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Husumer Nachrichten

25. September 2016 | 03:58 Uhr

Pferde-Herpes : Keine neuen Fälle aufgetreten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bis Ende Februar läuft im Mildstedter Reit- und Fahrverein wegen möglicher Ansteckungsgefahr durch Pferde-Herpes nur ein interner Betrieb. Nach Ansicht der Veterinäre sieht es so aus, als ob dann alles überstanden ist.

Es traf die Reiter im südlichen Nordfriesland wie ein Schlag. Im kleinen Stall des Mildstedter Reit- und Fahrvereins (RuFV) war ein Pony an Pferde-Herpes gestorben (wir berichteten). Aufregung in den Kreisen der Pferdefreunde, denn die Krankheit ist hoch infektiös, wenn die Tiere miteinander Kontakt haben. Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze machte gestern dem Mildstedter Verein eine Woche nach dem Vorfall ein Kompliment. Er sagte: „Das Krisenmanagement klappt hervorragend.“

Auch er hat sich in den vergangenen Tagen immer wieder umgehört, doch ein neuer Fall von Pferde-Herpes sei ihm nicht bekannt geworden, auch den Reitvereinen Mildstedt, Rantrum und Horstedt nicht. Neben Mildstedt sind die beiden anderen Vereine indirekt auch von der Infektion betroffen, denn aus Sorge vor einem Einschleppen des Herpes-Virus in den eigenen Stall wurde beispielsweise ein Stallflohmarkt in Horstedt abgesagt. Am kommenden Sonnabend hätte er stattfinden sollen. „Wir wollen jedes mögliche Risiko vermeiden“, hieß es dazu vom Pferdesportverein Wiesenhof. Auch der Stall des Rantrumer Reitvereins bleibt Fremden verschlossen. Dort dürfen nur noch die Mitglieder und die Personen, die ein Pferd eingestellt haben, die Reithalle und die Boxen betreten.

Dort bedauert man zwar die Absage des MiRa-Turniers (Mildstedt/Rantrum), aber die wichtigen Veranstaltungen fänden ohnehin erst im März und später im Jahr statt. Da die Inkubationszeit bei Pferde-Herpes bis zu 14 Tage dauern kann, hatten Veterinäre empfohlen, die Ställe in Mildstedt nicht mehr der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Das Pferde-Herpes wird in den meisten Fällen von Pferd zu Pferd übertragen, überwiegend durch Sekrete der Atemwege. Das Virus verursacht meist eine starke Erkältung, die mit hohem Fieber einhergeht. In Mildstedt allerdings sprang der Virus auf die Nervenbahnen des Tieres über. Dies, so wird in der Literatur beschrieben, sei nicht selten. Das Pony in Mildstedt konnte schließlich die Hinterbeine nicht mehr kontrolliert bewegen und musste eingeschläfert werden. Ein Nachbartier, das gegen Herpes geimpft war, erkrankte ebenfalls, doch scheint es die Infektion schadlos überstanden zu haben. Der Viöler Tierarzt Dr. Karsten Klein zeiget sich sehr zufrieden, dass der Verein alle Schutzmaßnahmen ergriffen hat, denn allein durch den Ausfall des Reitunterrichts würden ja auch Kosten entstehen.

Zu den Vorsichtsmaßnahmen in Mildstedt gehört unter anderem auch, dass der Mist aus dem kleinen Stall, wo der Todesfall auftrat, auf gesonderten Wegen abgefahren wird. Zudem befinden sich vor dem kleinen und dem großen Stall mit Desinfektionsmitteln getränkte Matten.

Vereinsvorsitzender Dieter Friedrichsen sagte gestern auf Anfrage, dass die Mildstedter Anlage noch bis zum 29. Februar auf Anraten eines Tierarztes quasi nur noch intern betreiben werde. „Wir wollen auf der sicheren Seite stehen.“ Sonst sei er mit der Entwicklung zufrieden. „Die Mitglieder ziehen alle an einem Strang. Es ist gut, das wir eine Informationsveranstaltung abgehalten haben. Dort wurde ja auch festgestellt, dass kein Pferdebesitzer Schuld an der Infektion trägt.“ Dr. Klein hatte nämlich mitgeteilt, dass bei einigen Pferden der Virus permanent vorhanden sei, ohne die Krankheit auszulösen. Erst durch Stress verursacht, könne dann plötzlich die Infektion ausbrechen – und damit eine Infektionskette in Gang gesetzt werden.

Probleme gebe es im Augenblick nicht, auch nicht mit auswärtigen Reitern, „denn wir haben sofort per E-Mail die Verbände im Kreis Schleswig-Flensburg und in Nordfriesland über den Herpes-Fall im Stall informiert“. Ende nächster Woche sollen die Pferde im kleinen Mildstedter Stall noch einmal untersucht werden, ob es noch Viren gibt.

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erstellt am 12.Feb.2016 | 09:00 Uhr

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