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Husumer Nachrichten

28. März 2017 | 00:32 Uhr

New Energy Husum : Neuer Schub für die Energiewende

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Umweltminister Habeck zur Eröffnung der „New Energy Husum“: CO2-Steuer soll erneuerbaren Strom günstiger machen.

„Ohne den Ursachen des Klimawandels den angemessenen Preis zu geben, werden wir ihn nicht bekämpfen können“, betonte Schleswig-Holsteins stellvertretender Ministerpräsident und Energiewende-Minister Robert Habeck am 16. März in Husum. Zur Eröffnung der viertägigen Messe „New Energy Husum“ plädierte er dafür, Strom aus erneuerbaren Energieträgern günstiger und jenen aus fossilen teurer zu machen. Habeck (Grüne) sprach sich für die Einführung einer CO2-Steuer aus sowie für klare Ausstiegs-Szenarien aus herkömmlichen Energieträgern. Auch wenn dies nicht populär sei, „es ist aus meiner Sicht zwingend erforderlich“, betonte er. „Wir brauchen einen neuen Pioniergeist 2.0“, wie er bei der Messe in Husum zu erleben sei.

Diese startete unter dem Motto „Vernetzen, Verknüpfen, Zukunft machen“ und ist bis einschließlich Sonntag für Fachpublikum und Endverbraucher gleichermaßen geöffnet. 150 Aussteller präsentieren bei der Husumer Messe neue Trends, Technologien und Produkte zur ganzen Bandbreite erneuerbarer Energien. Zudem werden mehr als 150 Fachvorträge angeboten – „absoluter Rekord in der Geschichte der New Energy“, so Messe-Chef Peter Becker.

Zur Eröffnung der Branchenschau konnte er viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung begrüßen. Insgesamt werden 10  000 Besucher erwartet, heute auch Barbara Hendricks (SPD), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, und Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Trotz mancher Widrigkeiten zeigte sich Becker denn auch optimistisch: „Die Zukunft der neuen Energien wird rosig sein, denn langfristig geht an ihnen kein Weg vorbei.“

Diese Zuversicht vermittelte im Übrigen auch Umweltminister Habeck. „Die Energiewende ist ein Jobmotor“, betonte er. Besorgt, dass die Akzeptanz der Bürger nachlasse, hatte sich zuvor Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) geäußert. Zwar betonte er, „an der Energiewende führt kein Weg vorbei“, setzte sich aber kritisch mit dem Thema Subventionen auseinander. Denn bei der Energiewende gehe es auch um Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.

Dem hielt Robert Habeck mit Blick auf den Klimawandel freilich entgegen, dass Schleswig-Holstein jährlich etwa 70 Millionen Euro für den Küstenschutz ausgebe. Auch das sei letztlich eine Subvention der Kohle-, Öl- und Gasindustrie durch den Steuerzahler. Die Sinnhaftigkeit des Klimaschutzes und der Energiewende dürfe deshalb nicht in Frage gestellt werden.

Schleswig-Holsteins Umweltminister brach in diesem Zusammenhang erneut eine Lanze für bundesweit einheitliche Netzentgelte, die alle Verbraucher in der Republik gleichermaßen belasten. Der Bundesrat habe sich dafür ausgesprochen, das Bundeskabinett dagegen. Dennoch bleibt Habeck zuversichtlich, dass diese am Ende kommen werden: „Wenn die Energiewende eine nationales Projekt ist, dann müssen die Kosten auch national gewälzt werden.“

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) warnte mit Blick auf die fortschreitende Globalisierung davor, Fehler der Vergangenheit wie in der Solarindustrie zu wiederholen. „Wir möchten nicht, dass Schleswig-Holstein ein Entwicklungsland ist, in dem der Rohstoff Strom produziert wird, ohne ihn zu veredeln.“ Der Norden habe Standortvorteile und die New-Energy-Messe zeige auf, welche Möglichkeiten sich bieten. Nötig sei eine neue Industriepolitik. Und die Energiewende und die Erneuerbaren sollten ein zentraler Punkt in dieser Strategie werden.

„Sie müssen unseren Standort besser vermarkten und attraktiver machen“, schrieb Ove Petersen der Politik ins Stammbuch. Er ist der Vorsitzende des Branchenverbandes „watt_2.0“ aus Enge Sande, der als Kooperationspartner der Messe Husum & Congress auf einer Fläche von 700 Quadratmetern präsent ist. Zum Thema Sektorkopplung beweisen rund zwei Dutzend Mitgliedsunternehmen ihr Know-how und zeigen anhand konkreter Beispiele auf, welche Potenziale und Chancen die Erneuerbaren für die regionale Wertschöpfung in Schleswig-Holstein bieten.

Die New Energy ist bis Sonnabend jeweils von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet fünf Euro. Kinder bis zum 14. Lebensjahr haben freien Eintritt. Der Eintrittspreis beinhaltet den kostenfreien Shuttle-Service zum Krokusblütenfest und zum verkaufsoffenen Sonntag in der Husumer Innenstadt am Sonnabend und Sonntag. Näheres: www.new-energy.de.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 20:00 Uhr

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