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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 09:22 Uhr

Geburt im Rettungswagen : Plötzlich hatte Julian es ganz eilig

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Als bei einer Mildstedterin ohne Wehen die Geburt einsetzt, wählt sie den Notruf. Noch im Rettungswagen erblickt ihr Sohn das Licht der Welt.

Vier lange Stunden ohne Einsatz liegen am Freitag (21. Oktober) hinter Rettungsassistent Jens Tücksen und Notärztin Barbara Wunderlich, die an diesem Tag das Notarzteinsatzfahrzeug in Husum besetzen. Als gegen 16.50 Uhr der Melder von Tücksen piept, folgt hingegen ein ganz besonderer Einsatz, der an diesem Tag allen beteiligten mehr als nur ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Es muss nicht immer darum gehen, Leben zu retten oder schwer kranke Patienten ins Krankenhaus zu bringen. Es gibt auch sie, die „anderen Einsätze“: Mit dem Stichwort „einsetzende Geburt, RTW vor Ort“ rückten Tücksen und Wunderlich aus. Bereits auf der Anfahrt folgten weitere Informationen über die Leitstelle: „Kind im RTW zur Welt gekommen, Mutter und Kind wohl auf“.

„Das ist selten“, freut sich Tücksen, „eine Geburt im Rettungswagen hatte ich während meiner Zeit im Rettungsdienst bisher noch nicht.“ Auch für Notärztin Barbara Wunderlich ist dieser Einsatz alles andere als alltäglich. „Ein wenig Bauchgrummeln hat man dann ja doch, Hausgeburten sind nicht unser täglich Brot.“

Als Tücksen und Wunderlich am Einsatzort in Mildstedt in den Rettungswagen steigen, herrscht dort bereits eine freudige und glückliche Stimmung. Claudia R. liegt auf der Trage, in ihren Armen der kleine Julian – noch keine zehn Minuten auf der Welt – und der Vater an ihrer Seite. „Stichtag wäre in drei Tagen gewesen“, berichtet die glückliche Mutter, „ich war im Bad, als alles auf einmal ganz schnell ging.“ Ohne Ankündigung setzte auf einmal die Geburt ein, sie haben es gerade noch in den Rettungswagen geschafft, der nach wenigen Minuten vor Ort war. Beherzt und doch mit der nötigen Ruhe assistierten die Rettungsassistenten bei der Geburt, trennten die Nabelschnur durch und schützten den Kleinen vor Unterkühlung. „Mutter und Kind sind wohlauf“, berichtet die Notärztin, „das ist schon ein toller Moment.“

Nach einer ersten Untersuchung durch die Notärztin geht es für den kleinen Julian mit seiner Mutter ins Krankenhaus nach Husum, wo Hebamme, Gynäkologe und Krankenschwestern übernehmen.

Mutter und Vater sind überglücklich und auch die Einsatzkräfte bekamen an diesem Tag das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. „So könnte jede Schicht enden“, fasste Tücksen seine Gefühle in Worte, bevor er sich in den Feierabend verabschiedete.

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