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Husumer Nachrichten

09. Dezember 2016 | 16:30 Uhr

Weltspartag : Kaum Zinsen – gespart wird trotzdem

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zwar werden Nordfrieslands Bankkunden risikofreudiger – aufs Sparbuch wollen viele aber trotz niedriger Zinsen nicht verzichten.

Die Nordfriesen sparen. Und das ist in diesen Zeiten durchaus eine Nachricht – gerade am Weltspartag. Schließlich gibt es für Sparbuch oder Tagesgeld kaum noch eine Rendite – Zinssätze von 0,00 oder 0,01 Prozent sind keine Seltenheit. Dennoch halten Bankkunden auch diesen Klassikern die Treue. Und für Eltern und Goßeltern ist ein Sparbuch als Geschenk für Kinder und Enkel keineswegs obsolet.

Katja Ingwersen, Marketing-Fachfrau bei der Husumer Volksbank, bestätigt dies: „Auf jeden Fall wird gespart. Zu unserer Sparwoche kommen immer noch ganz viele kleine und große Sparer vorbei. Im vergangenen Jahr haben uns etwa 2600 Kunden besucht und ihr Geld eingezahlt. Nach den ersten Tagen gehen wir stark davon aus, dass es in diesem Jahr ähnlich aussehen wird.“ Die Filialleiterin der Husumer Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa), Sarah Schefer, betont: „Sparen steht nach wie vor hoch im Kurs. Das hat sich noch verstärkt, wir haben spürbare Zuwächse. Sicherheit geht in diesen Zeiten bei unseren Kunden vor Rendite. Und da ist das vertraute Sparkassenbuch ein sicherer Hafen für flexible finanzielle Reserven.“ Die Fachfrau beobachtet aber auch, dass es mehr Nachfragen nach wertstabilen Anlagen in Immobilien- oder Wertpapierfonds gibt – „nicht jedoch nach mit Kursrisiken behafteten Einzeltiteln wie Aktien“. Ingwersen: „Dass die Kunden risikobereiter werden, spüren wir stark. In diesem Jahr sind schon 680 Fonds-Sparpläne abgeschlossen worden. Das ist ein deutlicher Zuwachs zum vergangenen Jahr. Hauptsächlich wird in Aktien- und offene Immobilienfonds investiert.“

Und was ist mit der jungen Generation – sollten alle Geld für ein Eigenheim auf die hohe Kante legen? „Ganz klar ja“, meint Katja Ingwersen, „unter anderem auch in Form eines Bausparvertrages. Der Staat unterstützt ab 16 Jahren das Bausparen mit Prämien.“ Gerade jetzt sollte man sich den Niedrig-Zins für später sichern. Sarah Schefer: „Die eigenen vier Wände sind eine gute und schon immer beliebte Form der Altersvorsorge – trotz steigender Bau- und Immobilienpreise. Entscheidend ist dabei nur: Je früher monatlich etwas auf die hohe Kante gelegt wird, desto besser. Heute ist das wichtiger als zu Zeiten höherer Zinsen, um am Ende einen ausreichenden Betrag zusammenzuhaben, ob als Eigenkapital für eine Immobilie oder in einer privaten Zusatzrente.“

Gedanken über Zins und Zinseszinsen machen sich die jüngsten Bankkunden sicherlich nicht: Sie freuen sich, wenn ihr Sparschwein geschlachtet und dann ein großer Wunsch wahr werden kann. Sarah Schefer: „Kindern schon sehr früh die Vorteile von Sparsamkeit nahezubringen, ist wichtig. Besonders heute, wo Konsum und Geldausgeben erste Bürgerpflicht zu sein scheint. In den Familien wird der Spargedanke nach wie vor gelebt.“

1924 verständigten sich Sparkassen-Vertreter aus 28 Nationen in Mailand auf die Einführung eines Weltspartages, 1925 fand er erstmals statt und seitdem an jedem letzten Werktag im Oktober.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 09:00 Uhr

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