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Husumer Nachrichten

05. Dezember 2016 | 13:42 Uhr

Raser in Husum-Kronenburg : „Nur die Nachbarschaft kann die Probleme lösen“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ortstermin im Neubaugebiet Kronenburg: Anwohner diskutieren mit Grünen-Stadtvertreterin über verschiedene Möglichkeiten, Verkehrssünder einzubremsen.

Nachdem sich der Bauausschuss mit der Verkehrssituation im Ortsteil Kronenburg befasst hatte, bekamen Ulrike und Christian Tadsen aus der Siedlung den Hinweis, dass Mitglieder des Ausschusses sich mit Bewohnern des Ortsteils in der Charlotte-von-Krogh-Straße treffen wollten. Voller Erwartung kamen mehr als 20 Interessierte in der Hoffnung, neue Informationen zu erhalten. Doch vom Bauausschuss erschien lediglich Dr. Barbara Ganter (Grüne), um sich auf die zum Teil emotional geführten Gespräche einzulassen. Frank Hofeditz, der stellvertretende Vorsitzender des Umweltausschusses, ließ sich aus beruflichen Gründen entschuldigen, wie Ganter mitteilte.

Die wartenden Bewohner zeigten sich enttäuscht und verärgert über die spärliche Anwesenheit von Husumer Politikern. „Ich hatte gehofft, dass wenigstens ein Vertreter jeder Fraktion hier erscheinen würde“, stellte Peter Welnböck aus dem Regenpfeiferweg klar. Er musste bereits böse Erfahrungen mit Rasern machen, wie er berichtete. Und die hätte er den Ausschussmitgliedern gerne mitgeteilt. So sei sein Hund in der Tempo-30-Zone angefahren worden.

Auf Anfrage unserer Zeitung stellte sich allerdings heraus, dass das Treffen offenbar im Alleingang durch die Grünen arrangiert worden war. Weder Dr. Ulf von Hielmcrone (SPD) noch der Bauausschussvorsitzende Sven-Thomas Schmidt-Knäbel (CDU) zeigten sich in das geplante Treffen eingeweiht. „Im Ausschuss ist über ein Treffen mit den Bürgern weder beraten noch gesprochen worden“, so von Hielmcrone. Große Neuigkeiten konnte Ganter den Bürgern denn auch nicht vermelden. Ihren Informationen nach werde es kein weiteres Verkehrsschild mit Hinweis auf die Tempo-30-Zone geben, sagte sie.

Die Anwohner hatten in ihr aber wenigstens eine Ansprechpartnerin für ihre Anliegen. Denn neben der Missachtung der Tempo-30-Zone gebe es noch ein weiteres gravierendes Problem, über das gesprochen werden müsse, war zu hören. „Die Margarethe-Böhme-Straße entwickelt sich immer mehr zur durchgehenden Rennstrecke“, schimpfte Gabriele Jung. Aber wo keine Schilder stünden, gelte nach der Straßenverkehrsordnung doch Rechts vor Links. Das bestätigte auch Ordnungsamtsleiter Malte Hansen auf Anfrage unserer Zeitung. „Ohne das Vorhandensein von Verkehrszeichen hat der von rechts kommende Teilnehmer sowohl beim Abbiegen als auch beim Geradeausfahren immer die Vorfahrt.“ Das gelte im übrigen für den gesamten Ortsteil Kronenburg. Doch dass sich diese Verkehrsregel dort offenbar noch nicht herumgesprochen hat, bekam die Gruppe während ihres Treffens gleich mehrfach vorgeführt.

Andrea Lempken schlug als Ergänzung zum Tempo-30-Schild eine entsprechende Bodenmarkierung vor. Auch die Installation von Bodenschwellen wie jetzt in Hattstedt wurde ins Gespräch gebracht. Und auf die Situation im Norderschlag wurde ebenfalls verwiesen, wo die Autofahrer durch Verengungen gezwungen seien, langsamer zu fahren. Besonders verärgert zeigte sich in diesem Zusammenhang Karl-Heinz Mazatis. „Zwei Jahre lang habe ich der Stadt Vorschläge zur Verkehrsberuhigung unterbreitet.“ Dann habe er aufgegeben, da er keine Antwort auf seine Vorschläge erhalten habe.

Und noch eine weitere Standortbesichtigung unternahmen die Einwohner zusammen mit Barbara Ganter. In der Charlotte-Krogh-Straße habe früher ein Poller gestanden, wie Mazatis berichtete. Er schlug vor, diesen wieder einzusetzen: „Denn aus der Charlotte-Krogh-Straße führen keine Seitenstraßen, daher fahren viele auch hier mit hoher Geschwindigkeit durch.“

Bauausschussmitglied Ulf von Hielmcrone sieht das Problem von einer ganz anderen Seite. So seien es seiner Einschätzung nach überwiegend Bewohner der Wohnsiedlung selbst, die sich nicht an die vorgegebenen Regelungen halten würden. Und daran würde auch ein ganzer Schilderwald nichts ändern. „Nicht die Politik kann dieses Problem lösen, sondern nur die Nachbarschaft.“ Er schlug vor, dass die Autofahrer direkt auf ihr Fahrverhalten angesprochen werden sollten. Doch diesbezüglich hat Susanne Clausen bereits schlechte Erfahrungen gemacht: „Ich habe schon einen Autofahrer direkt angesprochen – und als Antwort nur den Stinkefinger gezeigt bekommen.“

Aus dem Bauamt wurde unterdessen bestätigt, dass in der Charlotte-von-Krogh-Straße noch in diesem Jahr die letzte Teerdecke aufgetragen werden soll. Die Fertigstellung der Margarethe-Böhme-Straße hingegen werde frühestens im kommenden Jahr erfolgen. Die Bepflanzung der Straße solle allerdings noch in diesem Herbst fortgesetzt werden, so Klaus Lorenzen.

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