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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 07:09 Uhr

Zufriedene Bürger : Nach nur einer Minute Streit beendet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Stadt Friedrichstadt und Kritiker der Ortsgestaltungssatzung wollen gemeinsam in einem paritätisch besetzten Ausschuss nach Lösungen suchen.

Großes Stühlerücken im Sitzungssaal des Friedrichstädter Rathauses. Solch einen Andrang an interessierten Bürgern hat bislang wohl noch kein städtischer Ausschuss erlebt. Immer mehr Stühle mussten aus anderen Räumen in den Saal gebracht werden, damit die Bürger auch Platz fanden, teilweise nahmen sie sogar neben den Kommunalpolitikern Platz. Der Grund für den Sturm auf das Rathaus: Tagesordnungspunkt 10 des Ausschusses für Bau, Planung und Denkmalpflege „Ortsgestaltungssatzung: Anträge zur Überarbeitung, Neugestaltung“.

In der Altstadt kocht es, denn beim Kreis Nordfriesland liegen 74 festgestellte Verstöße gegen die Satzung vor. Daraufhin hatte sich die Initiative AG–OGS–Friedrichstadt gegründet, die eine Überarbeitung der letztmalig vor sechs Jahren aktualisierten Satzung fordert. Der Wind wurde den leicht aufgebrachten Bürgern ganz schnell aus den Segeln genommen, denn Bernd Güldenpenning vom Bürgerverein schlug vor, einen Unterausschuss ins Leben zu rufen, der paritätisch mit Kommunalpolitikern und Bürgern besetzt ist. Dieser solle sich ausschließlich um die Ortsgestaltungs-Satzung kümmern. Das kam gut an, bei Bürgern und dem Gremium. Neben dessen Etablierung wurde auch dem Stadtrat empfohlen, den Kreis zu bitten, alle anhängigen Verfahren wegen Verstoßes gegen die OGS vorläufig ruhen zu lassen. Zumindest so lange, bis eine überarbeitete Form vorliegt. Damit waren alle im Sitzungssaal zufrieden, es gab keine bösen Worte, und beide Seiten freuten sich über die gezeigte Kompromissbereitschaft.

Doch auf der Tagesordnung standen noch mehr Themen, so dass Vorsitzender Jann Peter Büddig schon zu Beginn feststellte, „wir wollen zügig arbeiten, damit wir auch noch das Fußballspiel in Paris sehen können“. Die Öffentlichkeitsbeteiligung für den Bebauuungsplan Nr. 8-3 – es geht um das alte Postgebäude, das von einer Betreuungseinrichtung für behinderte Menschen genutzt werden soll – war schnell abgehakt. Der Auslegungsbeschluss für den B-Plan Nr. 15-5 erfolgte ebenfalls zügig. Dabei handelt es sich um ein 4500 Quadratmeter großes Grundstück im Neubaugebiet, das nun wegen fehlender Nachfrage nach so großen Einheiten, in vier Parzellen aufgeteilt werden soll.

Schließlich wurden auch noch die Pläne für den Neubau des Sky-Marktes im Gewerbegebiet westlich der Stadt präsentiert. Noch steht nicht fest, ob der Abriss und Aufbau in zwei Abschnitten erfolgen soll, denn dann würde sich die geplante Bauzeit von etwa neun Monaten um ein Vierteljahr verlängern. Nur die Bodenplatte des alten Marktes bleibt. Die neue Fassade wird verklinkert und das Eingangsportal verglast, zudem wird es eine Backfiliale und moderne Kundentoiletten geben. Ein kleines Problem bereitet der B-Plan, denn der neue Markt wird statt der bisherigen 1500 nunmehr 1780 Quadratmeter Verkaufsfläche bekommen. Die Grundfläche steigt zudem von 2250 auf 2500 Quadratmeter. Das geplante Leergutlager mit rund 150 Quadratmeter Größe wird dabei die B-Plan-Grenze tangieren, so dass nach einer Lösung gesucht werden soll. Einstimmig fiel der Entschluss, den Plänen im Prinzip zuzustimmen.

Massive Kritik an der Amtsverwaltung Nordsee-Treene in Mildstedt übten Gremiums-Mitglieder und der Vorsitzende, da viele vorgesehene und bereits abgenickte Baumaßnahmen bislang noch nicht umgesetzt werden konnten. Das Amt komme mit der Planung nicht hinterher. Zur Begründung, so Büddig, werde Krankheit eines Mitarbeiters angeführt. Eigentlich müsse man die Planungsleistung einfordern können, sagt Büddig, denn im Amt werde gutes Geld verdient und dann könne man auch Leistung erwarten. Vielleicht sollte man ein freies Büro mit den Planungen beauftragen, schlug Güldenpenning vor, doch dieser Vorschlag wurde nicht weiter verfolgt.

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erstellt am 19.Jun.2016 | 08:00 Uhr

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