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Husumer Nachrichten

06. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Umfrage zu den Bredstedter Markttagen : „Nicht nur meckern – mit anpacken“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Ergebnis einer Umfrage zu den Bredstedter Markttagen zeigt, dass mehr Regionalität gewünscht ist – bei der Gastronomie, der Musik und den Ausstellern.

Es wurde kontrovers diskutiert: In der vergangenen Woche haben die Husumer Nachrichten ihre Leser gefragt, wie sie sich die Bredstedter Markttage in Zukunft vorstellen, nachdem es zuletzt immer wieder Kritik an einzelnen Punkten des Stadtfestes gegeben hatte. Während die Beteiligung an einer Abstimmung zurückhaltender verlief, wurde das Thema in den sozialen Netzwerken dagegen ausgiebig kommentiert. Außerdem gingen zahlreiche E-Mails in der Redaktion ein.

In einigen Punkten waren sich die meisten Umfrageteilnehmer einig: Das Stadtfest sollte weiterhin an mindestens zwei Tagen stattfinden. 2010 hatte man es von drei auf zwei Tage verkürzt, da der ursprüngliche Eröffnungsabend am Donnerstag laut den Veranstaltern des Bredstedter Handels- und Gewerbevereins damals erlahmt gewesen sei. Inzwischen war von einzelnen Besuchern gefordert worden, nur noch einen einzigen Markttag zu veranstalten. Das sahen die Teilnehmer unserer Umfrage zum Großteil allerdings anders: „Markttage (Plural!) müssen auch mindestens zwei Tage mit Programm gefüllt sein“, schrieb beispielsweise Udo Grützmacher. Ähnlich sieht das Uta Steensen in einem Facebook-Kommentar: „Wir brauchen einfach zwei Tage, damit am Freitag der Wochenmarkt mit Kunsthandwerk und Ähnlichem seinen Platz hat, und am Samstagmorgen würde ich mir einen Flohmarkt wünschen wie früher – nur mit Amateuren und keinerlei professionellen Händlern.“ Anna Sekowski-Reimann schlägt vor, das Fest wieder zu erweitern – allerdings um den Sonntag, „da viele Freitag und Samstag arbeiten“.

Eine weiter Wunsch, der häufig zu lesen war, ist ein stärkerer Bezug zur Region: Lokale Gastronomie, lokale Kunsthandwerker und lokale Musik. Michael Hertter schlägt in einem Kommentar auf der Online-Plattform WePolitics vor, den „vielen Bands und Solisten aus dem Kreis“ eine Bühne zu bieten. „Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, für das gesamte Publikum einen vollen Abend zu veranstalten, ohne auf nur ein bestimmtes Musikgenre zu setzen“, schreibt er. Jörg Hansen ergänzt, dass man das Programm auf zwei bis drei Bühnen verteilen könnte.

Auch eine stärkere Beteiligung von heimischen Handwerkern und Vereinen wird gewünscht. Anja Sichler vermisst Kunsthandwerk, Eike Kamann-Prochnow spricht sich für mehr fliegende Händler aus der Region aus. Udo Grützmacher schlägt konkret vor, die Zeit am Freitag – vom Wochenmarkt bis zur offiziellen Eröffnung – den Vereinen zu überlassen: „Wasserwacht, Rotes Kreuz, Kleingärtner, Sportverein, Feuerwehr und so weiter, wenn man ihnen einen kleinen Obolus für die Vereinskasse anbietet“.

Ebenso wird das Angebot an Getränken und Speisen – wie teilweise auch schon in den Jahren zuvor – kritisiert: „Weniger Saufbuden“ fordert Jörg Hansen, Christine Wauer macht den Vorschlag, „mehr Aktion von den Geschäftsleuten“ einzubeziehen und dafür „weniger Getränke auf dem Marktplatz“ anzubieten. Ähnlich sieht das auch Uta Steensen: „Leider findet man überall immer mehr Stände für das leibliche Wohl, was auch da hingehört, keine Frage. Aber ein paar weniger würden ausreichen. Ich würde mich zum Beispiel riesig freuen, wenn sich statt der vielen auswärtigen ,Esstempel’ unsere hiesigen tollen und einfallsreichen Gastronomen und Köche noch mehr an den Markttagen beteiligen würden. Dann bräuchten wir gar keine auswärtigen mehr.“ Auch sie schreibt, dass sie sich „unsere Vereine, Handwerksbetriebe“ auf dem Fest wünscht – „die für mich absolut dazugehören!“

Das Angebot für Kinder und Jugendliche kam ebenfalls häufiger zur Sprache. „Mehr Spielmöglichkeiten für Groß und Klein“, wünscht sich Jörg Hansen. Carmen Peters beklagt, dass für Familien „nichts Anständiges mehr“ geboten werde. „Früher war das wie ein Familienfest, bunte Meile – heute zig Lücken und nix als Fress- und Saufbuden.“ Zudem seien einige der Angebote zu früh am Tag wieder abgebaut worden, kritisieren andere.

Torsten Humfeldt und Malte Feddersen gehören zum Markttage-Organisationsteam des Bredstedter Handels- und Gewerbevereins (HGV). Sie kennen einige dieser Kritikpunkte. „Das sind viele Ideen, die wir auch hatten – und jedes Jahr aufs Neue versuchen anzuschieben“, sagt Feddersen. Ebenso wäre bei vielen der knapp 100 HGV-Mitglieder mehr Engagement wünschenswert, sagen sie. „Auch die Vereine dürfen sich gern wieder stärker mit einbringen“, ergänzt Humfeldt.

Im kommenden Monat treffen sich die Verantwortlichen des Vereins und wollen dann auch noch einmal über diese Punkte diskutieren. Ebenso soll der häufig kritisierte Standort der Bühne vor dem Schweinebrunnen in diesem Jahr erneut thematisiert werden. Diese „müsste vor der Sparkasse stehen, damit in der Meile kein Bruch entsteht und kein Platz verschenkt wird“, schrieb Udo Grützmacher. Allerdings habe es so deutlich mehr Raum für Sitzmöglichkeiten auf der breiteren Westseite des Marktplatzes gegeben, entgegnet Manfred Feddersen, der zweite Vorsitzende des HGV. Diese seien vor allem von älteren Besuchern ausgiebig genutzt worden, da dort auch die Musik von der Bühne nicht mehr so laut gewesen sei. Man werde aber die Rückmeldungen für kommende Veranstaltungen berücksichtigen, verspricht Torsten Humfeldt.

Doch es wurde nicht nur kritisiert. Viele Teilnehmer der Umfrage zeigen sich auch dankbar, dass es ein solches Fest noch in Bredstedt gibt – und zollen den Veranstaltern ihren Respekt. „Die Markttage könnten wieder so ein Renner werden“, schreibt Uta Steensen bei Facebook – „wenn nicht so viele nur meckern würden und mit anpacken.“

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erstellt am 19.Aug.2016 | 09:00 Uhr

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