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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 20:27 Uhr

Kinderbetreuung in Husum : Kitas zeitgemäß unterstützen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Krippen und Kindertagesstätten brauchen mehr Personal. Verwaltung und Politik diskutieren, wie Einrichtungen künftig bezuschusst werden.

Die finanzielle Unterstützung des Landes ist schwankend bis schwindend, immer mehr Kinder brauchen verstärkt Aufmerksamkeit, die Ganztagsbetreuung wird immer mehr zur Norm, und die Anforderungen an die Erzieher steigen: In den Krippen und Kindergärten des Landes hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert. Vor diesem Hintergrund überarbeitet die Stadt Husum derzeit ihre Richtlinien, wie die elf Kitas künftig unterstützt werden sollen. Ein Entwurf wurde am Mittwoch im Ausschuss für Soziales und Jugend diskutiert.

Zusammengefasst geht es unter anderem darum, dass die Kitas etwas mehr Personalstunden anerkannt bekommen sollen und die Stadt ihren Zuschuss erhöht. Nach den derzeitigen Berechnungen würde dies Husum knapp eine halbe Million Euro mehr im Jahr kosten, sagte Verwaltungsmitarbeiter Axel Fischer.

Aus Sicht der Kitas erläuterte Henning Möller, Vorsitzender des Kirchengemeinderates Rödemis, die Lage anhand der Rödemisser Kita „Abenteuerland“: Dass der Personalschlüssel der Kitas dringend erhöht werden müsse, hätte auch mit dem hohen Krankenstand im Personal zu tun, der bei Erziehern im Schnitt bei drei Wochen pro Jahr liege. Zudem wies Möller auf die erhöhten Anforderungen an Kita-Mitarbeiter hin, die auch angesichts der Multinationalität vieler Gruppen immer weiter steigen würden. Angesichts der tendenziell sinkenden Zuschüsse vonseiten des Landes rechnete Möller am Beispiel der Rödemisser Kita vor, dass 20 Prozent der Kita-Kosten nicht von Land, Kreis oder Stadt gedeckt, sondern von den Eltern bezahlt werden. Sollte die Kita nun ihr Personal erhöhen, würde sich der Elternanteil jährlich um 150 Euro erhöhen: „Das kann für manche Familien eine erhebliche Summe sein.“

Gleichzeitig sprach er sich gegen eine Überlegung aus, die Schließzeiten der Kita zu erhöhen, um so Kosten einzusparen: „Unsere Eltern sind zum größten Teil berufstätig. Wenn wir jetzt im Sommer zwei Wochen schließen müssen, kriegen wir massiv Ärger mit ihnen.“

Eine weitere Idee, über die der Ausschuss diskutierte, stammt aus einem Kita-Diskussionspapier vom SPD–Stadtvertreter Horst Bauer: Er regt an, mittelfristig zu überlegen, die Hortbetreuung an den Kitas abzuschaffen und diese Aufgabe künftig in die Offenen Ganztagsschulen zu integrieren. Dieser Vorstoß stieß allerdings im Ausschuss auf Kritik: Nachdem die Gleichstellungsbeauftrage Britta Rudolph kurz erläuterte, dass hinter der Offenen Ganztagsschule und einem Hort vollkommen unterschiedliche Aufgaben, Betreuungsschlüssel und Intentionen stecken, erklärte auch Isabell Thomas (WGH), dass der Vorschlag aus ihrer Sicht keinen Sinn ergebe: „Das ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Beides nur aus Kostengründen in einen Topf zu werfen, obwohl es eigentlich gut läuft, sehe ich sehr kritisch.“

Da die neuen Förderrichtlinien für die Kitas schon ab kommendem Jahr gelten sollen, machte die Verwaltung ohnehin deutlich, dass viele Ideen bis dahin gar nicht mehr berücksichtigt werden können, sondern eher mittelfristig diskutiert werden sollten. Zur Sitzung des Ausschusses für Soziales und Jugend im September soll endgültig über einen überarbeiteten Vorschlag der Verwaltung abgestimmt werden.

 

Kitas in Husum:

In Husum gibt es elf Kindertagesstätten, die von unterschiedlichen Trägern betrieben werden. Insgesamt werden dort 170 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 560 Plätze für Kinder über drei Jahren vorgehalten.

 

 

 

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erstellt am 29.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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