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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 08:00 Uhr

Politik in Nordfriesland : Kreis-CDU steht hinter Damerow

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Astrid Damerow wurde auf dem nordfriesischen CDU-Kreisparteitag in Husum mit 98 Prozent der Stimmen erneut zur Vorsitzenden gewählt.

Der Platz vor den Husumer Kegler-Stuben ist komplett zugeparkt. Am Eingang steht CDU-Politikerin Astrid Damerow, umgeben von einigen Parteimitgliedern. „Schön, dass heute so viele dabei sind“, sagt die Landtagsabgeordnete und begrüßt jeden einzelnen per Handschlag. Für Damerow ist heute ein wichtiger Tag. Die Wahlen des neuen Kreisvorstandes stehen an – und sie kandidiert erneut für den Posten der Vorsitzenden, den die 58-Jährige in den vergangenen vier Jahren inne hatte. Mit Erfolg – wie sich im Laufe dieses Sonnabend-Vormittages zeigen wird, denn Damerow wird mit einem überragenden Ergebnis von 98,6 Prozent wiedergewählt.

Die nordfriesischen Christdemokraten haben ein turbulentes Jahr hinter sich. Für den größten Paukenschlag sorgte Ingbert Liebing, der am 28. Oktober überraschend seinen Verzicht auf die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl im kommenden Jahr verkündete. Besonders aus dem Kreisverband Nordfriesland hatte es nach dem Rücktritt Kritik an Nachfolger und Landtagsfraktionschef Daniel Günther sowie anderen Funktionären gegeben. Diese hätten Liebing nicht ausreichend unterstützt, so der Vorwurf (wir berichteten).

„Wir haben die Schnauze voll von dieser Hinterzimmerdiplomatie, die Entscheidungen vorbereitet, Leute unter Druck setzt und schließlich die Partei vor vollendete Tatsachen stellt“, hieß es von Seiten des Kreisvorstandes. „Mit dieser – ich gebe zu, sehr harschen Kritik – wollten wir ein Signal an unsere Mitglieder und die Bürger aussenden, dass es auch innerhalb der Partei eine offene und ehrliche Diskussionskultur geben muss. Das ist Demokratie“, erklärte Damerow den rund hundert Teilnehmern des Kreisparteitages, die sich Zusammenhalt und Geschlossenheit auf die Fahnen geschrieben haben.

In einer engagierten Rede dankte Ingbert Liebing seinem Heimatverband für dessen Unterstützung. „Ich habe viel Rückhalt in Nordfriesland gespürt. Danke, dass ich weiß, dass ich hier unter Freunden bin“, sagte der Bundestagsabgeordnete. „Mit Astrid Damerow und Heinz Maurus habe ich in den vergangenen Monaten viel über die Situation im Landesverband gesprochen. Ihr seid gute Ratgeber und ehrliche Kritiker. Das ist für mich konstruktive Zusammenarbeit – im Gegensatz zu klugen Ratschlägen, die mir Parteifreunde über die Zeitung gegeben haben.“ Der Sylter war aber auch nach Husum gekommen, um seine persönliche Motivation für die Rücktritts-Entscheidung zu schildern. Er habe nicht die Durchschlagskraft erzielt, die er sich gewünscht habe, so Liebing. Dennoch: Es habe weder Druck aus dem Berliner Konrad-Adenauer-Haus gegeben, noch seien schlechte Umfragewerte der Auslöser für seine Entscheidung gewesen. „Es ist sehr ärgerlich, wenn so etwas kolportiert wird – und dann auch noch aus den eigenen Reihen“, fügte er mit ernster Miene hinzu.

Liebing habe das Gefühl gehabt, auf zu vielen Schlachtfeldern gleichzeitig kämpfen zu müssen. „Am Ende bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Wechsel an der Spitze am ehesten dem Land dient. Es tut mir leid, dass ich den einen oder anderen enttäuscht habe.“ Doch jetzt solle der Blick nach vorn gerichtet werden. Nach wie vor wolle er als Kandidat für den Landtag antreten. „Das alles hat auch etwas Positives“, fügte er am Ende hinzu: „Jetzt kann ich mich in der Landespolitik intensiver um die Belange in Nordfriesland kümmern.“

Dass sie sich offensichtlich gut von ihrem Kreisvorstand vertreten fühlen, zeigten die Mitglieder bei den folgenden Vorstandswahlen. Erneut bestimmte der Parteitag Astrid Damerow zu seiner Vorsitzenden. Von den 78 abgegebenen Stimmen erhielt die Karlumerin, die sich als einzige um den Kreisvorsitz bewarb, 74 Ja-Stimmen. Es gab lediglich eine Gegenstimme und drei Enthaltungen. „Ich freue mich riesig über das Vertrauen“, sagte Damerow, die strahlend die zahlreichen Glückwünsche entgegennahm.

Auf Astrid Damerow wartet nun jede Menge Arbeit. Denn Nordfrieslands CDU-Chefin hat sich bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 um das Direktmandat für den Wahlkreis Nordfriesland/Dithmarschen Nord beworben. Darüber hinaus ist sie vor einer Woche zur stellvertretenden Landesvorsitzenden der Nord-Union gewählt worden. Sie hatte beim CDU-Landesparteitag überraschend ihren Hut für die Stellvertretung Daniel Günthers in den Ring geworfen und zog statt der Landtagsabgeordneten Katja Rathje-Hoffmann in den Vorstand ein.

Der neue Kreisvorstand:

Der Kreisverband Nordfriesland zählt rund 1300 Mitglieder und 45 Ortsverbände. Neben der Vorsitzenden Astrid Damerow gehören dem neuen CDU-Kreisvorstand ihre fünf Stellvertreter Telse Dierks, Leif Bodin, Telse Jacobsen, Klaus Jensen und Christian Schmidt sowie Schatzmeister Helmut Hansen und sein Stellvertreter Benjamin Drozdz an. Zu Beisitzern wurden gewählt: Dirk Asmussen, Antje Bartels, Peter Becker, Doris Carstensen, Michel Deckmann, Florian Lorenzen, Udo Maart, Jürgen Müller-Belzer, Peter Tetzlaff, Andrea Timm-Meves und Jörn Zimmermann.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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