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Husumer Nachrichten

10. Dezember 2016 | 10:02 Uhr

Zwischen Nordfriesland und Hamburg : Kommando Kant legen Debüt vor

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Heute erscheint das Album „Ziehen Sie 'ne Nummer“ von Kommando Kant. Drei Viertel der Band stammt aus Nordfriesland.

Das Pendeln zwischen Heimat und Wahlheimat, zwischen Stadt und Land, zwischen Hektik und Ruhe – das ist der rote Faden, der sich durch die Geschichte der Hamburger Gruppe Kommando Kant zieht.

Sänger Björn Albertsen stammt ursprünglich aus Bredstedt. „Eigentlich habe ich schon immer Musik gemacht“, antwortet er auf die Frage, wann das Interesse dafür seinen Anfang genommen hat. Die ersten Gehversuche als Teil einer Band startet er mit zwei Grundschulfreunden, im Alter von elf Jahren nimmt er erstmals Gitarrenunterricht und schreibt erste Songs.

Jetzt – zwei Bands, ein Umzug nach Hamburg und 15 Jahre später – legen Kommando Kant ihr Debütalbum vor. Heute erscheint „Ziehen Sie ’ne Nummer“ auf dem Berliner Label Motor Music, das auch Künstler wie Marius Müller-Westernhagen und Selig unter Vertrag hat.

„Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mal keine Musik gemacht habe“, sagt Albertsen, als er weiter nachdenkt. Seine – in eigenen Worten – „erste richtige Band“ Endgleis gründet der ehemalige Theodor-Storm-Schüler im Alter von 16 Jahren in Husum. Sie spielen erste Konzerte und bauen sich eine kleine Fangemeinde auf. Etwa 2010 ist damit aber Schluss. Die Freunde beenden die Schule und Albertsen zieht es nach Hamburg. Er gründet mit dem heutigen Kommando-Kant-Gitarristen André Kurberg eine Wohngemeinschaft und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Mitgliedern für eine neue Band. 2012 lernen die beiden ihren heutigen Bassisten Marius Magaard kennen – als sie im Zug zwischen Hamburg und Husum unterwegs sind und sich ein Gruppenticket teilen. Zuerst proben sie zu dritt, nach einer langwierigen Suche stößt schließlich Schlagzeuger Jannis Reiher in die Gruppe – als einziger Nicht-Nordfriese.

Sie proben in Hamburg und spielen auch ihre ersten Konzerte da. Bis es vor zwei Jahren auch Kommando Kant erstmals zu einem Auftritt in die Heimat zieht. Bei der elften Ausgabe von „Der Hafen rockt“ im Speicher spielen die vier in Husum.

„Wir schätzen Nordfriesland nach wie vor sehr als Rückzugsort, um immer mal wieder einen Ausgleich zum Stadttrubel zu haben“, sagt Björn Albertsen. „Die Ruhe, und dass man mal ein paar Kilometer gehen kann, ohne jemanden zu treffen – das ist schon viel wert.“ Auch in ihren Liedern spiegelt sich das wieder. „Der Norden kommt zumindest indirekt immer wieder vor.“ Der Song „In Fahrtrichtung links“ auf ihrem neuen Album thematisiert das Pendeln zwischen Nordfriesland und Hamburg.

Produziert wurde „Ziehen Sie ’ne Nummer“ von Hauke Albrecht, der sonst mit den Husumern von Turbostaat unterwegs ist, aber auch schon mit Bands wie Captain Planet und Findus zusammengearbeitet hat.

Im Mai unterzeichneten Kommando Kant ihren Vertrag bei Motor Music, heute steigt das Release-Konzert in der Hamburger Hanseplatte. Am 13. August spielen sie beim Rock an der Eider in Süderstapel und im Dezember noch einmal in Husum, nachdem sie zwischendurch durch ganz Deutschland touren.

Auch ein Auftritt in Bredstedt steht auf dem Wunschzettel von Björn Albertsen. Ebenso versucht er sich schon seit längerem an einem Song über seine Heimatstadt. „Da gibt es für mich aber einfach viel zu viel zu sagen. Es ist es schwierig, einen Text zu finden, der alles, was man sagen möchte wiedergibt, ohne das der Song nachher zehn Minuten geht.“

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erstellt am 12.Aug.2016 | 09:00 Uhr

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