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Husumer Nachrichten

08. Dezember 2016 | 15:35 Uhr

Kapazität wird verdoppelt : Meierei-Neubau beginnt im März

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Meiereigenossenschaft Viöl baut für 18,5 Millionen Euro eine Produktionsstätte im neuen Gewerbegebiet. Von bislang 100 Millionen Kilogramm Milch wird die Kapazität auf 200 Millionen Kilogramm-Jahresleistung ausgebaut.

Im März kann es losgehen, dann wird auf drei Hektar Fläche hinter dem neuen Gewerbegebiet an der Bundesstraße 200 die Viöler Meierei mit ihrem Neubau beginnen. Zwei Hektar der Fläche werden für den Betrieb genutzt, ein Hektar bleibt als Reserve, sagt Ulrich Lembcke, Geschäftsführer der Meiereigenossenschaft Viöl eG. Rund 18,5 Millionen Euro werden in die neue Meierei auf der grünen Wiese investiert. Von dem in der Region verwurzelten Betrieb, der seit 1956 mitten im Ort produziert, hängen gegenwärtig 150 Landwirtsfamilien ab, denn so viele Lieferanten hat das Unternehmen. Hinzu kommen noch 15 Mitarbeiter, darunter zwei Teilzeitkräfte. Und anders als viele anderen Meiereien, deren Milchtanker von Subunternehmern gefahren werden, hat Viöl drei eigene Milch-Lkw, die Fahrer sind fest angestellt.

Schon seit längerem werde, wie Lemcke erläutert, über eine Erweiterung, beziehungsweise Aussiedelung nachgedacht, denn die Lage mitten im Ort sei nur suboptimal. Zum einen könne der Betrieb nur eine eingeschränkte Produktpalette liefern, und eine Erweiterung sei kaum machbar. Zudem müssten die schweren Lkw immer die Hauptstraße des Dorfes entlangfahren. Weiter gibt es auf dem Betriebsgelände keine eigene Waage, so dass die mit dem in Viöl produzierten Magermilch-Konzentrat befüllten Lkw außerhalb des Dorfes die Waage eines landwirtschaftlichen Lieferanten nutzen müssen.

Wenn alles nach Plan verläuft, dann könnte im Sommer 2017 die Produktion in der neuen Meierei aufgenommen werden – bis Ende 2017 mehr als Probetrieb, Ende des Jahres dann aber voll, so dass der Betrieb im Ort geschlossen werden könne. Dort verbleiben dann, wie Lembcke sagt, nur noch Lkw -Garagen und Platz für das Archiv. Langfristig allerdings sollen diese Bereiche auch auf das neue Betriebsgelände überwechseln.

Mit dem Umzug an den neuen Standort verdoppelt das Unternehmen seine Kapazität auf dann 200 Millionen Kilogramm Milch-Jahresverarbeitung. Gebaut werden Anlagen mit einer Tagesleistung von 600  000 Kilogramm. Das Produktspektrum ist auf Rahm und Magermilch-Konzentrat ausgerichtet. „Wir können allerdings bei Bedarf“, erläuterte Lembcke, „auch die Palette wechseln und andere Dinge produzieren. Das ist bislang nicht möglich, Die fachliche Qualifikation dazu haben unsere Mitarbeiter.“

Trotz der gegenwärtigen Krise auf dem Milchmarkt blickt Ulrich Lembcke dennoch optimistisch in die Zukunft. Lag noch vor einigen Jahren die Auszahlung an die Lieferanten bei fast 40 Cent und damit in der Höhe an zweiter Stelle deutschlandweit, gibt es gegenwärtig nur 26 Cent je Kilogramm. „Damit sind wir natürlich nicht zufrieden, denn unsere Lieferanten können damit kaum über die Runden kommen“, sagt der Geschäftsführer, der aber langfristig auf eine Stabilisierung hofft. Denn trotz der niedrigen Preise wurde im vergangenen Jahr eine Steigerung von fünf Prozent – fünf Millionen Kilogramm – in Viöl erzielt. Markantes Wahrzeichen der Produktionsstätte mitten im Dorf ist der silberne, etwa 15 Meter hohe Eindampfer. Der neue wird 25 Meter hoch sein und für Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Husum kommen, auf der linken Seite des Ortes gut sichtbar sein.

Vorbildlich bemüht sich die Meiereigenossenschaft künftig um die Energieeinsparung, denn in einer Meierei fällt bei der Verarbeitung viel Wärme an. Bis zu 30 Prozent Einsparung, sprich erneute Nutzung, werden dann möglich sein. Um in den Genuss von vergünstigten Geldern der Kreditanstalt für den Wiederaufbau zu gelangen, hätten 25 Prozent gereicht, sagt Lembcke.

 

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erstellt am 02.Feb.2016 | 09:30 Uhr

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