mal zu schieben. „Vieles wird leider nur über den Geldbeutel gelernt“, sind sich Zumach und Bahnsen einig.

Auch im Schlossgang ist die Kontrolle erfolgreich, hier zeigt sich zudem ein ertappter Radfahrer uneinsichtig und will sich beschweren. Zumach zuckt mit den Schultern. „Soll er doch.“ Dann fahren die beiden zur Flensburger Chaussee, wo Kommissar Per Arne Mohr vor dem ersten Kreisel auf Stadtgebiet mit drei weiteren Beamten und den beiden Zoll-Angehörigen die Autos aus Richtung Norden kontrolliert – mit geringen Resultaten: „Vergessene Papiere, Rettungsweste nicht dabei, alles Kleinkram. Keine Drogen“, sagt er und fügt hinzu: „Die kontrollierten Bürger sind alle unwahrscheinlich freundlich.“

Auch die Zollbetriebsinspektoren Friedhelm Jens und Bernd Hansen können nichts Aufregendes berichten, obwohl sie bei der Kontrolle durch Husums Lage im Grenzgebiet weitergehende Befugnisse haben als die Polizei. Zollhund Bamse schläft im Auto und kommt nicht zum Einsatz: „Unsere Klientel ist heute nicht dabei“, sagt Jens.

Am Ende des Tages sind 56 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. „Meist Gurt-, Handy- und Licht-Verstoße“, so Zumach. Alle Alkohol- und Drogenvortests seien ergebnislos verlaufen. „Höhepunkt war ein Fahrer, der bei Rot über die Kreuzung Asmussenstraße/Plan fuhr.“ Offenbar waren die Husumer gestern besonders brav.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 09:00 Uhr

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