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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 05:43 Uhr

Groß-Einsatz in Tönning : Pfeffer-Attacke an Tönninger Schule

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

16-Jähriger probiert Spray vor der Gemeinschaftsschule aus und verletzt damit 15 Schüler leicht. Ein Großaufgebot an Rettungskräften kümmert sich um die Jungen und Mädchen.

Von Blaulicht und Martinshorn wurden die Schüler und Lehrer der Tönninger Gemeinschaftsschule am Dienstagvormittag (1. November) jäh aus ihrem Alltag gerissen. Ein Großaufgebot an Rettungswagen, Feuerwehr und Polizei war in die Badallee gerufen worden. Zum Ende der großen Pause, gegen 9.15 Uhr, hatten zwei Jungen über eine Reizung der Atemwege geklagt. Sie seien auf dem Schulhof in einen seltsamen Dunst eingehüllt worden, berichteten sie einem Lehrer. Kurze Zeit später meldeten sich weitere sechs Schüler und dann noch einmal neun. Die Schule alarmierte die Rettungsleitstelle. Neben zwei Notärzten, zehn Rettungswagen und dem Rettungshubschrauber wurde auch die Feuerwehr Tönning mit 25 Einsatzkräften sowie der Löschzug Gefahrgut in Marsch gesetzt. Außerdem waren die DRK-Bereitschaften Tönning/Witzwort sowie Garding zur Unterstützung vor Ort.

Laut Ermittlungen der Polizei hatte ein 16-Jähriger bei der Bushaltestelle neben dem Schulgelände Reizgas versprüht. Der Junge hatte einer Mitschülerin das Spray weggenommen und direkt getestet. Es wirkte. Etliche Schüler, vor allem aber der Verursacher selbst, mussten anschließend mit Augen- und Atemwegsreizungen sowie Übelkeit in die Krankenhäuser Husum und Heide zur Erstversorgung gebracht werden. Einige waren auch von ihren Eltern abgeholt worden, so Tönnings Wehrführer Dr. Stefan Klützke, der auch Lehrer an der Gemeinschaftsschule ist. „Ich hatte gerade eine Freistunde, als der Einsatz kam, und konnte daher sofort bei der Einweisung der Rettungskräfte helfen.“

„Es war unser Glück, dass der Zwischenfall im Freien passierte“, sagte Einsatzleiter Wolfgang Clasen. So konnte die Reizgaswolke schnell abgelöscht werden. „Der Hubschrauber, der auf dem Schulhof landen wollte, tat noch ein übriges dazu, dass das Pfefferspray verwirbelt wurde.“ Angesichts der vielen Betroffenen halte er die große Zahl an Einsatzkräften für gerechtfertigt. „Es wusste ja zunächst niemand, was genau versprüht worden war.“ Der Löschzug Gefahrgut konnte noch auf der Anfahrt wieder nach Hause geschickt werden.

Während des Einsatzes blieben die Schüler in ihren Klassen, wie Direktorin Stefanie Heß erklärte. Noch während der zweiten großen Pause mussten sie dort warten. Erst gegen 11.20 Uhr gab es Entwarnung, die Einsatzkräfte rückten wieder ab. „Wir haben uns aber den ganzen Vormittag bemüht, den Unterricht so normal wie möglich weiterzuführen, die Schüler zu beruhigen und die Lage zu erklären“, so Stefanie Heß. Trotz all’ der Hektik und der Sorgen an diesem Vormittag ist sie über einen Aspekt besonders froh: „Die Kinder sind nicht angegriffen worden.“ Es wäre schrecklich, sich vorzustellen, dass jemand mit solchen Absichten in Tönning herumläuft. Dem kann Bürgermeisterin Dorothe Klömmer nur zustimmen. Auch sie war am Vormittag in der Schule, um sich von der Situation ein Bild zu machen.


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erstellt am 02.Nov.2016 | 06:30 Uhr

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