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Husumer Nachrichten

28. März 2017 | 14:14 Uhr

Von Rödemis nach Flensburg : Pastoren suchen neue Herausforderungen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zwölf Jahre lang wirkten Wiebke und Tobias Drömann als Pastorenpaar in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Husum-Rödemis. Im Sommer wechseln die beiden von Husum in die Gemeinde Flensburg-Mürwik.

Das Dutzend ist voll. „Wir sind beide 48, und wenn wir noch mal was Neues anfangen wollen, dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt“, sagen Wiebke und Tobias Drömann. Vor zwölf Jahren kam das Pastoren-Ehepaar nach Husum und ließ endlich Ruhe in das davor recht wechselhafte Leben der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Husum-Rödemis einziehen.

Da es in Nordfriesland nur wenige übergemeindliche Pastorenstellen gibt, werden die gemeindlichen oft von Ehepaaren wahrgenommen. Auch Drömanns traten in Rödemis je eine halbe Stelle an, zeigten aber von Beginn an vollen Einsatz. Gemeinsam mit ihren drei Kindern sind sie längst Rödemisser geworden. Und doch wird die Familie zum Sommer weiterziehen – nach Flensburg-Mürwik, wo neue Herausforderungen auf sie wartet.

„Natürlich geht man nach so langer Zeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, räumt Tobias Drömann ein. In zwölf Jahren seien viele Beziehungen entstanden – so auch zu den „Kinderkonfirmanden“ – einem Projekt mit Alleinstellungsmerkmal, das die beiden selbst aus der Taufe gehoben haben. Und vor zwei Jahren hat das Paar sein „kleines Pastoren-Examen“, einen gemeinsamen Rückblick auf ihre Zeit als Seelsorger in Rödemis, mit Verve bestanden.

„Die Gemeinde ist mit ihren Pastoren sehr zufrieden und lässt sie nur ungern ziehen“, sagt der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Henning Möller. Aber sie habe auch Verständnis für ihre Beweggründe. „Und Flensburg ist ja nicht aus der Welt“, fügt Tobias Drömann fast ein bisschen wehmütig an.

Möller hatte die Stellenausschreibung der Mürwiker Gemeinde natürlich gesehen „und sofort gedacht: Na, wenn sie sich darauf mal nicht bewerben“. Damit bewies er ein gutes Gespür. „Uns war klar, dass wir künftig mehr als eine, aber eben auch keine zwei vollen Stellen haben wollen“, erläutert Wiebke Drömann. Da sei das Angebot aus Flensburg gerade recht gekommen. 1,5 Stellen – das sind mehr als in Husum, aber ganz stimmt das auch nicht, denn tatsächlich haben Drömanns zuletzt immer wieder aushelfen müssen, wenn – wie in Olderup oder in der Versöhnungskirche – Not am Mann war. Außerdem hatte Wiebke Drömann 2013 und 2014 eine Projektstelle für Religionspädagogik inne.

Der Wechsel ist eine „ganz normale Entwicklung“ und passt „zu unserer beruflichen wie familiären Situation“, sagen die beiden. Nach intensiven Jahren mit der Gemeinde, mit den Kinderkonfirmanden und dem Aufbau einer eigenen Kindertagesstätte, sind Drömanns Kinder mit 19, 13 und zehn Jahren genau im richtigen Alter für einen Wechsel – „vielleicht bis auf den mittleren“, sagen sie nach kurzer Überlegung. Und so beruhe die geplante Veränderung auch auf einem Familienbeschluss.

Die Verhältnisse, die Drömanns in Mürwik vorfinden werden, ähneln übrigens in Vielem denen in Rödemis. Ihre „alte“ Gemeinde wurde 1957 aus der Taufe gehoben, die in Mürwik ein Jahr später. Und das Pfarrhaus ist aus Backstein gebaut – genau wie das in Rödemis. Überhaupt wirke in Mürwik alles sehr gewachsen, berichten die beiden – „genau wie hier“. Und doch ist es der Neuanfang, der sie ziehen lässt. Ausgeschrieben waren insgesamt 2,5 Stellen, darunter eine als Prediger. Mürwik ist mit 6500 Gemeindegliedern die größte Kirchengemeinde Flensburgs und fast drei Mal so groß wie die in Rödemis und dem Norderschlag.

Wiebke und Tobias Drömann zu ersetzen, dürfte nicht nur auf menschlicher und seelsorgerischer Ebene nicht ganz einfach sein. „Als sie zu uns kamen hatten wir hier noch sieben, acht Bewerber“, berichtet Möller. Inzwischen rollt die Pensionswelle – „und es kommt nicht mehr so viel nach“. Aber Trübsal blasen ist seine Sache nicht. Und noch sind Drömanns ja auch nicht weg. Tobias Drömann geht zum 1. Juni, arbeitet in Mürwik bis zu den Sommerferien in voller Stelle. Danach zieht dann die Familie um. Aber davor werden in Rödemis wohl noch viele Hände geschüttelt und Tränen ins Knopfloch gedrückt.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 07:00 Uhr

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