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Husumer Nachrichten

26. März 2017 | 00:36 Uhr

Husumer Ortsteil Kronenburg : Mit Karacho in die Tempo-30-Zone

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bewohner des Husumer Ortsteils Kronenburg ärgern sich: Weil das Schild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung kaum zu sehen ist, wird zu schnell gefahren. Jetzt prüft die Stadt die Aufstellung eines zweiten Verkehrszeichens.

Eigentlich sollte es eine ruhige und behagliche Wohnsiedlung sein. So jedenfalls stellten sich Ulrike und Christian Tadsen ihr neues Zuhause im Stadtteil Kronenburg vor. Doch was sie derzeit erleben, ist nach ihren Angaben vergleichbar mit dem Verkehr auf einer Bundesstraße. „Besonders morgens ab 7 Uhr und nachmittags ab 17 Uhr rauschen die Autos mit hoher Geschwindigkeit durch die Straße“, berichtet das Ehepaar. Bei offenem Fenster sei der Lärm unerträglich. „Dabei ist diese Wohnsiedlung mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 versehen “, sagt Christian Tadsen und weist auf das entsprechende Verkehrsschild im Eingangsbereich der Siedlung hin. Dazu komme, dass in dem Stadtteil viele Familien mit kleinen Kindern wohnen. „Wir sind deshalb alle auf gegenseitige Rücksichtnahme angewiesen.“

Offensichtlich hätten das jedoch nicht alle motorisierten Bewohner verinnerlicht. Zwei Mal seien bereits Geschwindigkeitsmessgeräte aufgestellt worden, berichtet das Ehepaar. „In dieser Zeit verhielten sich die Auto- und Motorradfahrer dann auch wie vorgeschrieben.“ Doch kaum war das Messgerät abgebaut, sei wieder gerast worden.

Das könnte auch mit dem ungünstigen Standort des Tempo-30-Schildes zusammenhängen. Auf der rechten Seite ist dieses Schild hinter dem gelben Ortsschild angebracht – „und viele Autofahrer, die vom Kreisverkehr in die Siedlung einfahren, sehen das Schild schlichtweg nicht“, vermutet Christian Tadsen. Bestätigt wird das auch von Ken Heuer, dessen Arbeitsplatz sich im Einmündungsbereich befindet. „Das Verkehrsschild steht definitiv am falschen Ort.“ Das könne erklären, warum viele Autofahrer mit mindestens Tempo 50 in den Bereich einfahren. Wie die Tadsens wundert auch Heuer sich darüber, dass nicht beidseitig auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hingewiesen wird. „Außerdem müssten die Schilder vorgezogen und mindestens auf gleicher Höhe wie das Ortsschild angebracht werden“, schlägt Christian Tadsen vor.

Malte Hansen, Leiter des Ordnungsamtes, kann die Vorwürfe zwar nicht komplett nachvollziehen. Tatsächlich seien zwei Mal Messungen vorgenommen worden, bestätigt er. Doch die Geräte seien gar nicht mit einer Geschwindigkeitsanzeige ausgestattet gewesen. „Das war ein unscheinbarer grauer Kasten, der als Messgerät gar nicht erkannt werden konnte“, stellt er klar. Und die Ergebnisse der Messung seien ebenfalls unauffällig gewesen. „Natürlich gibt es immer Ausreißer. Aber gut 85 Prozent der erfassten Fahrzeuge haben sich im Großen und Ganzen auch an die vorgegebene Geschwindigkeit gehalten.“

Tatsächlich gebe es aber Geschwindigkeitsbegrenzungs-Zonen in Husum, wo das entsprechende Verkehrsschild beidseitig angebracht ist. „Wir werden die Situation deshalb vor Ort überprüfen“, verspricht der Ordnungsamtsleiter. Dabei soll sowohl der Standort des betreffenden Verkehrsschildes unter die Lupe genommen werden als auch die Möglichkeit, ein weiteres Schild auf der linken Seite anzubringen.

Dass es auch anders geht, hat Christian Tadsen beim Lastwagen-Verkehr festgestellt, mit dem Material zu den zahlreichen Baustellen transportiert wird. „Ich habe mal eine Baufirma angesprochen – und seither fahren die Lkw-Fahrer vorbildlich“, berichtet er.

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