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Husumer Nachrichten

29. März 2017 | 11:29 Uhr

Husum : Mit Anbau auf zu neuen Ufern

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kirchengemeinde Husum investiert fast 900.000 Euro in die Erweiterung und Sanierung von Altenbegegnungsstätte und Gemeindehaus: auch, um das Programm zu erweitern.

Es ist ein Großprojekt, das die Kirchengemeinde St. Marien Husum noch in diesem Jahr anpacken will. Die Altenbegegnungsstätte mit dem Gemeindehaus in der Norderstraße 2 wird einen großzügigen Anbau (Gesamtfläche: 172 Quadratmeter) mit Vorhalle, behindertengerechten Toiletten, Gruppenräumen und einem Abstellraum erhalten. Dafür müssen etwa 851.000 Euro in die Hand genommen werden, wobei diese Summe die Sanierung – es geht auch um Brandschutzauflagen – und den Umbau des kompletten Bestandshauses enthält. Bisher ist geplant, in den Sommermonaten zu starten und dann zeitgleich die Einrichtung zu schließen.

Ein sichtlich erleichterter Stefan Klocker stellte als Vorsitzender des Kirchengemeinderats im Gespräch mit unserer Zeitung die Pläne vor, mit denen die nicht mehr tragbare Raumnot behoben werden soll. Ob die Aktion „Winterküche“ als Essen in Gemeinschaft oder andere Angebote: Die Altenbegegnungsstätte platzt oftmals aus allen Nähten. Der Modernisierung und dem Ziel, das Programm zu erweitern, wird auch mit einem neuen Namen Rechnung getragen: Ein Vorschlag lautet „Haus der Begegnung“. Klocker: „Wir werden einen Wettbewerb für die Namenssuche initiieren.“

Da die Stiftung Deutsches Hilfswerk sich mit etwa 300.000 Euro an diesem Projekt beteiligt, drängt die Zeit. Denn diese Mittel, die seit März 2016 bereitstehen, „müssen wir in 24 Monaten abgerufen haben, das bedeutet für uns, vor März 2018 anzufangen“, erklärt Klocker. „Und ein Jahr der Frist ist schon verstrichen.“ Dies ist langwierigen Verhandlungen mit dem Landesamt für Denkmalpflege geschuldet, deren Fachleute zunächst den Garten erhalten wollten. 2015 hatten die Diskussionen für den Vorsitzenden des Kirchengemeinderats mit den Denkmalschützern begonnen, um den Weg für den Anbau frei zu machen. Am Ende ging es dann noch um den historischen Schuppen, die historische Mauer an einer Seite des Gartens und eine hohe Linde, die zunächst irrtümlich als geschützt angesehen worden war. Doch der Baum ist erst 60 bis 80 Jahre alt.  .  .

In diesem Jahr haben sich beide Seiten auf einen Kompromiss geeinigt – die Linde ist vor Kurzem gefällt worden. Der kleine gemauerte Schuppen am Ende des Grundstücks darf ebenfalls weichen – nur die Mauer muss erhalten bleiben: und vor allem sichtbar sein. Dies ist der Grund, warum der gesamte neue Trakt, zu dem auch eine Terrasse gehören wird, vorrangig aus Glas bestehen soll – eine Ausnahme ist der etwa 20 Quadratmeter große Abstellraum. Nun muss jedoch erst einmal die Bürokratie anlaufen und der zuständige Architekt des Kirchenkreises Nordfriesland die Baugenehmigung einholen. Stefan Klocker hofft auf eine schnelle Entscheidung und darauf, dass Verträge mit Handwerksbetrieben ebenfalls schnell möglich sein werden. „Wir würden auch im Winter anfangen: Hauptsache, wir verlieren die Stiftungsgelder nicht.“

Der größte Bereich des Anbaus (mehr als 80 Quadratmeter) ist für zwei etwa gleich große Gruppenräume vorgesehen, die durch das Öffnen einer schalldichten, beweglichen Trennwand in einen großen Saal verwandelt werden können. Eine weitere bewegliche Wand ist zwischen Vorhalle und Gruppenräumen geplant.

„Dann wird unsere Stadtkantorei, die in die Theodor-Storm-Schule umgezogen ist, endlich wieder bei uns proben“, freut sich Klocker auf die Zukunft. Und Küster Sven Jensen müsste nicht mehr vor jedem Treffen des Singkreises Tische und Stühle aus dem großen Raum im Erdgeschoss des Bestandshauses entfernen. Vorgesehen ist, dort eine Küche und ein Café mit einem kleinen Internetbereich für die Besucherinnen und Besucher einzurichten.

Zu den Auflagen, die der Brandschutz für das historische Haus verlangt, gehört ein Fluchtweg aus dem oberen Stockwerk. „Zurzeit dürfen dort keine Angebote für mehr als zwölf Personen stattfinden, damit die Feuerwehr im Notfall alle retten könnte“, erläutert Klocker. Ein Fahrstuhl im Haupthaus steht auch auf dem Plan des Architekten. Dieser allein verursacht Kosten in Höhe von 150.000 Euro.

Das denkmalgeschützte Gebäude von 1843 ist seit 2016 ein Kulturdenkmal. Es hatte viele Funktionen: war „Warteschule“, Kindergarten, Rentamt – und ist seit 1976 Altenbegegnungsstätte und Gemeindehaus. „Es ist für die Kirche, aber auch für Husum wichtig“, betont Stefan Klocker. Eine Bitte äußert er mit Blick auf die Schließung während der Bauzeit: „Wir müssen dann ja alle unsere Kurse und Veranstaltungen auslagern. Deshalb sind wir dankbar, wenn uns Räume zur Verfügung gestellt werden.“

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erstellt am 05.Mär.2017 | 08:00 Uhr

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