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Husums Gewerbegebiet ist dicht : Kein Platz für neue Märkte

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Steht ein Neubau an, müssen Betreiber von Discountern an ihrer angestammten Adresse bleiben.

Für viele Kunden kam der Abriss der Lidl-Filiale völlig überraschend. Eines Morgens waren die Bagger da und machten den Discounter in der Dieselstraße 9 binnen weniger Stunden dem Erdboden gleich. Wer nicht kurz zuvor noch dort eingekauft und von den bevorstehenden Veränderungen gehört hatte, fühlte sich kalt erwischt. „Ein- bis zweimal im Monat fahren wir nach Husum zum Arzt und erledigen dann auch gern gleich unsere Einkäufe“, berichtet ein älteres Ehepaar aus dem Viöler Umland, das auf dem Rückweg diesmal nicht – wie gewohnt – bei Lidl Halt machen konnte. Der Laden war schlichtweg nicht mehr da.

Völlig überrascht fuhr auch Heinz Petersen erst einmal auf den gegenüberliegenden Parkplatz, um sich die Baustelle anzuschauen. Wie viele beschäftigte auch den 74-Jährigen die Frage, wie das so dermaßen an ihm hatte vorbei gehen können. Warum der Markt abgerissen wurde und wie es danach weitergehen soll, darauf gab es aus Neckarsulm, dem Sitz der Firmenzentrale, eine eher lapidare Auskunft: Gemäß dem Leitsatz „Die Kundenzufriedenheit prägt unser Handeln“ sei Lidl bestrebt, sein gesamtes Filial-Portfolio qualitativ und quantitativ weiterzuentwickeln, „um den Kunden eine moderne Einkaufsstätte mit optimalen Einkaufsbedingungen zu präsentieren“. Das sei aktuell nun auch in Husum der Fall, teilte Diana Zvicer-Senolan von der Pressestelle mit und beließ es bei dem Hinweis: „Wir planen am gleichen Standort eine hochmoderne Filiale mit ansprechendem Erscheinungsbild und besonders umweltfreundlicher Technik.“ Den Baubeginn datierte sie auf „nach Ostern“, die Eröffnung auf den Herbst.

Seit vielen Jahren schon werden in Husum Discounter neu gebaut und wieder abgerissen. Doch anders als früher hinterlassen diese Modernisierungen keine brach liegenden Gebäude oder Bauruinen mehr. Vielmehr teilen Alt und Neu inzwischen ein und dasselbe Grundstück. Überhaupt habe all dies nichts damit zu tun, dass die Gebäude abgeschrieben seien, versichert Bauamtsleiter Jörg Schlindwein auf Anfrage. Vielmehr gehe es den Discountern darum, ihre Angebotspalette zu erweitern und die Produkte besser präsentieren zu können. „Das Gewerbegebiet ist dicht“, sagt Schlindwein. Mit anderen Worten: „Dort wird es nach entsprechenden Beschlüssen der zuständigen Ausschüsse und des Stadtverordnetenkollegiums keine neuen Märkte mehr geben.“ Wenn abgerissen und neu gebaut wird, muss dies also auf ein und demselben Terrain geschehen.

Auch Vergrößerungen seien nur noch am Standort möglich, erklärt Schlindwein. Im Gewerbegebiet haben nach seinen Worten die meisten Discounter-Betreiber daher auch Flächen gekauft, auf denen einer Erweiterung oder einem Neubau nichts im Wege steht. Das gilt auch für nötige Parkplatz-Flächen. Es dürfte also nicht das letzte Mal sein, dass ein Discounter abgerissen und an gleicher Stelle neu wieder aufgebaut wird.

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