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Husumer Nachrichten

07. Dezember 2016 | 09:40 Uhr

Friedrichstadt : Markttreiben vor blumiger Kulisse

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Rosenträume lockten einmal mehr viele Gartenfreunde noch Friedrichstadt. 43 Aussteller boten ihre Waren feil. Der Landfrauenverein freute sich über den Erfolg seiner Rosenbutter.

Dass Petrus ein ernsthafter Rosen-Fan ist, bezweifelt zwar so mancher angesichts der Regenmengen, die in den vergangenen Tagen das Land fluteten. Immerhin aber war der Wettergott bei den Friedrichstädter Rosenträumen gnädig gestimmt und beließ es bei einigen kräftigen Schauern. Davon ließen sich die unzähligen Besucher, die es am Wochenende in die Holländerstadt zog, nicht abhalten, der Königin der Blumen ihre Aufwartung zu machen. Und wie immer hatten die Rosenfreunde aus Nah und Fern auch diesmal die Qual der Wahl bei der Vielzahl konkurrierender Schönheiten, deren Duft den Marktplatz erfüllte. Einer von sechs Züchtern und erstmals in Friedrichstadt dabei: die Rosenschule Michael Gust, die als neueste Schöpfung die mehrfach blühende Bienenweide „Babylon Eyes“ im Programm hatte. „Bienen lieben offene Blüten“, erklärte Michael Gust und zeigte auf die kleinen Insekten, die emsig von Blüte zu Blüte summten: „Bei den gefüllten Sorten kommen sie nicht an die Staubgefäße ran.“

Wilfried Gall und Wolfgang Veitz waren eigens wegen der Rosenträume in die Grachtenstadt gekommen. Die beiden Münchner machen zurzeit Urlaub auf Sylt und kauften spontan eine Rose, die sie per Bahn nach Westerland transportierten: „Dort macht sie dann noch eine Woche Urlaub mit uns“, sagte Wilfried Gall lachend, „bevor sie mit dem Zug nach Hamburg fährt und dort mit uns in den Flieger nach München steigt.“

Pflanze um Pflanze schleppten Rosen-Fans vom Marktplatz, während andere Besucher den verlockenden Angeboten in den Pavillons erlagen: Gartenobjekte und Wohnaccessoires, Metall- und Holzkunst, Strandkörbe, Keramik, Schmuck, Filz, Schals und Häkelarbeiten fand man ebenso wie diverse Köstlichkeiten aus Rosenblättern. „Der Renner ist in diesem Jahr unsere Rosenbutter“, berichtete Ingrid Sattler vom Landfrauenverein Friedrichstadt und Umgebung, um deren Stand sich regelmäßig Menschentrauben bildeten. Knapp 80 selbstgebackene Torten gingen an beiden Tagen über den Tresen. Doch auch Lakritz und Kaffeespezialitäten an zwei urigen Fahrradständen, die erstmals dabei waren, fanden ihre Liebhaber. Maria Ziara von der Keramikwerkstatt „Tonalto“, die erst seit einem guten Jahr in Friedrichstadt zuhause ist, freute sich über die große Resonanz auf ihre Arbeiten: „Ich habe viele neue Kontakte geknüpft.“

Kontakte knüpften auch Vera und Jens Friesendorff, die sich bei den Rosenträumen mit einer erlesenen Weinauswahl vorstellen. Das Ehepaar von Amrum renoviert zurzeit aufwändig das historische „Stapelholm“-Haus und den Garten am Ostersielzug, wo es im September ein Lokal eröffnen möchte: „Nennt es Weinstube, Kneipe, Utspann, Café – egal, wir nennen es unsere Kajüte“, sagte Jens Friesendorff.

Während die Stormtown Jazzcompany zum Frühschoppen swingte, heizten die „Citizens oft the Sun“ mit Oldies vor dem Fußballspiel Deutschland-Italien ein. Denn auch die Fußball-Fans unter den Rosenfreunden kamen nicht zu kurz: Knapp 250 Zuschauer feuerten beim Public Viewing auf dem Grünen Markt Jogi Löws Mannschaft an, erst ein kräftiger Regenschauer reduzierte die Massen, konnte die Begeisterung aber nicht trüben. Auch die Band-Battle am Sonntag zwischen dem Dänischen Schulorchester Friedrichstadt und dem Jugendblasorchester Rödemis wurde zum Publikumsmagneten. „Toll, was in diesem Jahr auf die Beine gestellt wurde“, lobte ein Besucher. Anja Andersen, die für den Tourismusverein Friedrichstadt die Veranstaltung betreut, war denn auch hochzufrieden mit Resonanz und Verlauf. Und das Wetter? „Wir haben natürlich vorher den Sonnentanz getanzt“, sagte sie schmunzelnd. Das musste Petrus so beeindruckt haben, dass er immer nur kurz die Himmelsschleusen öffnete.

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