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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 14:33 Uhr

Gestaltung des Dockkoogs : Politik versenkt die Husumer Hallig

vom

Husums CDU und SPD setzen ihre Vorstellungen durch: Im Umwelt- und Planungsausschuss wurde ihr Antrag zur Gestaltung des Dockkoogs positiv beschieden.

Keine Hallig vor Husum, keine Diskussionen mehr  – und vor allem keine Öffnung des Dockkoog-Deiches: So lässt sich das Ergebnis der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses  knapp zusammenfassen. Politiker aller Fraktionen diskutierten dort ausgiebigst über einen Antrag der CDU- und SPD-Fraktion. Demnach soll die Verwaltung nun drei Planungsbüros damit beauftragen, bis zum Sommer 2017 Varianten  für die Neugestaltung des Geländes  vorzulegen. Vorgaben: Der bisherige Dockkoog-Deich wird verstärkt, es gibt Platz für ein neues Hotel, ausreichend Parkflächen und den Campingplatz oder eine andere „touristische Nutzung“. Dieser Antrag wurde  mehrheitlich angenommen. Glücklich waren damit allerdings nicht alle. Die Positionen der einzelnen Akteure in der Debatte  haben wir zusammengefasst.

Die Grünen: „Aus meiner Sicht müssen wir erst einmal in eine Diskussion mit der Husumer Bevölkerung treten“, argumentierte Frank Hofeditz (Grüne). Schließlich sei die Neugestaltung des Dockkooges ein „Jahrhundertprojekt“, das von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen werden müsse. „Gerade ist die Tinte unter dem Bericht der Arbeitsgruppe trocken, da sollen  wir schon wieder den nächsten Schritt machen.“ In eine offene Diskussion könne man nur eintreten, wenn nicht einzelne Varianten für die Gestaltung schon ausgeschlossen würden. Hofeditz wies zudem darauf hin, dass der Landesbetrieb für Küstenschutz die Hallig-Lösung als sicher und fortschrittlich einschätzt.

Die WGH: Wolfgang Finger von der Wählergemeinschaft Husum bat SPD- und CDU-Vertreter eindringlich, den Beschluss über den Antrag  zu verschieben: „Wenn wir den Antrag noch liegen lassen, behindern wir keine Entwicklung“, sagte er und betonte, es gehe nicht darum, dass seine Fraktion die Hallig-Lösung favorisiere. Sondern darum, dass ein politischer Dialog über die Ergebnisse der Dockkoog-Arbeitsgruppe noch kaum stattgefunden habe, ergänzte Helmut Stemke.  Er erinnerte  daran, dass doch grundlegende Entscheidungen, wie die Verstärkung des Deiches oder der Bau eines 120-Zimmer-Hotels von der Politik schon getroffen worden seien und zweifelte damit den Nutzen des Antrags grundsätzlich an.

 Das Husumer Nordseehotel auf dem Dockkoog.
Das Husumer Nordseehotel am Dockkoog. Foto: Heyse
 

Der WWF: Der WWF hatte jüngst das Ergebnis der Experten-Arbeitsgruppe zur Neugestaltung des Dockkooges vorgestellt – dort kristallisierte sich die Idee,  Teile des Geländes zu fluten und eine Hallig  zu bauen, als Favorit heraus. In der Sitzung erinnerte Jannes Fröhlich daran, dass die Neugestaltung des Kooges ohnehin nicht vor 2020 über die Bühne gehen würde – die Politik habe also für ihre Entscheidung noch Zeit. Zudem warb er  für die Hallig-Idee: Die  biete für Husum am meisten: „Sicherheit vor Sturmfluten, tolle Landschaft, Natur und eine Warft für ein Hotel – und unsere Stadt wird auf positive Weise noch bekannter.“

SPD und CDU: Es soll endlich Schwung in die Sache kommen – und mögliche Hotel-Investoren müssen wissen, was sie auf dem Dockkoog-Gelände überhaupt dürfen. So lässt sich die Begründung von CDU und SPD für den gemeinsamen Antrag zusammenfassen. Martin Kindl (CDU) erinnerte daran, dass  verschiedene Gestaltungs-Varianten ja schon im Mai sehr emotional diskutiert worden seien.Das Argument, die Politik habe nicht genügend Zeit gehabt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ließ Horst Bauer (SPD) nicht gelten: „Ein Vorlauf von annähernd zwei Jahren reicht aus, um eine Entscheidung zu treffen.“ Dagegen sei es „fatal“, auf Zeit zu spielen und die Entscheidung, was für einen Deich Husum haben solle, im schlimmsten Falle anderen zu überlassen. Sollten andere Fraktionen die Hallig-Variante favorisieren, sollten sie das offen kommunizieren. Zudem erinnerte Bauer daran, dass die endgültige Entscheidung dem Stadtverordneten-Kollegium obliege, dass sich mit den Überlegungen auch noch einmal auseinandersetzen könne. Ulf von Hielmcrone (SPD) sprang Bauer bei und erklärte, man könne ja mal die Husumer fragen, ob sie für eine Öffnung des Deiches seien.

Die Wirtschaftsförderung NF: Matthias Hüppauff von der Wirtschaftsförderung Nordfriesland berichtete dem Ausschuss, dass es mehrere Investoren gibt, die Interesse  daran haben,  ein Hotel auf dem Dockkoog zu bauen. Er wies darauf hin, dass es sinnvoll sei, mit dem Dockkoog auch gleich die Dockkoog-Spitze und – wenn möglich – Schobüll zu überplanen. So würden Investoren leichter an Fördermittel vom Land kommen. Er bot an, dass die Wirtschaftsförderung eine öffentliche Veranstaltung organisieren könne, bei der  über den allgemeinen Ablauf so eines Prozesses informiert werde. Dieses Angebot nahm der Ausschuss an.

 

 

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