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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 01:08 Uhr

Zuschuss : Mehr Geld für Schul-Kantinen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Stadt erhöht den Zuschuss für die Gemeinschaftsschulen um zusätzliche 6000 Euro. Der Grund: Die Personalkosten können kaum gedeckt werden.

Die drei Frauen hinter der Theke treffen die letzten Vorbereitungen für das Mittagessen. Um Punkt eins stürmen die ersten Schüler in die Mensa der Gemeinschaftsschule Nord. Jetzt muss es schnell gehen. In den nächsten 20 Minuten werden etwa 50 Teller, gefüllt mit dampfendem Tortellini-Auflauf, ausgegeben.

Im März 2015 wurde die Mensa der Gemeinschaftsschule für 980.000 Euro fertig gestellt. Schon vorher waren weitere Millionen in den Bau der anderen Schul-Mensen geflossen. Jetzt hat der Schulausschuss weitere 6000 Euro für die beiden Gemeinschaftsschulen freigegeben. Die Husumer Nachrichten fragen nach, wie der Betrieb läuft.

Von den 660 Schülern an der Gemeinschaftsschule Nord nutzen etwa zwölf Prozent der Kinder das Mittagsangebot der Mensa. „Das ist ein guter Schnitt. Man muss bedenken, dass nicht alle jeden Tag über die sechste Stunde hinaus Unterricht haben“, sagt Schulleiter Dieter Boe. Außerdem richte sich das Angebot vor allem an Kinder, die mittags nicht zuhause betreut werden können.

An der Hermann-Tast-Schule (HTS) gehen täglich 40 bis 170 warme Essen über den Tresen. „Es ist schwierig, eine durchschnittliche Zahl zu nennen“, sagt Direktorin Renate Christiansen. Das hänge von vielen Faktoren ab. „Pizza und Nudeln laufen aber immer gut.“ Nicht jeder esse eine ganze Mahlzeit und für sämtliche 1080 Schüler reichten die Kapazitäten der Mensa gar nicht aus.

Wenn die Sekundarstufe bis über die sechste Stunde hinaus Unterricht hat, wird mehr warmes Essen ausgegeben. „Die Kleinen dürfen das Schulgebäude nicht verlassen, die Älteren hingegen können sich auch draußen etwas kaufen“, erklärt die Schulleiterin.

Neben den drei festen Kräften helfen an der HTS mehr als 100 Elternteile in drei bis vier Personen-Schichten. „Gerade vormittags schmieren sie Brötchen und schnibbeln Salat“, sagt Christiansen. An der Gemeinschaftsschule Nord arbeiten eine Teilzeitkraft sowie zwei Personen auf 450-Euro-Basis im Mensa-Betrieb mit. Darüber hinaus helfen 35 Eltern jeweils alle zwei Wochen für zwei Stunden ehrenamtlich aus. Zu den Personalkosten hinzu kommen Anschaffungskosten. „Wir haben vor Kurzem einen neuen Gefrierschrank gekauft“, sagt Boe.

Um den Betrieb der offenen Ganztagsschulen zu unterstützen, stellt die Stadt Husum jeder weiterführenden Schule jährlich 10.000 Euro zur Verfügung. Bereits bei der Haushaltsaufsstellung 2016, die im vergangenen Herbst stattfand, signalisierten die beiden Gemeinschaftsschulen, dass sie mit diesem Geld eventuell nicht auskommen würden. Deshalb wurde ein Sperrvermerk über zusätzliche 6000 Euro eingesetzt, der gegebenenfalls aufgehoben werden kann. Die Ferdinand-Tönnies-Schule (FTS) stellte jetzt einen entsprechenden Antrag bei der Stadt, da die anfallenden Lohnkosten nicht mehr gedeckt werden können. Die Stadt erhöhte daraufhin gleich den Betrag für beide Gemeinschaftsschulen.

„Wir müssen vor allem die Personalkosten decken, um den Mensabetrieb aufrecht zu erhalten“, bestätigt Boe und vergleicht seine Schule mit den Gymnasien. „Das Problem ist, dass wir trotz geringerer Schülerzahlen genauso viel Personal benötigen“, sagt er, da zu den Stoßzeiten der Andrang sehr groß sei. Der Umsatz sei an den Gemeinschaftsschulen aber deutlich geringer. „Eigentlich kommen wir ganz gut mit dem Geld klar“, erläutert Boe. Nach einjähriger Probezeit sei die Schule sogar in der Lage, die Preise ein wenig zu senken.

In der Mittagspause sitzen Schüler und Lehrkräfte gemeinsam am Tisch. „Die Mensa ist auch ein Treffpunkt“, sagt Boe. Hier begegnen die Kinder den Lehrenden auf anderer Ebene. „Heute ist die Mensa gar nicht mehr aus dem Schulalltag wegzudenken“, bestätigt Christiansen.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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