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Husumer Nachrichten

11. Dezember 2016 | 11:07 Uhr

Vergleichsweise günstig : Nordstrand will mehr Kurabgabe

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vor zehn Jahren wurde der Urlauber-Obolus das letzte Mal erhöht, nun sprachen sich zwei Fachausschüsse für die Anhebung auf zwei Euro in der Hauptsaison aus.

Die Anpassung der Kurabgabe zum 1. Januar 2017 sowie eine Beteiligung an der Schleswig-Holstein Netz AG waren Hauptthemen der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Tourismus und Wirtschaft sowie des Finanzausschusses der Gemeinde Nordstrand. Regina Reuß, Leiterin von Nordstrand-Tourismus, erläuterte: „Wir haben unsere Kurabgabe seit 2007 nicht erhöht. Es ist an der Zeit, sie anzupassen.“ Die Gemeinde beziehungsweise Kurverwaltung halte viele Dienstleistungen und Einrichtungen für die Urlauber vor. Beispiele seien die ganzjährig geöffnete Tourismuszentrale mit Inselmuseum, die Ausstellung im Nationalparkhaus im Kurzentrum, das Hallenbad und die in diesem Jahr im Rahmen der Deicherhöhung fertig werdende Strandpromenade. Im Vergleich zu anderen Kommunen sei das Nordseeheilbad Nordstrand neben der Insel Fehmarn die einzige, die derzeit in der Saisonzeit A (vom 1. Juni bis 30. September) nur 1,80 Euro pro Person kassiere. Pellworm verlange 2,50 Euro, Amrum 2,60 Euro, Helgoland 2,75 Euro, St. Peter-Ording und Büsum drei Euro, Sylt sogar 3,10 Euro. Auch in der Saisonzeit B (15. März bis 31. Mai, 1. bis 31. Oktober sowie 15. Dezember bis 15. Januar) ist Nordstrand mit lediglich einem Euro am günstigsten. Als Jahreskurabgabe sind für Nordstrand 50,40 Euro zu zahlen, während von den Urlaubern auf Pellworm 70 Euro, in St. Peter-Ording und Büsum jeweils 84 Euro, auf Amrum 78 Euro, auf Sylt 86,80 Euro und auf Helgoland 99 Euro verlangt werden. Auf längere Sicht gesehen müsse man sich überlegen, ob nicht ebenfalls Tagesgäste, wie andernorts auch, Kurtaxe zahlen sollten.

Grundsätzlich sollten die Beiträge, so das Signal aus der Runde, angepasst werden, jedoch moderat. Die Mitglieder folgten dem Vorschlag von Reuß und sprachen die Empfehlung für den Gemeinderat aus, die Gebühren auf zwei Euro in der Saison A zu erhöhen. Einen Euro sollen die Gäste durchgehend in der Nachsaison B zahlen, also in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Mai. Die Tagesgäste sollen, so die einmütige Meinung, bis auf weiteres von Gebühren verschont werden.

In diesem Zusammenhang regte Reuß an, die Öffnungszeiten für das Schwimmbad ab 2017 ebenfalls zu ändern. „Sonnabend- und Sonntagmorgen ist nach den Statistiken unserer Mitarbeiter jeweils tote Hose“, so Reuß. Es reiche also, wenn am Sonnabend jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet sei. Dem Vorschlag folgten die Mitglieder. 2015 besuchten, so Reuß, 10.220 Gäste das Bad. 2014 waren es 9608 insgesamt, 2013 insgesamt 9833. Die Übernachtungszahlen sind rückläufig und lagen 2015 bei 171.010, so Reuß weiter. 2014 wurden 173.102 Übernachtungen gezählt, und 2013 waren es 180.532. „Ich möchte – so mein Ziel für die Zukunft – die 200.000er-Marke knacken“, so Reuß. Die Deichbaumaßnahmen hätten eindeutig zu Einbußen bei den Vermietern geführt. Aber ein Ende sei abzusehen. Umso wichtiger sei es, alle touristisch genutzten Orte attraktiver zu gestalten. „Wir müssen besser werden“, so der Aufruf der Fachfrau.

Finanzausschuss-Vorsitzender Jörg Bahnsen erläuterte, dass zwei Angebote der Schleswig-Holstein Netz AG vorliegen. Zum einen können 147 Anteile zu insgesamt 690.165 Euro mit einer garantierten Renditeausschüttung von jährlich 16.060 Euro erworben werden, oder alternativ 294 für insgesamt 1,38 Millionen Euro bei einer jährlichen Ausschüttung von 32.121 Euro. „Es handelt sich dabei nicht um Spekulationsgeschäfte. Die Schleswig-Holstein Netz AG möchte die Kommunen mit der Aktion fester an sich binden“, erläuterte Bahnsen. Er habe sich nach allen Seiten abgesichert, sowohl beim Kämmerer als auch bei der Kommunalaufsicht, welche entsprechende Kreditaufnahmen selbst für Bedarfszuweisungsempfänger wie die Gemeinde Nordstrand befürwortet. Nach fünf Jahren könne man das eingesetzte Kapital zurückerhalten, sollte eine Verlängerung nicht gewünscht werden. Ansonsten seien die Dividenden Einnahmen für die Gemeindekasse. „Wir sollten das machen“, riet Bahnsen. Auch Mitglied Michael Brauer, selbst Banker, bekräftigte, dass auch er keine „Kinken“ entdeckt habe. Zudem seien Kreditzinsen derzeit auf einem historischen Niedrigstand. Auch das sei ein positiver Aspekt. Einstimmig empfahl das Gremium der Gemeindevertretung, 294 Anteile zu erwerben. Die Vorsitzende des Tourismus- und Wirtschaftsausschusses, Heidi Jürs, kündigte an, dass sie für Ostersonnabend 2017 ein Frühlingsfest plane. Dann dürften die mehr als 60.000 Narzissen auf dem Eiland auch blühen.

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