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Trockenheit hilft Bauern : Maisernte: Absprache nach Bedarf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Obwohl die Maisernte im Amt Viöl läuft, hält sich der Ärger über verschmutzte Fahrbahnen in Grenzen. Um Banketten zu schonen und die Wege zu entlasten, wird dort vielfach die Einbahnstraßen-Regelung praktiziert

Sie läuft wieder auf Hochtouren, die Maisernte. „Bislang haben wir aber noch so gut wie keine Klagen oder Beschwerden von Bürgern über die großen Erntefahrzeuge erhalten“, sagt Gerd Carstensen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Viöl. Das mag seiner Einschätzung nach auch daran liegen, dass gegenwärtig sehr trockenes Wetter herrscht. „Noch haben wir keine extrem mit Matsch verdreckten Straßen, so dass auch die Verkehrsteilnehmer mit der Verschmutzung durch die landwirtschaftlichen Fahrzeuge noch ganz gut leben können.“ Das Hauptproblem sei aber weiterhin die große Breite der Fahrzeuge, da sie auf vielen der schmalen Wirtschaftswegen kaum überholt werden könnten.

Absprachen zwischen der Amtsverwaltung und Lohnunternehmen oder Landwirten, nur bestimmte Wege für den Ernteeinsatz zu nutzen, so Carstensen, gebe es nicht – in einigen Gemeinden allerdings zwischen einzelnen Landwirten und den Bürgermeistern über besondere Regelungen. Das wird auch im Bereich Nordsee-Treene so praktiziert. Nach Angaben von Claus Röhe, (LVB) in Mildstedt, habe sich das auch bewährt.

Vor fünf Jahren bemühte sich das Amt Viöl gemeinsam mit den Bürgermeistern, Bauernvertretern und Lohnunternehmen um eine einheitliche Regelung. Vieler orts wurde daraufhin die sogenannte Einbahnstraßen-Regelung eingeführt, die sich ganz besonders in den Gemeinden Ahrenviöl und Ahrenviölfeld sehr gut bewährt hat. Die leeren Erntefahrzeuge fahren einen anderen Weg als die beladenen. So wird nicht nur der Begegnungsverkehr entspannter, denn viele Kommunen klagten und klagen über zerfahrene und zerstörte Banketten, auch die Belastung der Wirtschaftswege wird reduziert. Denn für deren Reparatur sind ausschließlich die Gemeinden selbst zuständig – und die haben in der Regel nicht genügend Geld dafür. Schließlich kostet allein ein Kilometer Wirtschaftsweg im Schnitt rund 300.000 Euro. Zuschüsse von der Landesregierung gibt es nicht in ausreichender Höhe, denn auch in Kiel fehlt es an genügend Mitteln für den Straßenbau.

Melf Melfsen, Vorsitzender des Bauernverbandes Husum-Eiderstedt, ist über Absprachen zwischen seinem Verband und Gemeinden oder Ämtern nichts bekannt. „Darüber könnte man aber noch einmal nachdenken“, sagt er, „denn wir müssen ja alle miteinander auskommen.“ Wegen des trockenen Wetters gebe es scheinbar bislang aber weniger Probleme mit anderen Verkehrsteilnehmern, sagt er. Bei der Größe der Erntemaschinen könne er aber schon manche Anlieger verstehen, die sich durch die Fahrzeuge gestört fühlten. Auch den Ärger mancher Verkehrsteilnehmer, die hinter einem Häcksler oder einem beladenen Fahrzeug über eine längere Strecke herfahren müssten, könne er nachvollziehen.

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erstellt am 28.Sep.2016 | 07:00 Uhr

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