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Poetry-Slam in den Reussenkögen : Mona Harry rockt die Koogshalle

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vier Wortakrobaten bieten gesprochene Literatur auf höchstem Niveau: Poetry-Slam in den Reußenkögen begeistert hunderte Zuhörer.

Tosenden Applaus gab es für die vier Poeten nach einer gut zweistündigen Veranstaltung. Mehr als 350 Neugierige im Publikum hielt es am Ende nicht mehr auf den Sitzen. Die Koogshalle bebte geradezu, denn dieser erste Poetry-Slam in den Reußenkögen bot gesprochene Literatur auf höchstem Niveau. Entsprechend lautstark fiel der Beifall für die Wortakrobaten aus. „Mit diesem Angebot haben wir offensichtlich voll ins Schwarze getroffen“, freuten sich die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Mittleres Nordfriesland, Christine Friedrichsen, und die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbandes, Magret Albrecht. Gemeinsam hatten sie die Veranstaltung organisiert.

Zwei Frauen und zwei Männer traten in den Wettstreit: Norddeutschlands wohl bekannteste Poetry-Slammerin Mona Harry sowie Routinier Stefan Schwarck aus Kiel, Victoria Helene Bergemann aus Reinbek und Hinnerk Köhn aus Hamburg. Alle vier präsentierten selbstgeschriebene Texte und stellten sich mit ihrer Wortkunst dem Urteil des Publikums, aus dessen Reihen Punkte vergeben wurden. Thematisch drehte es sich im Zuge des Internationalen Frauentages zunächst um Geschlechterrollen. Anschließend ließen die Poeten ihren Gedanken freien Lauf.

Stefan Schwark verblüffte mit einer Art „Nordsee-Dada“ und reihte zum Start seines Auftritts minutenlang Wortwiederholungen aneinander. Das war skurril und doch konnte das Publikum ihm auf einer „Reise entlang der Küste“ folgen. Im Anschluss bewies er seine wahren literarischen Qualitäten und schilderte das Leid eines verkannten „Meister-Architekten“.

Victoria Helene Bergemann erzählte von ihrer Vorliebe fürs „Außenseitertum“ und den Gegensätzen, die ihr Innerstes begleiten. Ihr Auftritt war frech, temporeich und bisweilen äußerst verblüffend.

Der Wahl-Hamburger Hinnerk Köhn nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund. Er erzählte provokant von „der Scheiße, die auf der Welt passiert“, berichtete von allgegenwärtigen Vorurteilen und lokalisierte den Ort, „an dem die Dummheit sitzt“ – den Kopf.

Auch Mona Harry übte Gesellschaftskritik und schilderte beispielsweise ihre Sicht auf den „Schönheitswahn“, dem sich so manche Frau unterwerfe. Und auch sonst komme es in der Welt immer mehr auf die Fassade an, so ein Fazit ihrer Texte. Als sie dann auch noch ihre bekannte Ode an den „Norden“ vortrug, war es um das Publikum geschehen.

Aufgezogen war der von Björn Högsdal moderierte Poetry-Slam mit einer Hin- und Rückrunde, sodass die Konkurrenten jeweils zwei Texte vortrugen. Die meisten Punkte erhielten dabei Mona Harry und Victoria Helene Bergemann, die dann das Finale bestritten. Als es darum ging, wer denn nun den meisten Applaus verdient hätte, kam es zu einem salomonischen Urteil: Das Publikum spendete beiden gleich viel Beifall.

Die Veranstalterinnen hatten eine Flasche „Fiesen Friesen“ (hochprozentiges Getränk) als symbolische Belohnung für die Gewinnerin vorbereitet. Die beiden Poetinnen versprachen, ihn gemeinsam zu trinken.

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erstellt am 10.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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