zur Navigation springen

Husumer Nachrichten

04. Dezember 2016 | 09:15 Uhr

Angeblicher Drogenhandel : Mehr Anzeigen und neue Vorwürfe: Prozess gegen Husumer Arzt zieht sich hin

vom

Ein Husumer Allgemeinmediziner soll massenhaft mit Betäubungsmitteln gehandelt und die Kassenärztliche Vereinigung betrogen haben.

Flensburg/Husum | Im Prozess wegen Drogenhandels und Abrechnungsbetrugs gegen einen Hausarzt aus Husum haben sich Anklage und Verteidigung heftige gestritten. Bereits am zweiten Verhandlungstag vor dem Landgericht Flensburg beantragte der Staatsanwalt, 17 Anzeigen des Beschuldigten in den Prozess um rund 1000 Taten aufzunehmen. Mit den Anzeigen soll der 51-Jährige versucht haben, andere Substitutionsärzte sowie das Gesundheitsamt einzuschüchtern. Der Arzt schwieg bislang zu den Vorwürfen. Die Verteidigerin wirft den Ermittlern indes vor, sie hätten unerlaubt einer hochrangigen Mitarbeiterin des Gesundheitsamts sensible Patientendaten gezeigt.

Die Beweisaufnahme gestaltete sich in dem Indizienprozess derweil schwierig. Die ersten von zahlreichen früheren Patienten des Arztes - am Mittwoch waren nur Zeugen geladen, deren Nachnamen mit A, B oder C beginnen - sollten zu ihrer Krankengeschichte aussagen. Einer will zwar nach Unfällen beim Arzt gewesen, aber nie wegen einer Drogensucht. Ein anderer gab zu, einst von Drogen abhängig gewesen zu sein, will aber nie Methadon verschrieben bekommen haben. Laut Anklage soll der Arzt auch nicht abhängige Patienten mit falschen Diagnosen geführt haben, um in ihrem Namen Drogen zu bekommen.

Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft ihm vor, Betäubungsmittel an Patienten verkauft zu haben, ohne dass dies medizinisch nötig war - sowie an Menschen, die nicht an einem Substitutionsprogramm teilnahmen. Ferner soll er die Kassenärztliche Vereinigung zwischen 2007 und 2010 bei Abrechnungen betrogen zu haben. Der Sachschaden beträgt laut Anklage 1,26 Millionen Euro. Die Entscheidung über den Antrag hat das Gericht vertagt.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Sep.2016 | 13:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen