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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 22:17 Uhr

Urlauber-Befragung auf Eiderstedt : Nicht alle zieht es nach St. Peter-Ording

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Urlauber zwischen Friedrichstadt und St. Peter-Ording haben ganz unterschiedliche Prioritäten. Das ergab die erste Gästebefragung auf Eiderstedt.

Was wünscht sich der Gast von seiner Urlaubsregion? Das ist eine Frage, die alle Tourismusanbieter und Gastgeber bewegt – auch auf Eiderstedt, in Tönning und Friedrichstadt. Dort waren im vergangenen Jahr erstmals Urlauber befragt worden. Jetzt wurden die Ergebnisse auf einer Veranstaltung der Lokalen Tourismus-Organisation St. Peter-Ording/Eiderstedt (LTO) vorgestellt. Auch der Vergleich mit St. Peter-Ording kam dabei nicht zu kurz. „Ich hoffe, dass sie schlauer aus dieser Veranstaltung gehen als sie reingekommen sind“, sagte Constanze Höfinghoff, stellvertretende Tourismusdirektorin von St. Peter-Ording, zu den zahlreichen Zuhörern im Tetenbüller Theatrium.

Was bei der Umfrage herauskam, erläuterte Kai Ziesemer vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT), Kiel. Das individuelle Empfinden der Gäste zu erfragen sei wichtig, um eine passende Infrastruktur zu entwickeln und auch Prioritäten zu setzen. „Damit können die Gastgeber gezielt in ihre Angebote investieren.“ Die vorgelegten Zahlen zeigten beispielsweise bei der Altersstruktur der Gäste Unterschiede zwischen den einzelnen Orten. So liege der Altersdurchschnitt der Touristen in St. Peter-Ording und Tönning bei annähernd 54 Jahren, während in Friedrichstadt der errechnete Wert auf fast 59 und im restlichen Eiderstedt mit gut 50 ermittelt wurde. Auch bei den Einkommen lagen die Ergebnisse zum Teil deutlich auseinander. In St. Peter-Ording und Tönning gaben gut 48 Prozent der Befragten ihr monatliches Einkommen mit 3000 Euro und mehr an. In Friedrichstadt taten dies nur 24 Prozent der Gäste, im restlichen Eiderstedt dagegen sogar 58 Prozent. Auch über die Definition ihres Aufenthaltes in der Region machten die Befragten Angaben. „Die meisten Gäste verstehen ihren Aufenthalt als Natururlaub“, erläuterte Ziesemer. Die Gründe für einen Urlaub in der Region beleuchtete er ebenfalls. „Lediglich in St. Peter-Ording stehen der Strand und das Meer mit seinen Bademöglichkeiten ganz oben auf der Wunschliste.“ So hätten sich dort 83 Prozent dafür ausgesprochen, während es in Tönning nur 67 Prozent im Fragebogen ankreuzten. In ganzSchleswig-Holstein seien es sogar nur 48 Prozent gewesen, rechnete der Referent vor. Doch wie viele zieht es an den Strand von St. Peter-Ording? Auch hierüber gab die vorgelegte Studie eine Antwort. „Hier zeigen sich die Friedrichstädter Gäste sehr sparsam“, so Ziesemer. Dort seien es lediglich neun Prozent. Aber immerhin 27 Prozent der Tönninger Gäste und 35 Prozent der Touristen aus dem restlichen Eiderstedt statteten dem Strand des Nordseebads einen Besuch ab. Dagegen seien es 69 Prozent der Urlauber in St. Peter-Ording, die die Strand- und Bademöglichkeiten vor Ort nutzten. Über welche Kanäle sich die Urlauber über ihren Ferienort informierten, darüber gab der Redner ebenfalls Auskunft. Dabei zeigte es sich, dass die Internet-Seiten der Urlaubsanbieter am stärksten genutzt würden. Weniger als ein Drittel würden sich über Verwandte, Freunde oder Bekannte Informationen holen. Wie beliebt die einzelnen Orte bei den Urlaubern sind, ergab sich aus der Frage nach der Wiederholung am selben Ort. Hier dominierte St. Peter-Ording. Nur ein gutes Drittel aller Besucher in Friedrichstadt würde dagegen einen weiteren Urlaub in der Stadt buchen.

Frank Simoneit vom Institut für Management und Tourismus (IMT) der Fachhochschule Westküste in Heide berichtete anschließend in seiner humorvollen Art über die Zusammenarbeit in der LTO. „Sie hat einen erfreulichen und guten Entwicklungsprozess hinter sich“, lautete sein Credo. Am Anfang habe der Motor ordentlich gestottert und drohte zwischenzeitlich zum Stillstand zu kommen. „Es gab Misstrauen insbesondere wegen der Fremdenverkehrsabgabe“, sagte Simoneit. Doch erst durch die direkte Kontaktaufnahme untereinander habe die Entwicklung an Fahrt aufgenommen. „Diese Kultur des Zusammenhaltes muss immerfort gepflegt und weiter aufgebaut werden“, so sein Appell. Dies sei elementar für den weiteren Erfolg. Und noch etwas schrieb er den LTO-Mitgliedern ins Stammbuch. Allein aus Solidarität der Lokalen Tourismus-Organisation anzugehören, könne nicht der einzige Grund sein – aus dem gemeinsamen Handeln müsse auch ein Nutzen entstehen, dies müsse oberste Priorität haben.

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