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Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Verärgerung im Bauausschuss Friedrichstadt : Mitarbeit der Bürger unerwünscht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Friedrichstädter Bauausschuss legt die Gemeindeordnung unterschiedlich aus und verärgert dadurch Bürger. Reizthemen sind die Ortsgestaltungs-Satzung und die Erweiterung des Neubaugebietes.

Es schien fast so, als hätten die Mitglieder des Friedrichstädter Ausschusses für Bau, Planung und Denkmalpflege gerade ein Seminar „Wie verhindere ich die Mitarbeit von interessierten Bürgern“ besucht. In der vom 11. Oktober wegen eines Wasserschadens im Rathaus auf den vergangenen Dienstag verschobenen Zusammenkunft im Rathaus des Holländerstädtchens wurde demonstriert, wie die viel beklagte Politikverdrossenheit massiv befördert wird. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“ , war denn auch der Kommentar von Stadtvertreter Bernd Güldenpenning (Bürgerverein), der als interessierter Bürger an der Sitzung teilnahm.

Ob es nun an den beengten Sitzverhältnissen – der eigentliche Rathaussaal ist noch nicht wieder nutzbar – oder einfach am Thema lag, die Stimmung war aufgeheizt. Anfangs herrschte allerdings unter Leitung des Vorsitzenden Jann Peter Büddig noch Einigkeit darüber, dass der Tagesordnungspunkt 7 „Weitere Vorgehensweise bei der Überarbeitung der Ortsgestaltungssatzung“ ganz nach vorn rückte. Die anwesenden Bürger gingen davon aus, dass sie dann auch dazu etwas sagen konnten, wurden aber durch Büddig eines Besseren belehrt. Ihm sprang der stellvertretende Bürgermeister Björn Jensen zur Seite und verwies auf die Gemeindeordnung. Unverständlich allerdings, warum zuvor in einer Gesprächsrunde Bürgermeister Eggert Vogt, Büddig und Amtsvorsteher Ralf Heßmann die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Ortsgestaltungssatzung gebeten hatten, an der Sitzung teilzunehmen, wenn ihnen dort das Wort verboten wurde. Weder der Bürgermeister noch der Vorsitzende wiesen aber das Gremium auf die zuvor getroffene Absprachen hin. Dabei ging es im wesentlichen um die Bildung eines Unterausschusses, der mit vier Kommunalpolitikern und vier Bürgern besetzt sein soll. Zwei Plätze durch Mitglieder der Arbeitsgruppe gelten als gesetzt, die beiden anderen sollten nach Vorstellung von Ausschuss-Mitglied Jörn Norden auf alle Fälle aber nicht auch noch durch weitere Mitglieder der AG eingenommen werden. Der Hinweis, dass es sich dabei doch auch um Bürger handele, fruchtete nicht. Schließlich einigte sich das Gremium darauf, dass neben den zwei AG-Sitzen die anderen Mitglieder unter den Interessenten ausgelost werden sollen.

Vollkommenes Unverständnis dann, nachdem Anke Wolter einen offenen Brief verlesen hatte. Denn anders als beim Thema Ortsgestaltungssatzung durften danach plötzlich munter die verbliebenen Zuhörer mitdiskutieren. Warum in diesem Fall die Gemeindeordnung keine Gültigkeit mehr hatte, erschloss sich den Gästen im Rathaus aber nicht.

Dabei ging es um das Baugebiet Nr. 15, das immer noch Neubaugebiet genannte Areal nordöstlich der Gemeinschaftsschule. Nach mehr als 20 Jahren gibt es dort noch freie Plätze, doch nun will die Stadt es nach Nordosten erweitern. Anliegerin Anke Wolter fragte daher unter anderem, warum es für die geplanten 45 Baugrundstücke keine Erschließungsstraße geben soll, und warum auch später der ganze Verkehr über die Skjerner Straße rollen soll. Zudem zeigte sie sich verwundert, warum eine Erweiterung in einen Bereich hinein stattfinden soll, der noch vor einem Jahr bei Verhandlungen mit der Tennet über die neue Stromtrasse als schützenwerte Naturfläche mit Alleinstellungsmerkmal aufgeführt worden sei. Eine zweite Erschließungsstraße über die Straße am Deich sei nicht machbar, hieß es lapidar. Außerdem lehnt dies der Vorsitzende Büddig ab, da er dort Anlieger ist. „Ich möchte das nicht, und meine Erben wollen das bestimmt auch nicht“, so sein Kommentar. Allerdings betrachtete er sich in keiner Weise als befangen, was die Besucher im Rathaus irritierte.

Der Bürgerin Anke Wolter wurde geraten, ihren offenen Brief an die zuständigen Behörden zu leiten, dann würden die darin aufgeführten Fragen sicherlich auch in irgendeiner Form beantwortet werden. Jedoch sei dies ein zu früher Zeitpunkt, da die Planungen für dies Gebiet gerade erst begonnen hätten.

Besonders verärgert waren einige Bürger darüber, dass der Punkt Erweiterung Baugebiet lediglich als „Gestaltungsentwurf zu B-Plan Nr. 15, 4. Änderung“ in der Tagesordnung aufgeführt war. Viele Kommunalpolitiker und vor allem Anlieger hatten daher gedacht, dass es sich dabei um die Verkleinerung eines mehr als 4000 Quadratmeter großen, bislang unverkäuflichen Grundstücks in vier kleine Baugrundstücke handeln würdet.

Weiter wurde auch über die Sanierung des kombinierten Rad- und Fußwegs entlang der Schleswiger Straße debattiert. Dort soll nach den Wünschen des Gremiums der Weg möglichst verbreitert werden, so dass er auch offiziell als Fuß- und Radweg gilt. Dies sei wichtig, da er einer der Hauptschulwege sei.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 14:00 Uhr

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