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Husumer Nachrichten

03. Dezember 2016 | 12:41 Uhr

Vierte Nordsee-Krimitage : Lokale Kriminalgeschichten begeistern

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum Auftakt der vierten Nordsee-Krimitage in St. Peter-Ording las die bekannte Autorin Dora Heldt. Viele ihrer Fans nutzen die Chance, sich ein Buch von ihr signieren zu lassen.

Voll besetzt war das Dünen-Hus in St. Peter-Ording anlässlich der Eröffnung der vierten Nordsee-Krimitage unter dem Titel „Nordverdächtig“. Die unter dem Pseudonym Dora Heldt bekannte Autorin wollte aus ihrem ersten Krimi „Böse Leute“ lesen. Dass er auf Sylt spielt, ist kein Wunder, ist die heute in Hamburg lebende Buchhändlerin und Verlagsvertreterin doch dort geboren.

Krimiatmosphäre schafften gleich zu Beginn Franziska Fuhrmann und Rolf Lindhorst aus Glückstadt als Duo „Coast & Crime“. Als „Und sie tanzen einen Tango, Jacky Brown und Baby Miller“, erklang, wussten alle: Jetzt ist Krimizeit. Eingestimmt darauf hatten Diplom-Bibliothekar Andreas Falkenhagen, der Leiter der Gemeindebücherei und Mediothek sowie Initiator der Nordsee-Krimitage von Tondern bis Brunsbüttel, und Monika Grutza als stellvertretende Bürgermeisterin. Sie betonte die Bedeutung dieser und anderer kultureller Veranstaltungen für die Tourismusorte. „Ohne Krimi“ geht es in den nächsten zwölf Tagen an der Nordseeküste jedenfalls nicht zu. Falkenhagen wies besonders auf den Regionalbezug hin: „Alle Krimis spielen hier an der Küste.“

Danach führte im wahrsten Sinne Bärbel Schmidt alias Dora Heldt das Wort. Mit ihrer angenehmen Stimme zog sie von Anfang an ihre Zuhörer vor allem erzählend in den Bann, wusste Frauen und Männer gleichermaßen anzusprechen, für Heiterkeit zu sorgen und in ihre „Romanschreiberei“ einzuführen. Ihr Vater sei ein echter Norddeutscher, „was die Kommunikation betrifft“, und sie selbst neige ein wenig zur Schlamperei. Wenn sie dann so eine Idee habe, verändere sich manchmal plötzlich eine Person, weil sie sich bezüglich dieses Einfalls keine Notiz gemacht habe. „Mit deiner Arbeitsweise wirst du mit einem Krimi grandios scheitern“, hatte ihr Verleger gesagt. Das sei für „Böse Leute“ der Auslöser gewesen. Warum nun gerade dieser Titel, erfuhr man an diesem Abend nicht, aber man lernte die einzelnen Personen ein wenig näher kennen. Das sind Peter Runge als gerade neuer Polizeichef, der von der Ostsee gekommen ist, und der ehemalige Stationsleiter Karl Sönnichsen. Der fühlt sich mit seinem „Wissen von der Insel“ gefordert und mengt sich ein, als hintereinander mysteriöse Einbrüche „ohne Leiche“ in Häuser alleinstehender älterer Damen stattfinden. Das stört Runge, hindert aber seinen Vorgänger nicht an weiterer Recherche. Schließlich sind „Sangesschwestern“ von ihm Einbruchsopfer. Dazu schafft er sich ein Team, zu dem die etwa gleichaltrigen Charlotte und Inge sowie der ehemalige Seenotretter Onno gehören, der seit drei Jahren verwitwet ist. Seine Tochter Maren ist Polizistin und hat sich deswegen gerade erst nach Sylt versetzen lassen.

Als Fan von Loriot verstand es die Autorin immer wieder, ihre „Erzählteile“ mit „Abschnittslesungen“ zu verbinden, die einerseits informieren, andererseits alles offen lassen. Das machte sie überaus gekonnt und amüsant. Viele Zuhörer nahmen ein von Dora Heldt signiertes Buch mit. Es war ein gelungener Auftakt der Nordsee-Krimitage. Alle Besucher kamen unversehrt auf den Heimweg. Im Krimi jedoch soll es wohl eine Tote geben. „Die aber habe es auch verdient“, so Dora Heldt. Info unter www.nordverdaechtig.de


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