zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

23. Januar 2017 | 03:31 Uhr

Erstklässler-Untersuchung : Nordfrieslands Nachwuchs könnte fitter sein

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Einschulungsuntersuchung: Nordfrieslands Kinder können gut sehen und hören – aber sie sind im Durchschnitt eher zu dick und zu unkoordiniert.

Wie gesund und beweglich sind Nordfrieslands Erstklässler? Antworten auf diese Frage gibt der jüngst veröffentlichte Bericht der Landesregierung über die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen 2015. Landesweit wurden die Untersuchungen von fast 24.000 Erstklässlern dokumentiert, 1228 der Kinder kommen aus Nordfriesland.

Das Gesamtergebnis für Schleswig-Holstein ist, gelinde gesagt, durchwachsen – jedes vierte Vorschulkind zeigt Auffälligkeiten bei Körpergewicht, Motorik, Sprache oder Verhalten (wir berichteten). Auch in Nordfriesland schneidet der Nachwuchs in einigen Bereichen wie Gewicht oder Motorik nicht gerade glänzend ab.

Im Bericht werden die Ergebnisse der einzelnen Kreise und kreisfreien Städte auch im Zusammenhang mit dem Bildungsstand der Eltern oder dem Migrationshintergrund der Familie bewertet. In Nordfriesland ist der Anteil der Eltern mit einem niedrigem Bildungsstand mit rund 16 Prozent im landesweiten Vergleich relativ hoch, der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund vergleichsweise niedrig. Mit 98,7 Prozent haben überdurchschnittlich viele kleine Nordfriesen eine Kindertageseinrichtung besucht.

Aber nun zum Check der Erstklässler: Sehen können Nordfrieslands Kinder überdurchschnittlich gut: Nur bei 16,4 Prozent von ihnen wurde ein auffälliger Befund von den Schulärzten dokumentiert. Im gesamten Land sind es 30,7 Prozent der Kinder, die den Sehtest nicht bestanden. Auch das Hörvermögen der Jung-Friesen ist überdurchschnittlich: Nur fünf Prozent der untersuchten Kinder zeigten einen auffälligen Befund (Landesdurchschnitt: 7,5 Prozent).

Überdurchschnittlich hoch ist in Nordfriesland die Quote der Kinder, die an Allergien, Asthma oder Neurodermitis leiden: Hier liegen teilweise bei mehr als doppelt so vielen Erstklässlern wie im restlichen Land Befunde vor. Die Verfasser der Studie erklären sich diese Besonderheit damit, dass Allergiker-Familien möglicherweise gezielt wegen des Seeklimas nach Nordfriesland ziehen (wir berichteten).

Etwas oberhalb des Landesdurchschnitts liegt Nordfrieslands Nachwuchs, wenn’s ums Übergewicht geht: 5,8 Prozent der Jungen und 7,6 Prozent der Mädchen haben bei der Einschulung einen Body-Mass-Index, mit dem sie als übergewichtig gelten. Damit liegen die Jungen 0,4 Prozent über dem landesweiten Mittel und die Mädchen 1,2 Prozent. Adipös, also stark übergewichtig, sind 4,2 Prozent der nordfriesischen Mädchen und 4,6 Prozent der nordfriesischen Jungs. Untergewichtig oder extrem untergewichtig sind dagegen unterdurchschnittlich wenige Erstklässler in der Region.

Etwas schlechter als das schleswig-holsteinische Durchschnittskind schneiden Kinder in Nordfriesland bei den Aufgaben ab, zehn Sekunden seitlich über eine Markierung hin- und herzuspringen, auf einem Bein zu stehen und auf einem Bein zu hüpfen: Motorik und Koordination sind bei 22,3 Prozent der NF-Kinder auffällig, im Landesdurchschnitt beläuft sich die Zahl auf 19,4 Prozent. Dafür haben die kleinen Nordfriesen recht gesunde Zähne: 64,4 von ihnen sind bei der Einschulungsuntersuchung kariesfrei, im landesweiten Mittel sind es nur 59,6 Prozent.

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 05.Aug.2016 | 11:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen