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Abriss-Party in Husum : Mit einem Fest fiel die Fassade

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Trubel in der Großstraße: Hunderte Schaulustige beobachteten, wie Bagger die erste Hälfte der Kaufhaus-Front einrissen.

Seit Wochen konnten Passanten die Abrissarbeiten am ehemaligen Hertie-Kaufhaus und der benachbarten Gründerzeit-Villa in der Großstraße beobachten. Mit großen, stählernen Mäulern an ihren Teleskop-Armen bissen sich die Bagger an den Betonwänden fest und zermalmten die mit Stahl durchzogenen Träger und Säulen. Stück für Stück arbeiteten sich die mächtigen Maschinen mit ihren tonnenschweren Greifern in Richtung Großstraße vor. Und gestern (Dienstag, 14. März) ab dem späten Nachmittag war es dann so weit: Die ersten Teile der Gebäudefront an der Großstraße fielen – im Beisein zahlreicher Schaulustiger.

Der Abrisszeitplan war genau errechnet worden. So hatte Volkmar Drescher, der verantwortliche Projektleiter von Prelios Immobilien Management, die Husumer Bevölkerung zu einer Abriss-Party einladen können. Und Hunderte Neugierige nutzten die Gelegenheit, um bei den Abbrucharbeiten an der Front des ehemaligen Grimme-, Karstadt- und Hertie-Hauses dabei zu sein.

„Dieses Gebäude hat immerhin fast ein halbes Jahrhundert lang das Bild der Innenstadt geprägt“, gab Isolde Jansen aus Husum zu bedenken. Man müsse zwar kein Freund des Baus gewesen sein. „Aber damit geht natürlich ein gewohntes Bild für immer verloren.“

Hans Heydtmann verbindet mit diesem Gebäude sehr viel. „Ich war damals beim Bau des Kaufhauses Ende der 1960er Jahre Bauleiter der Rohbaufirma.“ Als Verlust empfindet er den Abriss nicht: „Ich bin zu sehr Realist, das Gebäude hatte keinen dominanten Wert.“ Er sehe vielmehr optimistisch auf das, was da kommt. „Für Husum ist das ein Gewinn.“

Für Willi Jung war der Abbruch überfällig. „Husum muss am Ball bleiben und mit dem geplanten Neubau wird die Innenstadt ein neues und einladenderes Gesicht bekommen.“

Unter den vielen Zuschauern befand sich auch Holger Thiesen aus Wester-Ohrstedt. Der 60-Jährige hatte 23 Jahre in dem Gebäude gearbeitet. Mit dieser Zeit habe er zwar schon längst abgeschlossen. „Aber ein Abschied von meinem ehemaligen Arbeitsplatz ist es schon.“ Kaum hatte er ausgesprochen, fiel der obere Teil der Fassade mit ohrenbetäubendem Lärm in sich zusammen.

Horst Kaufmann aus Friedrichstadt zeigte sich beeindruckt und stellte fest: „Da sind Profis am Werk, die wissen, wie sie mit ihren Maschinen umgehen und ein Gebäude dieser Größenordnung niederreißen können.“

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